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Samstag, 7. Februar 2015

Der Hund und der Esel






Der Hund und der Esel


Ein Bauer, ein Hund und ein Esel lebten schon seit einiger Zeit zusammen. Jeder hatte seine Aufgabe. Der Hund bewachte das Haus, der Esel trug die schweren Lasten und der Bauer war für das Wohl aller zuständig.

Es war an einem heissen Tag. Alle drei hielten nach der strengen Arbeit vom Vormittag ihren wohl verdienten Mittagsschlaf. Der Hund döste unter der schattigen Veranda, der Esel ruhte beim mächtigen Baum neben dem Haus und der Bauer machte ein Nickerchen auf dem Sofa im Wohnzimmer.

Plötzlich hörte man einige Geräusche hinter dem Haus. Der Hund hob faul den Kopf, legte ihn aber bald wieder zwischen seine Pfoten und döste weiter.

Der Esel fragte ihn: „Warum bellst du nicht, wie es deine Aufgabe ist. Es könnten Diebe sein.“ Der Hund antwortete träge: „Es wird nur die Katze sein, kümmere du dich um deine eigenen Angelegenheiten.“

Doch der Esel war sehr pflichtbewusst und machte sich Sorgen, dass sein Herr in Gefahr sein könnte. Darum wollte er seinen Herrn vor den Dieben warnen und begann mit seiner heiseren Stimme laut zu schreien.

Der Meister, der gerade eingeschlafen war, schreckte hoch, nahm einen Stock und rannte wütend aus dem Haus. Es waren aber keine Diebe zu sehen, nur eine grosse Katze flüchtete verängstigt ins Gebüsch.
 
„Na - hab ich es nicht gesagt? Die Katze!“ Der Hund streckte genüsslich seine Glieder und gähnte.

Nun wurde der Bauer erst recht zornig und schlug den armen Esel mit dem Stock. „Die Bestimmung eines dummen Esels ist das Tragen und Schleppen! Der Schutz und die Bewachung sind allein die edlen Aufgaben des Hundes!“


Fluchend kehrte der Bauer in sein Haus zurück und bemerkte, dass inzwischen dreiste Diebe alle seine Wertsachen gestohlen hatten.
 



Die Moral dieser Geschichte:
Manchmal ist die Funktion entscheidender,
als guter Wille und beherzten Einsatz


 Autor: AnnaER / Lizenz: CC0 Public Domain (Gemeinfrei) / via pixabay




:)

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Da sieht man es wieder ..der Esel ist sprichwörtlich immer der Dumme. Selten ein dummer Hund gesehen....

Herr Oter hat gesagt…

und ich selten einen "dummen" Esel...

Gibt es überhaupt "dumme" Tiere?
Eine doch sehr menschliche Sichtweise.

Aber es ist eben gerade der Sinn der Fabel, bestimmte menschliche Charakterzüge klischeehaft auf vermeintliche Eigenschaften von bestimmten Tiere zu übertragen. So bleibt der Esel und die Ganz eben dumm, der Fuchs schlau und der Hund eben wachsam, obschon sich Gänse als "Wachtiere" mindestens genauso gut eignen.

Danke für den Kommentar und "e schöna Sunntig" - Re