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Freitag, 25. Juli 2014






«In Wahrheit sind wir im Leben alle allein.
Schon bei der Geburt und auch im Sterben.
Wichtig ist deshalb das Verhältnis zu sich selber und zur eigenen Seele.»


sagt eine meiner gerne gelesenen Schriftstellerinnen:
Anna Gavalda 


Ihr neuster Roman:
«Nur wer fällt, lernt fliegen» 
eine bittersüsse Geschichte über Aussenseiter und darüber,
was Freundschaft bedeutet und wie sie unser Leben verändern kann.



:)

Freitag, 11. Oktober 2013

„Noble Preise“






Noble Preise“

Ich freue mich über den Literatur-Nobelpreis für Alice Munro.
Die 82-jährige kanadische Schriftstellerin gehört zu meinen Lieblingsautorinnen.
Ihre Kurzgeschichten – sie hat nur einen Roman geschrieben - enthalten auf schmalem Raum alles, was eine Erzählung lesenswert macht: die genaue Beobachtung, die raffinierte Handlungskonstruktion die keine Konstruktion erkennen lässt, die aufbauende Spannung, das Berühren des Gemütes und die nachhaltige Wirkung.

In den zwölf Erzählbänden, die bisher auf Deutsch erschienen sind, haben die fast ausnahmslos weiblichen Hauptfiguren viele Rollen eingenommen um reale Erlebnisse und Erfahrungen der Autorin in erfundene Begebenheiten und Wahrheiten zu verwandeln. Denn das sind die Stärken von Alice Munro: der mit klarem Blick einer geduldigen Chronistin beobachtete Alltag des einfachen Lebens.
Ihre Geschichten sind zeitlos, genauer gesagt, zeitenthoben und jederzeit gegenwärtig. Die Konflikte einer Kindheit, die Sehnsüchte nach Liebe, nach Sex, nach Anerkennung, nach beruflicher Karriere, nach eigenen Kindern, das Scheitern und neue Partnerschaften nach einer Trennungen sind in ihren Erzählungen allgegenwärtig, ohne dass die Autorin ihre Figuren jemals „vorführt“. Eine behutsame Literatur des Privaten, das vom Trivialen zur Kunst erhoben wird.

Doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb ich finde, dass die Erzählerin Alice Munro diesen wertvollsten Literaturpreis zu Recht gewonnen hat.
Es ist zugleich ein wichtiges Bekenntnis zur Kurzgeschichte. Denn diese Form der Literatur wird aus meiner Sicht im Literaturbetrieb neben den „grossen“ Romanen noch immer allzu oft „stiefmütterlich“ behandelt.
«Die Literatur betrachtet Kurzgeschichten noch immer als eine Art Übungsform für den Roman, als mindere Disziplin jedenfalls, und ich habe das selber lange geglaubt», sagte auch Munro in einem ihrer wenigen Interviews.
Doch gerade Kurzgeschichten sind ein hartes Geschäft, denn diese Schreibform benötigt sehr viel Können, Disziplin und nicht zuletzt auch Ausdauer, denn Verlage und Buchhandlungen sind oft nicht bereit, sie als „verkaufsfähige“ Literatur anzuerkennen.
Doch Alice Munro hat diese spezielle Form zur Perfektion gebracht. Sie ist die „Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichteund für mich ein grosses Vorbild als Erzählerin.


Besonders gefallen haben mir die Bücher «Der Mond über der Eisbahn» (1986) und «Tricks» (2004)
2006 wurde übrigens «An ihrer Seite» – basierend auf Munro's Kurzgeschichte „The Bear Came Over the Mountain“ verfilmt, ein äusserst sehenswerter Film über das beklemmende Thema Alzheimer und doch ein grossartiger Liebesfilm.




Und heute.....

Ich hoffe sehr, dass der Friedensnobel-Preis an die erst 16 Jahre alte
Malala Yousafzai
geht, die sich in ihrer Heimat Pakistan gegen die Taliban für das Recht von Frauen und Mädchen auf Bildung einsetzt.
Als grosse Hoffnungsträgerin für gleichberechtigte Bildung der Frauen auf der ganzen Welt, hielt sie am 12. Juli 2013, ihrem 16. Geburtstag, eine beeindruckende Rede vor der UN-Jugendversammlung . Die junge Frau aus Pakistan erhielt gestern Donnerstag bereits den Sacharow-Preis des Europaparlaments.
Für mich ist sie trotz ihres jugendlichen Alters bereits jetzt eine grosse Persönlichkeit unserer Zeit.


Update:
Der Friedensnobelpreis 2013 geht an die OPCW (Organisation für das Verbot von Chemiewaffen)
Die OPCW ist für die Umsetzung der Chemiewaffenkonvention von 1997 zuständig. Sie hat bislang 189 Mitgliedsstaaten - Syrien soll am kommenden Montag 190. Mitglied werden. Zurzeit sind Chemiewaffenkontrolleure in Syrien unterwegs, um Lager aufzusuchen und die Vernichtung der Waffen einzuleiten.


Schade, auch wenn die OPCW für den Erhalt des Weltfriedens eine wichtige Organisation ist, hat man heute in Oslo sicher eine grosse Chance verpasst.
Denn was Malala als Individuum unter Einsatz ihres jungen Lebens geleistet hat und immer noch unter Todesgefahr leistet, ist einfach grandios. Viele bezeichnen sie bereits jetzt als die Ghandi unserer Zeit! Der Preis wäre ein deutliches Zeichen gegen den Terrorismus, gegen extremistische Islamisten und gegen die Unterdrückung der Frauen in vielen Teilen der Welt gewesen.



Nachtrag 10. Oktober 2014:
Nun hat  MalalaYousafzai den Friedensnobelpreis doch noch bekommen!
Ich freue mich sehr!
Mit 17 Jahren ist sie somit die jüngste Nobelpreisträgerin bisher.

Diese Auszeichnung ist für die Kinderrechtsaktivistin trotz ihrer Jugend (oder gerade deswegen) hochverdient.
Genau so wie für ihren Co-Preisträger
Kailash Satyarthi
einen indischen Kinderrechtsaktivisten, der sich unermüdlich seit drei Jahrzehnten gegen das in Indien weit verbreitete Übel der Kinderarbeit einsetzt. Er hat mit seinem Engagement zehntausende Kinder aus Sklaverei und Schuldknechtschaft befreit. Er trug auch dazu bei, den Westen für das Thema zu sensibilisieren und auf die Herkunft von Produkten zu achten.

Ganz herzliche Gratulation den Beiden.

:)



Samstag, 1. Juni 2013

Eine wunderbare Fabel






Ich möchte Euch eine sinnvolle und wunderbar geschriebene Fabel empfehlen:


Es lohnt sich übrigens, wenn man sich dabei auch auf den anderen interessanten Seiten von Poetikon umsieht. Viel Spass dabei.


«}








Montag, 26. November 2012





Ich habe bei Lemmie, eine schöne und auch kluge Geschichte gelesen,
die ich Euch gerne empfehlen möchte.

Ich denke, man sollte die Gelegenheit nutzen und sich auf den schön gestalteten Seiten noch etwas umzusehen. Denn man findet dort manches schönes Bild, interessante Impressionen aus Wien und viele positive Wortebeiträge.

Viel Spass!






:)

Dienstag, 31. Januar 2012

Buchempfehlung




Was für ein schöner Buchanfang:



"Zitat-Anfang:
Ich heisse Nguyễn An Tiฺnh, meine Mutter heisst Nguyễn An Tinh.
Mein Name ist eine einfache Variation des ihren,
nur ein Punkt unter dem i unterscheidet, differenziert, trennt mich von Ihr.
Ich war ihre Verlängerung, auch in der Bedeutung meines Namens. Ihrer meint „friedliches Aussen“, meiner „friedliches Innen“. Mit diesen fast austauschbaren Namen bestätigte meine Mutter, dass ich ihre Erweiterung war, die Fortsetzung ihrer Geschichte........ 
Zitat-Ende"


so beginnt der
“DER KLANG DER FREMDE“,
ein kleines, unmittelbar berührendes Buch von Kim Thúy.

In unvergesslichen, sinnlich und poetischen Bildern, aber auch eigenwillig, direkt und brutal, erzählt sie von einer schrecklichen Gewaltherrschaft in Vietnam von Flucht, Vertreibung und Neubeginn, von Schmerz und Freud der Erinnerung und dem täglichen Glück, das Leben neu gewagt zu haben.
Auch wenn ihre sanfte Erzählweise dem Schrecken von Krieg und Emigration nichts von seiner Abscheulichkeit nimmt, so macht es ihre bildhafte Beschreibung für uns, doch um einiges erträglicher.
Schauen Sie in das Buch: Der Klang der Fremde von Kim Thúy, schlagen Sie nach auf Seite 13 und lesen Sie ein paar Zeilen.....
Ich vermute, dass Sie danach das ganze Buch lesen möchten.
Ein kleines, feines literarisches Werk mit einer grossen, starken Aussage.






Buch-Informationen:
Verlag: Kunstmann, A; 
Auflage: 1., Aufl. (1. September 2010)
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
ISBN-13: 978-3888976797


:-)





Donnerstag, 6. Oktober 2011




Ein schönes Buch:

"Marie des Brebis" 
Der reiche Klang des einfachen Lebens. 
Eine Biografie  von Christian Signol




„Was für ein wunderbares Buch!
Ich bin ganz verzaubert von der Lebensgeschichte der Marie des Brebis."

Marie wird als Findelkind im Jahre 1901 von einem Hirten unter einem Wacholderbusch gefunden und zu einer Bauernfamilie gebracht. Dort wird sie wie eine Tochter aufgenommen. Fast ihr gesamtes Leben verbringt sie als Schafhirtin in der urwüchsigen Natur des Quercy in Frankreich. Stets ist sie von liebenswerten Menschen umgeben. Mit ihrem Grundvertrauen in das Leben und ihrem Blick auf das Gute in der Welt, erträgt sie das harte Leben dieser Zeit und alle persönlichen Schicksalsschläge: Zwei Weltkriege, der Verlust ihres ersten Kindes, die harte Arbeit ihres Mannes im Steinbruch, die ihn schliesslich seine Gesundheit kostete, die Angst um den Sohn, der sich im Zweiten Weltkrieg den Widerstandskämpfern anschloss oder das schwere Los der geliebten Tochter im fernen Paris.
Doch daneben erfährt sie in ihrem einfachen, neunzig-jährigen Leben genau soviel Wunderbares, Schönes und Erfreuliches.
Ihre positive Lebenseinstellung ermöglicht es ihr, am Ende ihres erfüllten Lebens fröhlich und dankbar zurückzuschauen.


“Nicht immer wusste ich, was Glück bedeutet: 
Dass man zufrieden ist mit dem, was man hat,
und sich selbst so akzeptiert, wie man ist.”

Dieses warmherzige und positive Buch lässt uns innehalten und vielleicht wird uns wieder einmal bewusst, dass man durch die richtigen Lebenseinstellung, mit weniger - einfach mehr zufrieden sein kann.“


Der Autor:
Christian Signol wurde 1947 in einem kleinen Dorf der Dordogne geboren. Als er mit elf Jahren in ein Internat geschickt wurde, litt er sehr unter der Trennung von seiner Familie und seiner Heimat. Dieses Gefühl der Entwurzelung wurde nach dem Studium der Literatur- und der Rechtswissenschaften zum Auslöser für seine schriftstellerische Tätigkeit. Seine Bücher wurden in Frankreich von Millionen von Menschen begeistert gelesen, erfolgreich verfilmt und mit Preisen ausgezeichnet.


Buch-Informationen:
Verlag: Urachhaus, Stuttgard
Seiten: 191
Auflage: 10.Auflage (Sept. 2007)
ISBN-13: 978-3825175801




:-)











Mittwoch, 25. Juni 2008



Bewahre Dir Deine Träume .....
Du kannst nie wissen, 
wann Du sie noch einmal brauchst.

Zitat von Carlos Ruiz Zafon, Schriftsteller



meine Buchempfehlung zu diesem grossartigen Autor:




:-)

Sonntag, 2. Dezember 2007




Eva und Heinz von Gitta Lehner







Verlagstext:
Wie eine Liebesgeschichte beginnt ... und in einer doppelten Kindstötung endet.
Warum? Was führt Menschen dazu, ihre Liebsten zu töten? «Eva und Heinz» ist eine fiktive Geschichte. Sie beginnt, wie viele reale Liebesgeschichten beginnen, und endet mit einer Tragödie, bei der die Mutter zur Kindsmörderin wird.
Eva liebt Heinz, Heinz liebt Eva. Auf der Liebeswiese in einer mittelgrossen Stadt träumen sie von ihrer gemeinsamen Wohnung, eigenen Kindern und einer wunderbaren Zukunft. Die jungen Eltern werden jedoch bald von der Realität eingeholt. Sie sind überfordert mit ihrer Beziehung, dem Umgang mit Geld und reklamierenden
Nachbarn. Während Heinz an seinem Arbeitsplatz wieder Boden unter die Füsse kriegt, betäubt Eva zu Hause ihre Ohnmacht mit Alkohol. Ihre Hilferufe werden nicht gehört. Die Isolation nimmt überhand und die Situation eskaliert: Eva tötet in ihrer Verzweiflung die eigenen Kinder.

Meine Kurzbeschreibung:
Eva und Heinz, sind ein junges Paar, wie jedes andere in unserem Land auch. Sie sind jung, unerfahren und oft noch nicht fertig ausgebildet. Sie haben kaum etwas, ausser vielen Träumen und die Zuversicht, dass sie alles im Griff haben.
Schnell wird geheiratet, aber das Zusammenleben wurde kaum geprobt. Schnell sind Kinder da, aber das „Eltern sein“ hat man nie gelernt. Schnell kommen dann auch die Probleme und das Unheil nimmt seinen Lauf bis zum tragischen Ende.
Alle schauen weg, nur Gitta Lehner sieht genau hin und dokumentiert,
abwechselnd aus der Sicht der Frau und aus männlicher Sicht, in einer flüssigen und spannende Schreibweise, dass es manchmal so kommt, wie es leider kommen muss, weil vor allem Unwissenheit und auch Unfähigkeit den Ablauf steuern.

Meine Meinung:
Ein sehr gutes und interessantes Buch. Schön, wenn man es auf den Inhalt bezieht, kann man vielleicht, bei der Tragik der Geschichte, nicht sagen. Schön und gelungen ist aber, aus meiner Sicht, die handwerkliche Arbeit der Autorin. Gitta Lehner ist für mich eine sehr gute Geschichtenerzählerin. Sie beschreibt die Umstände, die Beweggründe und die Abläufe so detailliert, als wäre sie mittendrin gestanden. Weil sie jedoch das fiktive Geschehen (das aber genau so, jeder Zeit geschehen könnte) nicht wertet, steht sie als Betrachterin doch ausserhalb.
Ich empfehle dieses Buch jedem, denn es weckt auch das Verständnis für Vorfälle, die sich in der Schweiz immer häufiger ereignen. Aber ganz besonders möchte ich dieses aufwühlende Buch jungen Lesern ans „stürmische“ Herz legen, damit sie merken, dass sich das Leben auch so entwickeln kann, wenn man vor lauter Eifer, in der Eile vergisst, zuerst ein gutes Fundament zu bauen, bevor man ein Zuhause darauf stellt.
Ich meine, das wäre doch eine gute, lehrreiche Lektüre für den Deutschunterricht in der Schule.

Die Autorin:
Gitta Lehner, 1964 in Frankfurt am Main geboren und in der Innerschweiz aufgewachsen. Sie liess sich zuerst zur Hochbauzeichnerin ausbilden, anschliessend zur Sozialarbeiterin und Wirtschaftsinformatikerin. Seit 1997 arbeitet sie bei der Caritas Luzern im Bereich der Flüchtlingshilfe und lebt mit ihrer Tochter in Reussbühl bei Luzern.

Meine Bewertung:
(Bei Personen, die ich persönlich kenne, erlaube ich mir keine Bewertung.
Ich bewundere einfach diese Leistung.)


Eva und Heinz von Gitta Lehner

Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
Verlag: Appenzeller (13. März 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3-85882-426-7
ISBN-13: 978-3-85882-426-4

:-)

Freitag, 23. November 2007




Superhero 

von Anthony McCarten





Klappentext
Eigentlich ist Donald ein ganz normaler einsamer, unglücklicher Teenager. Vor allem quält ihn die Frage: "Wie geht Liebe?" Aber er hat wenig Zeit - er ist krank. Was ihm bleibt, ist ein Leben im schnellen Vorlauf. Das schafft aber nur ein Superheld. Darum hat Donald einen erfunden - Miracleman. Aber kann Miracleman ihm helfen, oder braucht Donald ganz andere Helden?

Meine Kurzbeschreibung
Auf den ersten Blick ist Donald Delpe ein ganz gewöhnlicher Junge. Er gefällt sich in der Rolle, als 14-jähriger, magerer, schräger Vogel, der - mit in die stirngezogener Strickmütze - auf seinen grossen Füssen (Schuhgrösse 46) - mit den Händen tief in den Hosentaschen vergraben, im Rhythmus der voll aufgedrehten Musik seines iPod’, durch Nord-London stapft. Er ist, wie in diesem Alter üblich, gesegnet mit äusserst nervige Erwachsenen, einem bescheuerten, grossen Bruder und hat leider keine Chancen bei den Mädchen. Aber sonst hat er - wie „Miracleman“, der Superheld seiner Comic’s, die er leidenschaftlich und gut zeichnet - diese ganze „Scheisswelt“ voll im Griff. Doch wie sein Comic-Held mit dem Superschurken „Gummifinger“, einem wahnsinnigen Arzt, hat auch Donald in Wirklichkeit einen argen Todfeind - denn er hat Krebs. Die Prognosen sind äusserst ungünstig und Donald weiss nicht wie lange er noch zu Leben hat. Aber eines weiss er ganz gewiss - nämlich, dass er auf gar keinen Fall, als Jungfrau von der Bühne abtreten will.
Doch Donald hat Glück, entgegen seines Comic-Hero’s, der sich ganz alleine durch die Ungerechtigkeiten dieser Welt kämpfen muss, hat Donald gleich mehre Helden an seiner Seite. Da wäre vor allem der verklemmte Klinikpsychologe Adrian, der, trotz eigener Frauenprobleme mit schmerzhaften Niederlagen, Kopf und Kragen für ihn riskiert. Auch Roy, der glücklose Krankenpfleger oder die traumhaft schöne Göttin namens Tanya, die sich einer Fee gleich, um ihn kümmert.
Da kämpft für ihn aber auch sein Bruder, der sich zwar mit seinen unbrauchbaren „Anmache-Tipps als wirklich blöd erweist, und seine verzweifelten Mutter, die hingegen alles über den Krebs weiss oder letztendlich sogar sein Vater, dem das Ganze beinahe über den Kopf wächst.
Aber unser Superhero Donald vergibt nicht nur bei den Girls, eine Gelegenheit nach der anderen, so auch bei Shelly, dem süssesten Mädchen aus seiner Gegend.
Es bleiben die Fragen, schafft es „
Miracleman“ gegen Gummifinger und gewinnt Donald den Kampf gegen seinen Todfeind Krebs. Und, überwindet er die Widerstände zu einem Einstieg ins Liebesleben und gegen den unhaltbaren Zustand als jungfräulicher Junge.

Meine Meinung:
Ein richtig tolles Buch und lesenswert.
Denn Anthony McCarten ist es gelungen, fundiert, tiefgründig und doch mit ausreichend Witz versehen, die Geschichte, die kindlichen Gedankengänge und die seelischen Nöte eines todgeweihten, jungen Mannes zu erzählen.
Eine schönere, traurigere und doch zugleich mit Humor versetzte Hommage an krebskranke Kinder und deren Lebensgefühl ist kaum vorstellbar! Der Autor ist der direkten Sprache der Jugendlichen mächtig: cool, aggressiv und herablassend. Er hat sich fabelhaft in einen Jungen eingefühlt, der den Torturen der Behandlung von Chemotherapie und Bestrahlung ausgesetzt ist und wenig Chancen auf eine Zukunft über das Teenageralter hinaus hat. McCarten versteht etwas von der Einsamkeit, der Isolation und dem Ausgeschlossensein der Krebskranken und dem schwierigen Bemühen des scheinbar gesunden Umfeldes, diesen Menschen zu helfen.
Kino im Kopf.
Denn Mc Carten ist Drehbuchschreiber und in dieser Form ist auch sein
tragikomischer Roman angelegt. Mir hat diese Form sehr gefallen. Filmschnitten gleich, gibt es schnelle Szenenwechsel, kurze und präzise Situationsbeschreibungen mit stichwortartigen, aber sehr präzisen Angaben der Örtlichkeiten. Die vielfältige Betrachtungsweise der Beteiligten wird in kurzen in kurzen Absätzen geschildert. Durch diesen scheinbar nüchternen Stil entwickelt das Buch aber erst seine Größe. Ich habe von Seite zu Seite gelernt, gehofft, gewünscht, erwartet, geschmunzelt und die Seite 257 auch mit dem verschwommene Blick einer Träne gelesen. Aber es ist kein trauriger Roman, vielmehr ist es geradezu eine Mutmachende und auch mutige Erzählung, die neben der Erfüllung einer unterhaltenden Funktion, auch eine Reihe Hinweise auf die Notwendigkeit, wertfreien Verständnisses und aufrichtiger Liebe in der Begleitung todkranker Menschen aufzeigt. Auch das ist fast schon eine kleine Heldentat.

Der Autor
Anthony McCarten, geboren 1961 unter dem Vulkan Mount Taranaki im neuseeländischen New Plymouth, schrieb als 25jähriger mit seinem Freund Stephen Sinclair (Drehbuchschreiber der 'Herr der Ringe'-Trilogie) 'Ladies Night', einen weltweiten Theaterhit um vier Loser ohne Job, Geld und Liebesleben, die eine Männerstrip-Gruppe gründen.
Seither schrieb McCarten 11 weitere Theaterstücke, mehrere Drehbücher, Gedichte, einen Kurzgeschichtenband und drei Romane, von denen der zweite ('The English Harem', bei Diogenes als 'Der englische Harem' in Vorbereitung), eine Tragikomödie über Liebe, Essen und Islam, auch im Nahen Osten für Furore sorgt und, von ITV verfilmt, 2005 in England ein Bestseller wurde. Anthony McCarten wohnt in Los Angeles, Wellington und im englischen Gloucestershire, wo er gegenwärtig die Verfilmung von 'Superhero' vorbereitet und seinen vierten Roman
abschließt.

Meine Bewertung: 5 von 6

McCarten, Anthony: Superhero
Gebundene Ausgabe: 302 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (März 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257065752
ISBN-13: 978-3257065756


:-)

Samstag, 3. November 2007




Small World 

von Martin Suter




Kurzbeschreibung
(ein Fremdtext)
Konrad Lang steht seit Jahren im Dienste der Familie Koch. Die Kochs sind sehr reich, den sie führen einen riesigen Konzern. Elvira Koch, Witwe des Gründers der Kochwerke, nahm Konrad als Kleinkind zu sich auf, als dessen Mutter sich einfach aus dem Staub gemacht hat. Doch sie bevorzugt ständig ihren eigenen Sohn, Thomas Koch. So musste Konrad (genannt Koni) schon als Kind immer das mitmachen, was Thomas auch tat. Ausgemacht hat das Koni jedoch nie allzu viel. Auch später steht er der Familie Koch stets als Handlanger zu Diensten. Er ist Hausmeister von Ferienhäusern der Familie, etc.. Warum die Kochs Koni immer mit durchziehen, versteht eigentlich keiner so recht. Elvira begründet es immer damit, dass sie Mitleid mit ihm habe. Aber eigentlich steckt ganz was anderes dahinter. Etwas, das schon lange Zeit zurückliegt und an das sich am besten niemand mehr erinnert soll, da dies für die Kochwerke gefährlich werden kann. Wie unpraktisch, dass Koni im fortgeschrittenen Alter an Alzheimer erkrankt und sich immer mehr in den vergangen Tagen wieder findet und davon plaudert... So nimmt das unheil seinen Lauf

Mein Kommentar:
Eines der besten Bücher die ich gelesen habe.
Positiv:
Verständnis für Alzheimer, Einsicht in Industriellengesellschaft, Gesellschaftskritik und alles verpackt in einen Krimi, ab dem ersten Drittel spannend, sehr grosses Fachwissen, sehr gut recherchiert
Negativ
Am Anfang ziemliche Verwirrung durch sehr viele Namen. (oder leide ich etwa auch schon an…)
Auch oft abrupte Wechsel von Ort, Zeiten und Geschehen

Meine Bewertung:
6 von 6
Suter, Martin: Small World
Taschenbuch:
323 Seiten
Verlag:
Diogenes Verlag; Auflage: 25., Aufl. (Oktober 2000)
Sprache:
Deutsch
ISBN-10:
3257230885
ISBN-13:
978-3257230888


:-)



Zusammen ist man weniger allein 

von Anna Gavalda






Kurzbeschreibung:

Philibert (36) ist eigentlich ein Genie. Doch sobald er mit anderen Menschen spricht, gerät er gewaltig ins Stottern. Camille (26), dürr wie eine Bohnenstange, arbeitet als Putzhilfe. Keiner, der sie einmal malen gesehen hat, versteht das, denn sie ist ein Genie. Und Franck (34), der als Koch in einem Gourmet-Lokal schuftet, ist ein kleines, ruppiges Großmaul, mit einem grossen Herz.
Zu dieser illustren Wohngemeinschaft gesellt sich eines Tages noch Francks Großmutter, die 83-jährige Paulette. Nach einem Unfall sollte sie eigentlich ins Altersheim abgeschoben werden. Diese vier, denen im Leben noch nicht allzu viel Menschlichkeit oder gar Glück begegnet ist, teilen miteinander bald mehr als nur Wohnung und Kühlschrank, denn ''zusammen ist man weniger allein''.

Mein Kommentar
Eines der schönsten Bücher, die ich gelesen habe. Jeder Satz ist liebevoll geschrieben und die wunderschönen Beschreibungen der Charaktere und Handlungsplätze versetzen einem ins Geschehen als ob man dabei wäre.
Kein spektakuläres Buch, aber eines, bei dem man sich während des Lesens immer wieder wünscht, dass einem solche Menschen begegnen möchten, wenn man alleine ist oder sich alleine fühlt.
Kein Wunder also, dass es über 50 Wochen auf der Bestseller-Liste des Spiegel stehen durfte.
Zwei Bemerkungen noch, die mich speziell betreffen:
Beim Lesen dieses Buches habe ich wieder einmal mehr gemerkt, dass ich den schönsten Beruf der Welt hatte. Vielleicht hätte ich ihn einfach etwas anders ausüben sollen, mehr als Kunst statt als Broterwerb. Z
udem sind Köche vielleicht einfach auch andere Menschen, Menschen mit einer harten Schale und einem gefühlvollen Kern.
Zweitens, hätte ich bis heute je ein Buch geschrieben, dann am liebsten dieses und würde ich je ein Buch schreiben, dann hoffentlich ein solches.
Übrigens gibt es inzwischen auch ein Film davon. (Etwas zu vergleichen mit „Die fabelhafte Welt der Amélie und ebenfalls mit der anmutigen Audrey Tautou in der Titelrolle)


Meine Bewertung: 6 von 6

Gavalda, Anna: Zusammen ist man weniger allein

Broschiert:
558 Seiten
Verlag:
Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 10., Aufl. (Oktober 2006)
Sprache:
Deutsch
ISBN-10:
3596173035
ISBN-13:
978-3596173037



:-)