.

Dienstag, 26. Juni 2012

Hedy




Hedy

Sie ist halt etwas zurückgeblieben, sagten sie alle über Hedy, solange ich mich erinnern kann.
Sie ist halt behindert, haben sie jedoch damit gemeint - behindert im Kopf, dachten sie doch alle.
Ein bisschen recht hatten sie ja und trotzdem lagen sie falsch.
Denn Hedy war nicht behindert, sie wurde gehindert, zuerst vom Gehör und den Augen, dann von Lehrern, Eltern und der Schwester und später auch noch von einem Mann.
Sie alle haben vieles bei ihr verhindert, weil sie in erster Linie in Hedy, eine Behinderte sahen.

Das kam so, weil Hedy von Anfang an schlecht hörte. Dafür konnte sie nichts, das war nicht ihr Fehler, nein, es war einfach ein Geburtsfehler.
Darum kann man auch niemand anderen dafür beschuldigen. Schuldig machten sich einige erst, als sie vieles falsch machten.
Vielleicht aus Unwissenheit, oft jedoch, aus einer eigennützigen und kurzsichtigen Sichtweise. Doch wirklich kurzsichtig war doch eigentlich Hedy und trotzdem machte sie am wenigsten falsch. Doch sie hatte die fatalen Folgen der Fehler der anderen ein Leben lang zu tragen.

Die Zeiten waren schwer als Hedy zur Welt kam, denn sechs Kinder waren bereits da und als die Jüngste fünf wurde, begann gerade der zweite Weltkrieg.
Ihre Mutter hat wohl nichts von der Schwerhörigkeit der Kleinen gemerkt, auch wenn sie erst spät zu reden begann. Eine Träumerin sei sie halt, sagte Mama manchmal und die Grösseren mussten der Kleinsten helfen.
Der gleichen Meinung waren auch ihre Lehrer, die wegen des Krieges sehr oft wechselten. Kaum waren sie da, da gingen sie wieder und so hat man in der Schule eben nicht bemerkt, dass Hedy nicht gut mitkam, weil sie vieles nicht gehört und verstanden hatte. Doch hätte es einer geahnt, wie gesagt, kaum war er da, war er auch schon wieder weg.
Zu dieser Zeit ging es doch darum, ein ganzes Land zu verteidigen, da konnte ein kleines, stilles Mädchen, das schwerhörig war, halt leicht übersehen werden.
Jeder neue Lehrer wurde gleich darauf aufmerksam gemacht, dass die Kleine halt nicht mit den anderen Schritt halten konnte und das half vermutlich mit, dass keiner auf die Idee kam, dass Hedy eher schwerhörig – als schwer von Begriff war.
Dazu kam, dass sie auch nicht besonders gut sah. So waren die Buchstaben auf der Wandtafel halt etwas verschwommen. Aber man merkte erst (zu) spät, dass nicht ihr Geist umnebelt war, sondern, dass sie nur nicht klar sah. So hat sie eben vieles eher nach Gefühl gemacht – das war sie sich so gewohnt, seit ihrer Geburt. Eine geeignete Brille bekam sie erst nach der fünften Klasse, doch da ging Hedy bereits sechs Jahre zur Schule. Sie wurde einfach immer mitgeschleift, von Klasse zu Klasse, ausser einmal, da blieb sie sitzen. Sonderschulen kannte man damals dort eben noch nicht.


Nach der Schule versuchte man gar nicht erst eine Lehrstelle für Hedy zu finden. Für Mädchen war ein Beruf zu dieser Zeit nicht üblich und für Hedy, die Zurückgebliebene, schon gar nicht. Junge Frauen sollten damals bald heiraten, Kinderkriegen und Haushalten, das genügte für ein Frauenleben in der damaligen Zeit. Zudem hätte so eine Lehrstelle ja noch etwas gekostet, nein, das war für Hedy, nun wirklich nicht nötig
Also nahm Hedy eine Arbeit in einer Fleischfabrik an. Sie verpackte getrocknete Fleischspezialitäten. Diese Arbeit war einfach und verlangte vor allem schnelle Hände – und Hedy war flink, sehr flink sogar. Sie war die Schnellste und bald die Beste. Denn sie verrichtete ihre Arbeit still und sprach wenig mit den Anderen. Klar, sie hätte sie im Lärm der Verpackungsmaschinen ja auch kaum verstanden. Zudem redeten die Mitarbeiterinnen auch nicht so gerne mit ihr, denn mit Hedy musste man immer sehr laut sprechen und sie gab dann noch lauter Antwort. Dadurch hörten alle mit, auch der Chef.
Doch der mochte sie gut. Vor allem, weil sie so schnell war und auch, weil sie nicht auf die Idee kam, nach mehr Lohn zu fragen. Sie war ja eine Behinderte und die hatten froh zu sein, dass sie jemand nahm. So sah man es auch Zuhause und darum fragte Hedy nicht nach mehr Lohn oder kam auf die Idee, sich nach einer andere Arbeit umzusehen.
Die Arbeitstage waren dafür lang. Morgens musste sie nach einem halbstündigen Marsch um halb sieben "auf den Zug" und nach der Arbeit fuhr sie am Abend eine gute halbe Stunde mit der Eisenbahn auch wieder zurück. Zuhause angekommen half sie, wie sie es sich als Jüngstes seit je her gewohnt war, der Mutter im Haushalt. Zu tun gab es viel, denn ihr Vater war schon mit fünfundfünfzig Jahren durch einen Schlaganfall halbseitig gelähmt und konnte nicht mehr arbeiten. Zwei ihrer Brüder wohnten auch noch zu Hause, der eine, weil er mit dreissig noch ledig war, der andere, hatte schon eine Scheidung hinter sich. Für sie war Hedy nützlich, denn sie war flink, kochte ordentlich, machte die Wäsche, wusch Geschirr, putzte Schuhe und sagte nicht viel, weil sie sowieso nichts verstand. Dafür brachte sie von der Arbeitsstelle oft Fleisch mit nach Hause, das sie als Angestellte günstiger einkaufen konnte. Das entlastete das Haushaltungsgeld und darüber war man allgemein froh.

Schon früh warnte man Hedy, dass sie sich vor Männern gut in acht nehmen müsse. Die würden solche Mädchen wie sie, sowieso nur "ausnützen". Männer seien darum gar nicht gut für sie , erst recht nicht, weil sie ja als Behinderte nicht so recht „Bescheid“ wisse. So kam Hedy auch nie auf die Idee, sich mit einen Mann einzulassen oder gar einen Freund zu haben. Sie war froh, geborgen im Elternhaus zu sein.

Eine ihrer älteren Schwestern, die kinderlos in einer grossen Stadt verheiratet war, warnte sie und die Eltern immer besonders eindringlich, wenn sie nach Hause zu Besuch kam. Denn sie kannte sich in „solchen Dingen“ aus und hatte schon oft von derartig schlimmen Schicksalen gehört. Zurückgebliebene Mädchen, verludert, die dann ein Kind bekamen, vielleicht auch noch ein Behindertes, das ohne Vater und später vermutlich verwahrlost und asozial aufwuchs – nein, das durfte nicht sein! Sowieso nicht in diesem Dorf – man hätte sich ja in Grund und Boden schämen müssen!
Denn als Sekretärin bei der halbstaatlichen schweizerischen Stiftung Pro Juventute, wusste sie doch ganz genau, was gut für Kinder ist und in welchen Verhältnissen sie aufzuwachsen haben. Denn dort kümmerte man sich seit 1912 um das allgemeine Kinderwohl und setzte sich unter anderem auch für die Kinderrechte ein. Es ist unbestritten, dass viel Gutes bei dieser Organisation entstanden ist , aber es herrschte zum Teil auch ein Gedankengut, das ethische und rechtswidrige Grenzen überschritten hat und deren Folgen und politische Aufarbeitung bis heute noch nicht abgeschlossen ist.
Davon zeugt das bereits 1926 entstandene Projekt „Kinder der Landstrasse“.
Mit Unterstützung der Vormundschaftsbehörden wurden Kinder von Fahrenden, insbesondere Jenischen, ihren Familien entzogen. Bis 1972, als das Projekt nach öffentlichem Druck eingestellt wurde, waren davon rund 600 Kinder betroffen. Ziel von „Kinder der Landstrasse“ war es, die Kinder dem Einfluss der als asozial beurteilten minderheitlichen Lebensverhältnisse zu entfremden und sie an die vorherrschende mehrheitsgesellschaftliche Lebensweise anzupassen. Ein weiteres Ziel war die Entwicklung der Kinder zu "brauchbaren" Arbeitern für die Gesellschaft. In diesem Zusammenhang muss man auch die, durch eine eugenische Politik motivierte Inhaftierung von sogenannten „liederlichen“, ledigen Frauen sehen, die zu hunderten zwangssterilisiert wurden.

Für Hedy's Schwester war ganz klar, es musste unbedingt verhindert werden, dass eine wie das Hedy, ein Kind bekommen konnte. Darum setzte sie alles in Bewegung, ging zu manchem Arzt, setzte sich mit allen Ämter auseinander, damit Hedy unwiderruflich „unterbunden“ wurde, nachdem ihr schon früher die Mündigkeit abgesprochen worden war. Das war gut für Hedy, so konnte ihr nichts passieren. Das war auch gut für ihre Mutter, der eine allfällige Schande erspart bleiben würde und Hedy blieb so auch sicher Zuhause und sorgte, nachdem der Vater gestorben war, wie vorgesehen für die kränkelnde Mutter. Das Geld, das sie alle die Jahre Zuhause abgab, konnte gut gebraucht werden, denn die Rente war klein, das eigene Häuschen kostete und Ersparnisse waren durch die frühe Krankheit des Vaters auch kaum vorhanden.

Als auch Hedy's Mutter starb, verzichteten die übrigen Geschwister zugunsten der jüngsten Schwester auf ihren Erbanteil, damit Hedy bis zu ihrem Lebensende ein gesichertes Zuhause hatte. Hedy war damals achtundvierzig Jahre alt.
Gut zwei Jahre später heiratete Hedy einen Mann, der zwölf Jahre älter war als sie. So ging die Haus- und Pflegearbeit für sie einfach wieder weiter.
Man stellt sich die Frage, wurde sie geliebt oder einmal mehr wieder ausgenützt?

Einige Jahre später verbrachte man sie aus undurchsichtigen Gründen in ein Heim, weit ab von ihrem Zuhause und der Ehemann übernahm nun das Häuschen ganz. Da dessen Unterhalt stark vernachlässigt wurde, musste es, nachdem der Ehemann in ein Pflegeheim eintrat, öffentlich zu einem bescheidenen Preis versteigert werden, um die horrenden Pflegeplatzkosten der beiden bezahlen zu können.

Hedy verstarb mit siebenundsiebzig Jahren – still und leise und ohne, dass die Verwandtschaft ihrer Geschwister etwas davon wusste. Der Zusammenhalt in der Familie war halt nie besonders gewesen.
Einige Monate später erfuhren sie davon durch ein Schreiben des Amtsvormundes. Darin wurde mitgeteilt, dass Hedy einen kleinen Nachlass hinterlassen hat, der nun an die Erben verteilt und nach der Unterzeichnung des Erbvertrages ausbezahlt wird.

Lange habe ich mit der Unterschrift gezögert, denn es machte mir doch etliche Mühe, nun vom „armen“ Hedy noch beschenkt zu werden, einfach, weil sie meine Tante war. Auch ich hatte sie lange Zeit nur als Behinderte wahrgenommen und ich hatte mich seit Jahrzehnten nicht mehr um sie gekümmert.
Dafür schäme ich mich und Hedy, dafür entschuldige ich mich bei Dir.







.))

Kommentare :

Alex hat gesagt…

Manchmal habe ich morgens ein bisschen Zeit. Die Kinder sind bereits in der Schule oder schlafen noch. Dann hock ich mich aufs Sofa und lese ein wenig in den Blogs/ den Köpfen anderer Menschen. Hin und wieder schmunzle ich oder fühle mit. Und manchmal.....da weine ich.
Danke.

dekoratz hat gesagt…

erst nicht - dann doch - und gleich so ...

lieber herr oter -
solche fälle gibt es offensichtlich öfter als gedacht. bei mir war es die großmutter, die aus irgendeinem grund bestrahlt worden war und dabei schaden nahm. als kind war es für mich gruslig - später kamen die knallharten fakten, die zusammenhanglos verteilt wurden und irgendetwas erklären sollten.
ich habe mir schon oft gewünscht, als erwachsener mensch die familienmythen der kindheit zu hinterfragen, mich einfach mal ( ohne kissen unterm hintern oder ohne fußbank) in augenhöhe mit denen zu unterhalten, die nicht mehr da sind.

du hast das ganz toll geschrieben.- man möchte hedy in die arme nehmen.- und eigentlich kann man das alles ganz einfach so stehen lassen.

ich grüße dich herzlich - bis die tage -
barbara

Herr Oter hat gesagt…

@Alex:
Das war nicht meine Absicht, Alex. Und doch freut mich das Kompliment, dass der Text berührt hat, sehr.

@dekoratz:
Du hast mir eben ein schlechtes Gewissen gemacht, Barabara.... :)))
Nein, doch eher motiviert, endlich den Text zu Ende zu bringen. Und auf einmal ging es ganz flott vorwärts.

Die Familiengeschichte aus erster Hand zu erfahren, nachzufragen was damals warum so war, diese Gelegenheit habe ich leider auch verpasst und ich befürchte, dass es auch der nächsten Generation ähnlich ergehen wird.
Darum soll jeder schreibend erzählen, der kann, damit einiges nicht im Dunkeln bleibt. Denn woher man kommt, wer man ist und das warum und wieso, wird vielleicht erst im reifen Alter richtig wahrgenommen.


Ich danke Euch beiden ganz herzlich für den Kommentar, wünsche einen sonnigen Sommertag und sende liebe Grüsse
Resunad

amazing people :D hat gesagt…

Uii, heftig.
Ja, mir ist diese Geschichte auch sehr sehr nahe gegangen.
Aber ich musste auch ein wenig schmunzeln, denn erst gestern habe ich mich mit jemand anderem über den Begriff "behindert" unterhalten. Dass er doch oft "verallgemeinert" wird und darunter sehr viele Menschen leiden. Zweimal mehr habe ich nach diesem Gespräch darüber nachgedacht, ob ich etwas darüber schreibe. Jetzt weiß ich, ich tue es.

Also, wie gesagt, ich finde der Begriff wird viel zu allgemein genommen.

Auch ich wollte immer mehr erfahren, über den Grund, warum ein Mensch aus meiner Familie gestorben ist. Aber für alle war er immer nur "der Säufer" und somit weiß ich bs heute nochnichts über ihn.
Leider.

Sehr gute "Geschichte"

Liebe, leider verregnete Grüße, Alina

Rebellin hat gesagt…

Hallo Resunand.

Ich habe gestern schon Deine Geschichte gelesen, und auch heute las ich sie nochmals.

Ein trauriges bewegtes Leben, eine Geschichte die mir Gänsehaut macht, denn es ist grausame Realität das oftmals gerade solche Menschen ausgenutzt und nicht für voll genommen werden.

In meinem Job gibt es ein Kundenpaar, Mutter und Sohn, der Sohn ist sowohl geistig als auch körperlich selber behindert, und seine Mutter sitzt im Rollstuhl ist allerdings gedanklich dafür noch voll fit. Wenn ich allerdings sehe mit welcher Hingabe und Liebe der Sohn seine Mutter umsorgt, dann überkommt mich so manches Mal ein schlechtes Gewissen, denn davon kann sich man gesunder (körperlich wie geistig gesund) eine wirklich dicke Scheibe davon abschneiden.

Ich denke Du hast irgendwann irgendwo in Deinem Leben Hedy ein gutes Gefühl vermittelt, welches sie bis zum Schluss nicht vergessen hat ? und wenn sie heute noch Gelegenheit dazu hätte, könnte ich mir vorstellen dass sie Dir verzeihen würde oder gar verziehen hat!

Alles Gute und liebe Grüße
Rebellin.

Herr Oter hat gesagt…

@amazing people:
Die Wahrnehmung der anderen ist, wie meine Geschichte zeigt, immer nur ein Teil der Wahrheit und darum lohnt es sich, meiner Meinung nach, sich selber einer Lebensgeschichte anzunähern. Denn bei jedem Menschen, liebe Alina, lassen sich positive Eigenschaften genau so finden, wie "der Säufer" der ja auch nur den "sichtbaren" Teil eines Menschen darstellt.
Aber gerde seine verborgenen und überdeckten Beweggründe wären vermutlich die Spannenden.

@Rebellin:
Danke, liebe Rebellin für Deine liebevollen Worte. Ich hoffe doch sehr, dass dem so ist und ich als Kind, Hedy nie unbedacht verletzt habe.
Leider kann ich mich natürlich nicht mehr an jedes Detail erinnern, aber in unserem Elternhaus wurde schon sehr darauf geachtet, dass gerade "spezielle" Menschen ganz normal behandelt wurden.

Dein Kundenpaar, Mutter und Sohn, ist sicher sehr berührend. Gerade Menschen mit einem "Handicap" entwickeln dieses herausragende Mitgefühl, weil sie selber darauf angewiesen sind, während wir "Unversehrten" doch oft meinen, wir hätten ein Anrecht auf alles und unsere eigenen Bedürfnisse seinen die Wichtigsten.

Ich danke beiden ganz herzlich für's Kommentieren.
Liebe Grüsse
Resunad

Anonym hat gesagt…

Obwohl ich diese Geschichte kenne geht sie mir immer wieder Nahe.Ich glaube jedoch nicht dass man sie zu jener Zeit hätte ändern können. Und auch heute läuft es vielerorts ähnlich. Leute werden abgestempelt und damit basta! Andererseits denke ich die ewige Einmischerei ist auch nicht richtig: siehe Projekt Kinder der Landstrasse. Diese engagierten Leute dachten richtig zu Handeln. Sie wollten das Beste für die Kinder. Aber was das Beste ist, kann jeder Mensch nur für sich selber erfahren. Es gibt Menschen wie Hedy, die irgendwann ausbrechen. Wer weiss ob es halt für Hedy nicht,trotz allem irgendwie passte? Unsere Sichtweise stimmt villeicht nicht mit der ihrigen überein.....
Grüessli
T.o.&o.
auch in Holland regnet es öfters

Herr Oter hat gesagt…

@T.o.&o.
Deine differenzierte Ansicht schätze ich sehr. Danke!

Auch wenn wir beide das gleiche Hedy gesehen haben, haben wir trotzdem vielleicht nicht unbedingt die gleiche Sicht auf das Gesehenen. Dabei könnte der Altersunterschied eine Rolle spielen, denn Du warst ja einige Jahre länger "näher dabei".

Ob man das "Schicksal" von Hedy in späteren Jahren nicht doch noch hätte verändert werden können, davon bin ich nicht überzeugt. Denn der Einfluss meiner Gotte hat einfach sehr oft etwas verhindert oder eben begünstigt, je nach ihrer persönlichen Sichtweise.
Ich habe jedoch immer Mühe damit, wenn eigene Interessen, eigenen Ansichten oder eigene verpasste Lebensentwürfe in anderen verwirklicht werden und dann mit dem Wohl des anderen gerechtfertigt werden.
Aber dieser "Gefahr" sind wir vermutlich alle ausgesetzt. Das zeigt sich doch tagtäglich – angefangen bei der Kindererziehung, den "guten" Ratschlägen an andere, bis hin zur grossen Weltpolitik.

Ich gebe zu, Schicksale und Lebensläufe sind im Nachhinein immer schwierig zu beurteilen und vermutlich steht mir das auch nicht zu.
Trotzdem macht man sich manchmal Gedanken darüber – um zu verstehen? Um zu versuchen, etwas daraus zu lernen, ganz sicher.

Ganz herzlichen Dank, dass auch Du mir dabei hilfst, indem Du Dir immer wieder Gedanken zu meinen Gedanken(k)reisen machst.

Liebe Grüsse, wo immer Du im Moment auch gerade bist :))