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Mittwoch, 1. April 2015

Das Paradies auf Erden






Wenn Du ein Dach über dem Kopf hast,
ein eigenes Bett besitzt,
Deine Kleider in einem Schrank aufbewahrst und
sogar die Esswaren in einem Kühlschrank kühlst 

––––

dann bist Du statistisch gesehen
reicher als 75 Prozent der
 Weltbevölkerung.

 

Wenn Du auch Geld auf der Bank und in Deinem Portemonnaie hast,
dann gehörst Du sogar zu den privilegiertesten 8 Prozent dieser Welt.

Also Grund genug 
um zufrieden und dankbar zu sein 
– 
denn:
 33 % sind ohne Stromanschluss
 16 % besitzen keinen eigenen Wasseranschluss
 22 % keinen Zugang zu Trinkwasser
 15 % können weder lesen noch schreiben
 13 % unterernährt

––––

Sorge Dich, als hättest Du keine Sorgen.
Arbeite, als bräuchtest Du kein Geld.
Tanze, so wie Du tanzen kannst.
Singe, als ob niemand es höre.
Liebe, als hättest Du noch nie geliebt.
Lebe, als sei das Paradies hier auf Erden.



;)

Dienstag, 30. September 2014

Die Kultur entstand am Lagerfeuer







Die Kultur entstand am Lagerfeuer

Die US-Anthropologin Polly Wiessner von der Universität von Utah glaubt, dass die Beherrschung des Feuers, durch den Menschen, vor etwa zwei Millionen Jahren, entscheidend zu seiner Entwicklung beigetragen hat.
Der Mensch konnte fortan nicht nur Raubtiere abwehren und Fleisch garen, das zusätzliche Licht hat dem Menschen den nutzbaren Tag um rund vier Stunden verlängert, die er der Gemeinschaft widmen konnte, ohne die produktiven Aktivitäten des Tages zu vernachlässigen.
Affen gingen einfach schlafen, wenn die Sonne unterging, während der Mensch die zusätzlich nutzbare Zeit unter anderem für Gespräche am Lagerfeuer verwendete. Dieser Austausch am Feuer spielte eine wichtige Rolle für die soziale und kulturelle Evolution unserer Gattung und waren wichtig für die Entwicklung des menschlichen Gehirns.
Die zusätzlichen Stunden in der Gemeinschaft förderten unsere kognitiven Fähigkeiten – u.a. die Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit, die Erinnerung, das Lernen, das Problemlösen, die Kreativität, das Planen, die Orientierung, die Imagination, die Argumentation, der Wille, das Glauben und auch die Emotionen. Es gab uns die Gelegenheit, Empathie und erdachte Gemeinschaften zu entwickeln.
Auch die Fähigkeit zu verstehen, was andere Menschen fühlen und was sie über andere Menschen denken waren entscheidende Vorteile bei der Entwicklung unserer Spezies.

Für all das ist unter anderem auch der Feuerschein mitverantwortlich.



Russian campfire
Bild: Eduard Bachmakov McEnroe (Eigenes Werk) 
Lizens: CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], 
via Wikimedia Commons 






;)

Mittwoch, 8. Januar 2014







Schneekristall

100 Trillionen Moleküle hat ein einziger Schneekristall, das sind drei Millionen Mal mehr als es in der Milchstrasse Sterne gibt. 
Jeder Schneekristall ist einzigartig, wie ein eigenes Universum. 
Der mittlere Durchmesser von Schneeflocken beträgt ca. fünf Millimeter, bei einem Gewicht von 4 Milligramm. Die grösste je gesehene Schneeflocke hatte jedoch einen Durchmesser von 38 Zentimetern.Fällt eine Schneeflocke auf Wasser, dann erzeugt sie einen schrillen hohen Ton mit einer Frequenz von 50 bis 200 Kilohertz, der für Menschen unhörbar ist.

Eines haben sie aber alle gleich gleich: Sie sind alle sechseckig. 
Je nach Druck und Temperatur können sie als Nadeln, Säulen, Becher, Plättchen und Sterne auftreten.

Auf unserer Meereshöhe fehlen die Schneeflocken in diesem Jahr (noch) vollständig.
Aktuell haben wir tagsüber meistens mehr als 10 Grad bei schönstem, frühlingshaftem Wetter. Die Schneefallgrenze liegt momentan bei ca 2500 m ü. M.
Mir gefällt das!
Ich kann mich auch kaum erinnern, dass es je so angenehm war, die Weihnachtsbeleuchtung draussen abzuräumen.




Schneekristalle auf der Autoscheibenwaschdüse


;)




Freitag, 15. November 2013

Irrtümer und Mythen – Die Ernährung







Irrtümer und Mythen
In der Ernährung



Die aufgetischten Mythen und Mären rund ums Essen und Kochen halten sich hartnäckig – obwohl viele offensichtlich falsch sind.

Dazu kommt, dass das, was vor wenigen Jahren noch als richtig galt, ja sogar propagiert wurde, heute zum Teil wieder komplett widerlegt ist. Somit lohnt es sich, die eigenen Rituale und Gewohnheiten von Zeit zu Zeit wieder einmal zu überdenken. Auch dafür ist diese nachfolgende Aufstellung gedacht.

Ich möchte jedoch explizit darauf hinweisen, dass die aufgeführten Ernährungs-Irrtümer nur zum Teil „wissenschaftlich“ belegt sind. Darum sind die Behauptungen mit Vorsicht und Menschenverstand zu geniessen, denn jeder schreibt halt gerne, was ihm, seiner Absicht oder Überzeugung oder seinem Produkt nützt. Ich habe die ausgewählt, die mir am glaubwürdigsten erscheinen.

Und nun viel Vergnügen!






Blattsalat ist besonders reich 
an Vitaminen und Ballaststoffen.

Das stimmt nicht! Der beliebte Kopfsalat ist eine echte Niete, denn ein Kopfsalat besteht zu über 95 % aus Wasser und hat 
kaum Nährwert – wenige Ballaststoffe, wenig Kalium, wenig Magnesium und kaum Vitamine. Die Vitamine muss man sich mit verschiedenem, rohem Gemüse in die Salatschüssel holen. Dafür hat Blattsalat aber auch keine Kalorien und ist darum ein hervorragender „Magenfüller“ und somit doch „sehr gesund“.



Angemachter Salat wird schnell schlecht.

Das stimmt so nicht. Der Salat wird eigentlich nicht schlecht, er wird nur weich. Osmose zieht das Wasser aus dem Blättern. Fehlender Innendruck macht die Blätter weich. Essen kann man den Salat nach wie vor, wobei er einem vermutlich nicht mehr so richtig schmeckt. Angemachte Salate sollten immer im Kühlschrank und nur für kurze Zeit aufbewahrt werden.


Autor: Rasbak from nl - Lizenz: GNU – via Wikimedia Commons


Rohkost ist in jedem Falle gesund.

Das stimmt nicht. Im Gegenteil Rohkost ist zum Teil schwer verdaulich. Daher kann es bei übermässigem Verzehr zu Blähungen und Verdauungsstörungen kommen. Spinat, Broccoli und Lauch sind gekocht leichter verdaulich. Auch die Inhaltsstoffe bestimmter Nahrungsmittel werden vom Körper besser verwertet, wenn sie gekocht sind.



Gekochtes Gemüse enthält keine Vitamine.

Das stimmt nicht! Der Verlust an Vitaminen und Mineralstoffen kann minimiert werden, wenn das Gemüse mit sehr wenig Wasser gedämpft wird. Einige wichtige Inhaltsstoffe wie Ballaststoffe, das Lycopin der Tomate und weitere Antioxidantien bleiben beim Kochen erhalten und können teilweise sogar noch besser für den Körper verfügbar werden.



Gefrorenes Gemüse enthält weniger Vitamine als „Frisches“.

Das stimmt meistens nicht. Ausser das „frische“ Gemüse kommt direkt aus dem Garten. Aber vom Supermarkt ist das Gemüse oft einige Tage alt und kann darum über 50 Prozent weniger Vitamine haben. Gefrorenes Gemüse hingegen wird meistens innert 24 Stunden schonend verarbeitet, schockgefroren und in licht- und luftdichte Verpackungen gesteckt. Dieses Gemüse sollte noch im tiefgefrorenen Zustand gegart und nicht zu lange gekocht werden.



Spinat enthält viel Eisen.

Das stimmt ganz bestimmt nicht! Die Annahme, dass Spinat viel Eisen enthält, ist durch einen Rechenfehler entstanden. Urheber der Angaben war der Schweizer Physiologe Gustav von Bunge, der Ende des 19. Jahrhunderts den Eisengehalt berechnet hatte. Seine Werte waren noch richtig.

Später hat jedoch jemand übersehen, dass die Angaben sich auf getrockneten Spinat bezogen, nicht auf frischen. Da Spinat zu 90 Prozent aus Wasser besteht, steckten nicht beeindruckende 35 Milligramm, sondern im Schnitt nur 3,5 Milligramm Eisen in 100 Gramm frischem Spinat. Selbst Schokolade und Hülsenfrüchte haben etwa doppelt so viel. Sehr viel Eisen enthält die Schweinsleber (22 mg)



Karotten schärfen die Augen.

Das stimmt leider auch nicht. Einzige kleine Ausnahme: Das Vitamin A aus den Karotten wird zum Aufbau des Sehpurpurs in der Retina (Netzhaut) benötigt. Denn das Dämmerungssehen wird bei Vitamin-A-Mangel beeinträchtigt, der kommt bei uns aber höchst selten vor. Die normale Nahrung enthält genügend Vitamin A (Eier, Butter, Milch, Käse und Seefisch) und schützt uns sicher vor der Nachtblindheit.

Dass man keine Hasen mit einer Brille sieht, muss also andere Ursachen haben.



Peperoni sind gut für die Verdauung.

Das stimmt nicht und ist nicht zu empfehlen. Denn alle scharfen Speisen reizen die Magen- und Darmschleimhaut und können auf Dauer zu Magen- und Darmbeschwerden führen.



Vitamine – je mehr, desto besser.

Das stimmt nicht! Vitamine kann man nicht unbegrenzt essen. Eine Überdosierung von Vitaminen kann sogar Gesundheitsschäden zur Folge haben. Aufpassen sollte man vor allem bei Beta-Karotin und den fettlöslichen Vitaminen A, D, E, und K.



Vitamin C schützt vor Erkältungen!

Das stimmt nicht! Getreu dem Motto „Viel hilft viel“ versuchen wir, eine herannahende Erkältung mit jeder Menge Vitamin C zu unterdrücken. Trotz dieser allgemein verbreiteten Meinung, gibt es für eine solche Behauptung bisher keine Bestätigung. Vielmehr wird das Überschüsse Vitamin C unverbraucht wieder ausgeschüttet. Trotzdem sollte auf eine dauerhaft gute Versorgung mit Vitamin C zur Stärkung des Immunsystems durch eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse geachtet werden..

Eine dauerhafte Überdosierung von Vitamin C durch Präparate kann jedoch zu krankhaften Erscheinungen führen.



Sportler brauchen Vitaminpräparate.

Das stimmt nicht! In gut kontrollierten Studien konnte durch eine bedarfsüberschreitende Vitaminzufuhr nie ein messbarer Erfolg erzielt werde. Eine zusätzliche Vitaminaufnahme von Sportlern führt in erster Linie dazu, dass die Abwässer aus Sportanlagen mit Vitaminen besonders belastet sind.



Kiwis sind die grössten „Vitamin-C-Bomben“.

Stimmt nicht. Erdbeeren, Orangen u. viele andere exotische Früchte enthalten ähnlich viel Vitamin C.



Kiwis kommen ursprünglich aus Neuseeland.

Auch das stimmt nicht – auch wenn die meisten der heute weltweit konsumierten Kiwis aus Neuseeland kommen.

Die ersten den Europäern bekannten Kiwifrüchte wurden Mitte des 19. Jahrhunderts am Jangtse in China gefunden. Erst im Jahr 1906 kamen die ersten Kiwi-Pflanzen nach Neuseeland und wurden dann dort angebaut.



Ein Apfel pro Tag deckt den notwendigen Vitaminbedarf.

Das stimmt nicht! Der tägliche Vitaminbedarf eines Menschen übersteigt den Vitamingehalt eines Apfels bei weitem. Täglich fünf Portionen Obst oder Gemüse sollten es sein!


Autor: Abhijit Tembhekar from Mumbai, India - Lizenz: CC-BY-2.0 - via Wikimedia Commons.


Bananen machen glücklich.

Das stimmt so nicht. Oder höchstens auf langen "Umwegen". Bananen enthalten zwar relativ viel Tryptophan, einem Vorläuferstoff des Botenstoffs Serotonin. Serotonin, das ähnlich wie Endorphin wirkt, gilt als durch die Ernährung zu beeinflussender "Glücksbringer”. Er fördert die Tiefschlafphase, senkt die Schmerzempfindlichkeit und steigert die Geselligkeit oder vermittelt Zufriedenheit. Damit der Körper ausreichend Serotonin bilden kann, muss er jedoch besonders viel Tryptophan aufnehmen.



Erdnüsse sind Nüsse.

Das stimmt nicht! Erdnüsse sind, im botanischen Sinne, Bohnen. Sie gehören zu den Hülsenfrüchten wie die Erbsen und Linsen, die ihre Samen durch eine elastisch-ledrige Hülse schützen. Die Hülsenfrüchte wachsen im Erdreich, deshalb der Name „Erdnuss“. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hülsenfrüchten sind Erdnüsse allerdings roh geniessbar.



Probiotische Joghurts sind gesünder als normale Joghurts.

Das stimmt nicht! Dass sie vielleicht die Darmflora etwas mehr unterstützen – vor allem wenn täglich immer der gleiche Joghurt mit den gleichen Bakterienstämmen gegessen wird – dazu fehlen entscheidende wissenschaftliche Studien. Insbesondere die Menge der in dem Joghurt enthaltenen lebenden Bakterienkulturen, die zum Teil von der Magensäure abgetötet wird, scheint nach derzeitigem Stand der Wissenschaft völlig unzureichend für irgendeine Wirkung.

Probiotische Joghurts, bauen den Darm nach einer Antibiotikatherapie schneller auf und verbessern das Immunsystem des Darms, aber sie schützen keinesfalls vor Erkältungen. Normaler Joghurt (ungesüsst) ist genauso gesund und viel preiswerter. 
 


Eine warme Mahlzeit am Tag muss sein.

Das stimmt nicht! Es spielt keine Rolle, ob man das Essen kalt oder warm zu sich nimmt, solange der Körper die richtigen Nährstoffe bekommt. Jedoch ist eine ausgewogene Ernährung ohne warme Mahlzeit nicht möglich. Denn viele Lebensmittel dürfen nur gekocht gegessen werden - etwa Kartoffeln, Linsen und Bohnen. Doch das hat nicht täglich zu geschehen. Bei Fleisch kommt noch dazu, dass beim Erhitzen Keime abgetötet werden.



Trennkost ist leichter verdaulich als Mischkost.

Das stimmt nicht. Die Annahme, der Mensch könne Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse gleichzeitig schlechter verdauen, wurde bisher nicht wissenschaftlich bewiesen. Auch für eine Gewichtsabnahme gibt es keine wissenschaftlichen Ergebnisse, wobei das veränderte Essverhalten durchaus einen positiven Effekt auf das Gewicht haben kann.



Frisches Brot ist ungesund.

Das stimmt natürlich nicht. Das einzige, was passieren kann, wenn man frisches Brot isst, sind Blähungen und möglicherweise bei manchen Menschen Magen- oder Sodbrennen.

Die Behauptung, dass frisches Brot ungesund ist, stammt vermutlich aus einer Zeit, als Brot so elementar wichtig war, dass man, damit nichts verschwendete, immer zuerst das „alte“ Brot aufessen musste, bevor der frische Laib angeschnitten wurde.



Dunkles Brot 
ist gesund.

Das stimmt nicht immer! Nicht die Farbe ist entscheidend, sondern der Vollkornanteil, denn Vollkornbrot enthält mehr Vitamine und Mineralstoffe als reines Weizenbrot. Aber Achtung, nicht jedes dunkle Brot ist auch immer ein Vollkornbrot! Deklaration beachten!


Autor: Adrian Michael - Lizenz: GNU  - via Wikimedia Commons


Vollmilch enthält mehr Protein und Calcium als entrahmte Milch.

Das stimmt nicht! Der Gehalt an Eiweiss und Calcium ist nicht abhängig vom Fettgehalt! Ein Blick auf die Nährstofftabelle zeigt das deutlich.



Margarine ist gesünder als Butter.

Das stimmt auch nicht! Der Energiegehalt ist bei beiden annähernd gleich. Während Butter mehr gesättigte Fettsäuren enthält, kann Margarine auch trans-Fettsäuren enthalten. Viele Margarinen haben einen hohen Gehalt an Linolsäure, während der Gehalt an der günstigeren Linolensäure relativ niedrig ist. Mit Butter als auch mit Margarine sollte man sparsam daher umgehen.



Kinderlebensmittel wie Milchschnitte ist gesund.

Das stimmt überhaupt nicht. Diese so genannten spezielle Milch-Mischprodukte sind in der Regel nichts anders als relativ teure Süssigkeiten, die mit 60 Prozent einen höheren Zucker- und Fettanteil haben als eine Rahm- (Sahne-) Torte. Ein besonderer gesundheitlicher Nutzen oder Wert (wie z.B. einen hohen Milchanteil) ist nicht erkennbar.



Weisse Schokolade enthält mehr Milch als dunkle.

Das stimmt nicht! Die Farbe der Schokolade hat nichts mit dem Milchanteil zu tun. Weisse Schokolade enthält zartgelbe Kakaobutter statt braunem Kakaopulver.



Schokolade und fettreiche Nahrung verursachen Pickel und Akne.

Das stimmt nicht! Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) ist kein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Verzehr einzelner Lebensmittel – wie Schweinefleisch, Wurst, Vollmilch, fetter Käse, Nüsse, Süssigkeiten, Schokolade, Gebäck, Torten, Seefisch und Schalentiere, jodiertes Speisesalz, scharfe Gewürze, Kaffee und Alkohol – und der Entstehung von Akne fest-gestellt worden. Die Akne ist weder Symptom einer Allergie noch Symptom einer Nahrungsmittel-Intoleranz. Bei Akne steht die ärztliche Behandlung und nicht die Ernährung im Vordergrund.



Honig ist gesünder als Zucker.

Das stimmt leider auch nicht. Zwar enthält Honig mehr Vitamine und Mineralstoffe als Haushaltszucker, die zusätzlichen Mengen sind aber sehr gering und deshalb zu vernachlässigen. Auch die im Honig enthaltenen viel gepriesenen Enzyme verlieren durch die Salzsäureeinwirkung und die eiweissspaltenden Enzyme im Magen leider ihre Wirksamkeit. Auch der Kaloriengehalt ist gleich gross.

Darum: Auch mit Honig sollte man sparsam umgehen und Säuglinge dürfen keinen Honig bekommen (Botulismus - Vergiftung mit Tod durch Ersticken oder Herzstillstand).



Honig im heissen Tee bei Halsschmerzen oder in der heissen Milch schmeckt zwar gut, nützt aber überhaupt nichts. Denn Hitze zerstört die antibakteriellen Stoffe des Honigs.

Darum rät der Fachmann: Den Kräutertee aufgiessen, abkühlen lassen und den Honig erst einrühren, wenn der Tee „trinkwarm" ist. Nur bis 40 Grad bleibt die antibakterielle Wirkung erhalten.



Traubenzucker stammt aus der Weintraube.

Das stimmt nicht - mehr! Heute wird der Einfachzucker, Fachleute nennen ihn Glucose (oder Glukose), nicht mehr aus den Trauben, sondern vielmehr aus Kartoffeln, Mais oder Weizen mit Hilfe von Enzymen gewonnen. Auf ähnliche Weise wird auch der Malzzucker oder, man glaubt es kaum, der Fruchtzucker „gewonnen“.



Fruchtzucker ist gesünder als normaler Zucker.

Das stimmt leider nicht! Weil Obst eben gesund ist, muss logischerweise auch der Zucker im Obst gesund sein, meint man. Ein grosser Irrtum! Egal, ob er aus der Fabrik oder aus der Frucht kommt. Zucker bleibt Zucker.



Brauner Zucker ist gesünder als weisser Zucker.

Auch das stimmt nicht! Kandisfarin oder Roh-Rohrzucker enthält zwar etwas mehr Mineralstoffe, vor allem Kalium, Aminosäuren und Vitamine der B-Gruppe als weisser Raffinadezucker (Haushaltszucker). Diese Mengen sind jedoch so gering, dass sie nicht wesentlich zur Nährstoffversorgung beitragen können. Brauner Rohzucker ist weder zahnfreundlicher, noch gesünder, noch besser für die Figur.



Fleisch muss heiss angebraten werden, damit sich die Poren schliessen.

Das stimmt auch nicht! Fleisch hat gar keine Poren, die sich schliessen könnten, damit Fleisch saftiger bleibt. Tests haben gezeigt, dass bei niedrigen Brattemperaturen nicht mehr Saft austritt. Es können jedoch beim Anbraten mit hoher Temperatur Röststoffe entstehen, die dem Fleisch mehr Geschmack verleiht.



Grillen gefährdet die Gesundheit.

Das stimmt so nicht! Man kann auch gesund grillen. Man sollte aber darauf achten, dass das Fett nicht auf die Glut tropft, denn durch die Verbrennung können krebserregende Benzpyrene gebildet werden. Auch mariniertes Fleisch sollte vorher gut abgetupft werden. Gepökelte Fleisch- und Wurstwaren gehören nicht auf den Grill! Hier können krebserregende Nitrosamine entstehen.



Schweinefleisch ist extrem fettreich.

Das stimmt nicht mehr! Fütterung und Zucht haben stark geändert, darum ist der Fettanteil beim Schweinefleisch heute deutlich geringer. Schnitzel und Geschnetzeltes haben mit rund 5 % Fettanteil nur noch das Doppelte einer Pouletbrust. Koteletts haben ca. 10 % Fettgehalt.



Aufgetautes Fleisch darf nicht wieder eingefroren werden.

Das stimmt nicht immer! Zumindest nicht aus gesundheitlicher Sicht. Im Kühlschrank aufgetautes Fleisch erneut einzufrieren ist völlig unbedenklich. Denn Fleisch, Fisch und Geflügel dürfen niemals bei Zimmertemperatur aufgetaut werden, weil sich dabei Mikroorganismen bilden oder vermehren können.

Jedoch verliert das Fleisch bei jedem Auftauen Saft und kann dann beim Zubereiten etwas trocken werden.



Currywurst schützt vor Alzheimer.

Das stimmt überhaupt nicht! Die Studie eines italienisch-amerikanischen Forscherteams, dass der im Curry enthaltene Farbstoff Curcumin möglicherweise Mäuse vor Alzheimer schützen soll, wurde weder an menschlichen Nervenzellen noch im kontrollierten Langzeitversuch am Menschen durchgeführt. Der hohe Fett- und Energiegehalt der Currywurst, der eine Überernährung begünstigen dürfte, würde somit vermutlich mehr schaden.



Frische Eier schmecken am besten.

Das stimmt nicht! Fachleuten versichern, dass ein Ei zehn Tage braucht, um sein volles Aroma zu entwickeln. Auch verschiedene Testessen haben gezeigt, dass 14 Tage alte, hartgekochte Eier besser schmecken als drei-, aber auch besser als 21 Tage alte Eier.



Braune Eier sind besser als weisse.

Das stimmt überhaupt nicht! Wenn Hennen das gleiche Futter in gleichen Mengen bekommen, ist der Nährstoffgehalt genau gleich. Die Eierschalenfarbe ist abhängig von der Rasse des Huhnes, also rein genetisch bedingt, so wie bei uns die Haut- oder Haarfarbe. Den marktstrategischen Effekt, dass Verbraucher braune Eier mit Bio-Qualität, gut und gesund gleichsetzen, weisse jedoch mit Käfighaltung und eher als schlecht beurteilen, das haben sich die Bio-Eier-Produzenten geschickt zunutze gemacht.


Autor: Kacper "Kangel" Aniołek - Lizenz: GNU via Wikimedia Commons


Der Ei-Dotter: je gelber, desto besser.

Das stimmt nicht! Über die Qualität eines Eis verrät die Dotterfarbe absolut nichts. Denn die Farbe hängt ausschliesslich vom Futter ab. Je mehr Mais und Gras, desto gelber die Eidotter. Entgegen der allgemeinen Annahme haben Hühner aus Käfighaltung durch die Zugabe von synthetischen Carotinoide (Carotin), oft die beliebtere kräftige Dotterfarbe.



Man sollte nicht mehr als drei Eier pro Woche essen.

Die meisten Gesundheitsbehörden und Beratungseinrichtungen für Herzkrankheiten empfehlen mittlerweile keine Beschränkung mehr, solange die Eier Teil einer insgesamt ausgewogenen und gesunden Ernährung sind, die nur wenig gesättigte Fettsäuren enthält und, Eier sind arm an gesättigtem Fett.

Das an Cholesterin reiche Eidotter (etwa 225 mg in einem mittelgrossen Ei) beeinflusst den Blutspiegel im Allgemeinen nur unerheblich.



Gewaschene Pilze haben weniger Aroma.

Das stimmt nicht. Das Pilzaroma ist gar nicht wasserlöslich. Pilze saugen sich auch nicht mit Wasser voll, sie sind keine Schwämme. Vielmehr bestehen sie selbst zu 97 Prozent aus Wasser - und mehr als drei Prozent ihres Eigengewichts können sie nicht zusätzlich Wasser aufnehmen.



Aufgewärmte Pilz- oder Spinatgerichte sind giftig.

Stimmt auch nicht! Auch diese Gerichte kann man wieder „aufwärmen“, wenn die Reste rasch abgekühlt wurden – zum Beispiel im Eiswasser oder „dünn und weit“ ausgelegt – und danach zugedeckt im Kühlschrank 
aufbewahrt werden. Anderntags müssen sie dann „erwärmt“, gut erhitzt (auf über 70 Grad) werden.

Nur kleine Kinder sollten keinen aufgewärmten Spinat essen. Ihre Enzymsysteme sind noch nicht vollständig entwickelt, und ihr Hämoglobin bindet Nitrit stärker 
als das von Erwachsenen. Das kann den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigen.



Muscheln: nur in Monaten mit «r».

Das stimmt nicht – mehr! Früher, ohne modernen Kühlmethoden wurde das empfohlen. Heute sind die Schalentiere, sofern ordnungsgemäss gekühlt und gelagert, auch in der warmen Jahreszeit, zwischen Mai und August geniessbar.

Nur wenn sich im Hochsommer im Meer, mitunter für kurze Zeit, giftige Algen entwickeln können, müsste der Vertrieb vorübergehend unterbrochen werden. Aber auf diese Gifte werden alle Muscheln heutzutage untersucht, das ist gesetzlich vorgeschrieben.



Fisch muss schwimmen.

Das stimmt nicht, vor allem wenn damit „im Alkohol" gemeint ist. Denn Fisch ist äusserst gut verdaulich. Aus ernährungsphysiologischer Sicht gibt es absolut keinen Grund für einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf im Zusammenhang mit fischreicher Kost. 
 


Auf Steinobst kein Wasser 
trinken.

Stimmt nicht! Es konnte keinen Zusammenhang zwischen Bauchschmerzen, Wasser und Steinobst nachgewiesen werden.



Kräutertee ist gesünder als Kaffee.

Das stimmt so nicht, da man diese beiden Getränke schlecht miteinander vergleichen kann. Trotzdem sollten nicht mehr als 3 bis 4 Tassen Kaffee am Tag getrunken werden. Der Rest darf dann aber gerne ungezuckerter Kräuter-„Tee“ sein.



Jeder Aufguss ist auch ein Tee.

Das stimmt nicht! Aber Tee ist ein Aufgussgetränk. Denn als Tee bezeichnet man nur ein Getränk, das mit einem Bestandteil der Teepflanze (grüne oder fermentierte (schwarze) Teeblätter, Teeblüten etc.) aufgegossen wurde. Alle anderen heissen Aufgüsse (Kräuter, Beeren, Früchte, Gewürz usw.) sind eben einfach Aufgüsse, die aber trotzdem gut schmecken.



Kaffee entzieht dem Körper Wasser.

Stimmt nicht! Ob Wasser oder Kaffee macht kaum Unterschied. Trinkt man reines Wasser, scheidet man 81 Prozent davon über den Urin wieder aus; bei Kaffee sind es 
84 Prozent. Doch für Personen die zu wenig trinken, ist es sinnvoll, zum Kaffee auch ein Glas Wasser zu trinken.



Wasser trinken – je mehr, 
desto besser.

Viel trinken soll gesund sein, schlank machen und zudem die Haut straffen.

Stimmt nicht! Wissenschaftlich ist nichts davon erwiesen. Gesunden Erwachsenen reichen 1,5 - 2 Liter aus, um den täglichen 
Bedarf des Körpers zu decken. Nur bei Ausdauersport oder starker Hitze sind bis zu drei Liter Wasser nötig. Übermässiges Trinken kann einen starken Salzmangel verursachen, was beim Sport schlimmstenfalls zu einem Hirnödem führen kann.



Ein Glas Rotwein am Tag verlängert das Leben.

Das stimmt nicht. Der Mythos vom langen und gesunden Leben speziell durch Rotweinkonsum ist wissenschaftlich nicht erwiesen.

Zwar kann bei niederen Lebewesen wie Hefen und Fadenwürmern eine lebensverlängernde Wirkung von Resveratrol, dem entscheidenden Stoff in den Weintrauben eindeutig nachgewiesen werden. Doch schon bei Fruchtfliegen, Zahnkärpflingen und Mäusen sind die Forschungsergebnisse sehr unterschiedlich.

Als Radikalfänger funktioniert jedoch genauso gut Traubensaft, Weintrauben oder anderes Obst – und hier sind die gesunden Antioxidantien sogar in höherer Konzentration enthalten als im Wein. Und gesünder ist es eben auch, denn bereits ab mehr als ¼ Liter Wein im Tag wird die Leber und das Gehirn durch den Alkohol deutlich ungünstig belastet.



Guter Wein braucht einen Korkverschluss zum „Atmen“.

Das stimmt nicht: Im Gegenteil: Wein darf keine Luft „von ausserhalb“ bekommen! Darum wird der Wein liegend gelagert und schon immer wurden deshalb die hochwertigsten Weine absolut luftdicht mit Siegellack überzogen.



Sekt bleibt mit Löffel länger frisch.

Die Mär vom Löffel im Flaschenhals ist eine Schnapsidee! Versuche haben ergeben, dass die Löffelgeschichte ein Mythos ist. Daher raten alle Experten zu einem dichten Sektflaschenverschluss. Ausserdem sollte man den Schaumwein gleich nach dem Öffnen kühlstellen, weil das Kohlendioxid bei Zimmertemperatur sehr schnell entweicht. Damit der Sekt frisch bleibt… einfach den Korken nie rausziehen – oder sonst, so schnell wie möglich trinken!


Autor: Kris Bradley - Lizenz: CC-BY-2.0 via Wikimedia Commons


Bier auf Wein - das lasse sein.

Das stimmt nicht! Wichtiger sind die Reinheit des getrunkenen Alkohols, die Alkoholmenge, die allgemeine Verfassung, das Geschlecht und das Gewicht. Alkopops, zu stark geschwefelter Wein, billige Brände bzw. Schnäpse, Fruchtliköre und sowie einige Biere enthalten oft besonders hohe Mengen an Fuselalkoholen, die zu leichten Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit führen.

Alkohol entzieht dem Körper ausserdem Wasser. Darum sollten man nach jedem zweiten Glas „Alkohol“, ein Glas Wasser trinken.



Bei Durchfall helfen Cola und Salzstangen.

Das stimmt nicht! Um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust (z.B. Salze wie Kalium) auszugleichen, braucht der Körper die richtige Mischung von Salzen und Zucker. Cola besteht zu elf Prozent aus Zucker, diese Menge verstärkt den Wasserverlust noch. Kalium ist kaum enthalten, und das Koffein in der Cola animiert die Nieren zu weiterer Kaliumausscheidung. Salzstangen sind in Ordnung, aber sie liefern vor allem Natrium und kein Kalium. Besser wären reife Bananen.





Schnaps hilft beim Verdauen und lindert das Völlegefühl.

Das stimmt nicht! Forscher des Zürcher Universitätsspitals haben herausgefunden, dass der Alkohol bloss die Magenmuskulatur lockert, wodurch wir uns etwas weniger voll fühlen.

Alkohol ist für die Verdauung sogar kontraproduktiv. 
Denn je mehr davon während des Essens und 
danach getrunken wird, desto langsamer 
läuft die Verdauung ab.



Schnaps wärmt bei Kälte.

Das stimmt nicht! Zwar erzeugt der Alkohol anfänglich tatsächlich ein angenehmes Wärmegefühl, weil er die Blutgefässe erweitert, so dass mehr warmes Blut hindurch fliessen kann. Danach dreht der Effekt aber ins Gegenteil: Die besser durchblutete Haut gibt bedeutend mehr Wärme abgegeben. Dadurch friert der Körper immer stärker, ohne dass das dem Betroffenen bewusst wird.



Milch macht müde Männer munter.

Das stimmt leider nicht! Schön wär’s, aber Milch hat leider keinen anregenden Effekt. Das ist ein reiner Werbe-Spruch.




Schwangere müssen für zwei essen.

Das stimmt auch nicht! Eine Zunahme von 10-12 kg gilt als normal. Eine zu starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen jedoch ganz erheblich.

Der Mehrbedarf an Energie beträgt oft weniger als zehn Prozent – im Schnitt also bei etwa 250 Kalorien am Tag. Das lässt sich mit nur einem Glas Orangensaft, einer Scheibe Vollkornbrot mit magerem Käse oder mit einem halben Liter fettarmer Milch abdecken. Wichtig ist allerdings, dass ausreichend, lebenswichtige Mineralstoffe und Vitamine mit der Nahrung aufgenommen werden. Der Bedarf an Folsäure und Eisen kann also getrost auf das doppelte erhöht sein.



Zerkratzte Teflonpfannen sind krebserregend.

Das stimmt nicht! Denn erst bei Temperaturen über 300 Grad können gesundheitsschädigende Dämpfe freisetzt werden. Diese Temperatur kann man beim Braten auf einem Elektroherd nicht erreichen.

Auch abgekratzte Teflonstückchen werden unverdaut wieder ausgeschieden. 





“Die Menschen 
glauben viel leichter eine Lüge, 
die sie schon hundertmal gehört haben, 
als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist.“
geb. 17. Oktober 1873 in Wien - gest. 24. April 1955 in Zürich
 war ein österreichischer Schriftsteller, Aphoristiker, Kritiker und Übersetzer.




;)


 

Montag, 10. Juni 2013

Wortreise






Ich habe ein Wort gesucht und schon ging die Wortreise los:
Philtrum
heisst die vertikale Rinne, die sich von der Nase bis zur Mitte der Oberlippe herabzieht.
Diese Vertiefung entsteht während der Embryonalentwicklung durch das Zusammenwachsen der Gesichtshaut.
Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Liebeszauber“ und galt im antiken Griechenland als der erogenste Punkt am menschlichen Körper.



Der untere Bereich des Philtrums ist ein Teil des
Amorbogens.
Der Amorbogen wiederum ist die bogenförmige Grenzlinie des Oberlippenrots.
Dieser Name beruht auf der ähnlichen Form zum Bogen einer Jagdwaffe und als eine erogene Zone nimmt sie Bezug zum römischen Gott Amor.



Dazu passt doch gleich noch das Wort
Philtron
Das ist ein Liebestrank, dessen Aberglaube das andere Geschlecht „animieren“ soll.
Seine „Zutaten“ sind unterschiedlicher Natur, aber meistens doch recht ekelhafte Ingredienzien.
So verwendet man dazu nebst verschiedenen Kräutern auch Insekten, einen barschartigen Fisch mit Namen Remora, Eidechsen, Kalbsgehirn, Taubenblut und Teile des Vogels Wendehals, besonders dessen Zunge.



Der Wendehals ist der einzige europäische Vertreter der Gattung Jynx.
Jynx
Ist in der griechischen Mythologie eine Nymphe, die mit ihrer Zauberei die Liebe von Zeus gewann. Als Strafe dafür wurde sie von Hera in einen Wendehals verwandelt, der danach immer wieder als Medium für allerlei Liebeszauber galt.


Womit wir wieder beim Wort Philtrum angelangt sind.
Ich meine, so eine kleine Wortreise ist doch immer spannend.




Der Wendehals




;)




Samstag, 8. Juni 2013

Wie die Schildkröte zu ihrem Panzer kam








Ein weiteres Rätsel der Evolution scheint gelöst, denn lange galt die Frage, wo der Panzer der Schildkröte in der Evolutionsgeschichte eigentlich herkam als ungeklärt.

Schildkröten gehören zu den ältesten Tiergruppen überhaupt. Sie haben die beiden grössten Massensterben der Erdgeschichte überlebt und kriechen oder schwimmen seit über 200 Millionen Jahren auch heute noch gemächlich auf unserem Planeten. Bei Gefahr ziehen sie ihren Kopf und die Gliedmassen in ihren, in der Tierwelt einmaligen, robusten Panzer und dieses Konzept schein sich bewährt zu haben.
Obschon man sehr viele Versteinerungen gefunden hat, konnte die „Panzerfrage“ nicht beantwortet werden, weil alle Funde bereits einen vollständig ausgebildete Bauch- und Rückenpanzer aufwiesen.
Aber wo kam der Panzer her und woraus ist er entstanden?

Diese Fragen scheinen nun geklärt, wie die Universität Zürich in einer Medienmitteilung bekannt gibt.
Ein internationales Team aus Forschern mehrerer nordamerikanischer Universitäten und der Universität Zürich haben herausgefunden, dass bereits vor mehr als 260 Millionen Jahren ein Urzeit-Reptil aus Südafrika die Anlagen eines Panzers in sich trug.Das eigenartige, rund 10 cm kleine Reptil, «Eunotosaurus africanus», so der wissenschaftliche Name des Tieres, besass noch keine durchgehende Panzerung, aber bereits die für Schildkröten charakteristischen Umformungen der Rippen.
Das Fossil „Eunotosaurus“ ist ein Übergangsfossil und schliesst, gemäss Torsten Scheyer von der Uni Zürich, eine Lücke von 35 bis 50 Millionen Jahren in der Entwicklungsgeschichte der Schildkröten.

Zur Veranschaulichung der innerhalb der Tierwelt einzigartigen „Evolution des Schildkrötenpanzers“, hat Scheyers Co-Autor Tyler Lyson bei Youtube eine anschauliche und interessante Visualisierung der Panzer-Evolution veröffentlicht.






Donnerstag, 16. Mai 2013

Summ mir das Lied vom Tod




Bienen
wo sind sie geblieben

 
Goldene Rapsfelder zwischen frischgepflügten Feldern, prachtvoll blühende Obstbäume, farbenfrohe Gärten und saftgrüne Wiesen übersät mit gelben Löwenzahnblüten – so präsentiert sich endlich auch heuer der langersehnte Frühling. Nur vermisse ich in diesem Jahr leider viel zu oft den dazu perfektpassenden „blauen Himmel mit weissen Wölkchen“ und die wärmende Sonne.


Ich frage mich, ob auch die Bienen darunter leiden? Denn wie mir scheint, sehe ich sie in diesem Frühjahr viel seltener mit ihrem sprichwörtlichen Fleiss von Blüte zu Blüte schwirren.
Dabei muss so eine „Nektarsammlerin“ wirklich emsig sein, denn für die ca. 15 Gramm Honig, die man auf ein Honigbrötchen streicht, ist eine Biene etwa 2000 Kilometer unterwegs und für ein Glas voll Honig muss eine „Imme“  (alter Imkerbegriff) ganze 75'000 Kilometer – also fast zweimal um die Erde – fliegen.

Doch, ist am Fehlen der Bienen wirklich nur die Wetterlage schuld?
Oder wird das weltweite, stille Sterben der Bienenvölker – nebst den erhöhten Winterverlusten durch den starken Befall mit Varroa-Milben oder durch die Infektionen mit Viren – auch durch eine parasitäre Fliegenart namens Apocephalus borealis mitverursacht? Die Forschung wird es herausfinden.

Jedoch nicht ganz unschuldig am immensen Bienensterben dürfte auch unsere extensive Landwirtschaft sein!
Denn in der Schweiz werden, nicht zuletzt auch in privaten Gärten und Grünanlagen rund 2'000 Tonnen Pestizide eingesetzt.
Darum plant die EU und das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft, vorläufig drei Bienenkiller-Pestizide auf Raps-, Mais-, Sonnenblumen- und Baumwollkulturen für zwei Jahre zu suspendieren.
Ein wichtiger, erster Schritt zum Schutz der gefährdeten Bienen.

Bildquelle: Grace Winter  / pixelio.de / 366174


Auch wenn die Honigbienen nicht die einzigen, wichtigen „Bestäuber“ von verschiedenen Früchten und Samen sind – wilde Insekten wie Wildbienen, Hummeln, Fliegen oder winzige Mücken sind da effizienter – ist der domestizierte Honigsammler  doch für eine reiche Ernte wichtig.
35% der weltweiten Nahrungsmittelproduktion hängt von bestäubenden Insekten ab. Von 100 Kulturpflanzen, die 90% der gesamten Nahrungsmittelproduktion bedeuten, werden 71 von Bienen bestäubt und ca. 4000 in Europa angebaute Gemüsesorten gibt es nur dank der fleissiger Bienen.

Es bleibt also zu hoffen, dass weitere Schritte zum Schutz der Insekten getan werden, denn hinter einer Biene steckt eben mehr als eine „Maya“ oder ein Honigbrötchen.

©® Copyright by Herr Oter


:)

Donnerstag, 9. Mai 2013

In den höchsten Tönen






In den höchsten Tönen schwärmen, das können viele, doch nicht immer alle mögen das hören.
Nicht so die „Grosse Wachsmotte“.
Sie kann Töne mit einer Frequenz von bis zu 300 Kilohertz empfangen – der höchste Wert, der bislang im Tierreich gemessen wurde. Da kann nicht einmal die Fledermaus, die diese Motten bei der Jagd mittels Ultraschall ortet, mithalten. Ihre Töne reichen nämlich nur bis 212 Kilohertz.
Im Vergleich, die Obergrenze des menschlichen Hörvermögens liegt gerade mal bei 18 bis 20 Kilohertz.
Dabei ist das Gehör der Wachsmotte äusserst einfach aufgebaut: Eine schwingende Membran und nur vier Hörzellen. Während beim Menschen das Aussenohr, das Mittelohr – mit Trommelfell, Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel – und dem Innenohr mit seinen zehntausenden Haarzellen eine hohe Komplexität erreicht.

Wer ist nun dieser aussergewöhnliche Hörkünstler?
Die „Grosse Wachsmotte“ (Galleria mellonella) ist laut Wikipedia ein nachtaktiver Kleinschmetterling mit einer Flügelspannweite von 20 bis 40 Millimeter. Sie ernährt sich vor allem von Pollenresten und Bienenwachs und die Weibchen legen darum ihre Eier in Bienenstöcken ab.
Viele haben jedoch nicht so ein „süsses“ Leben, denn die „ Grosse Wachsmotte“ wird gerne als Versuchstier in vielen Labors und Forschungsinstituten gehalten und bei Fischern wird die Raupe gerne als Lebendköder verwendet.


:)

Dienstag, 19. Februar 2013

Wortherkunft - ein paar Beispiele





Wortherkunft



Zuerst zwei Begriffe:

Etymologie: Wissenschaft von der Herkunft, Geschichte und Bedeutung der Wörter, Wortforschung

Volksetymologie: Volkstümliche Umwandlung eines nicht allgemein verständlichen Wortes




Ein paar Einblicke in diese interessante Sprachwissenschaft:



Die Wortherkunft von Friedhof, auch wenn hier die Verstorbenen in Frieden ruhen, hat nichts mit Frieden zu tun, sondern leitet sich vom Althochdeutschen frīthof ab, dem eingefriedeten (abgegrenzten) Vorhof einer Kirche.





Im Mittelhochdeutschen hieß der Maulwurf noch moltwerf (Erd-/Hügelwerfer) nach dem Wort molt (Erde, Staub).

Als der Bestandteil -molt in seiner Bedeutung ausstarb, wurde aus moltwerf über mūlwerf der heutige Maulwurf.





Die Schnapsdrossel ist nicht etwa die Schwester des Schluckspechts – mit den Vögeln hat sie nichts zu tun.

Der Name kommt vielmehr von drozze, Drossel (Kehle), von der sich auch die Worte «erdrosseln» oder «Drosselbart» ableitet.





Windschief leitet sich nicht vom Wind, sondern von winden (drehen, verdrehen - Verzogen durch verwinden) ab.

Ein windschiefer Baum ist nicht vom Wind schief geweht, sondern «gedreht», «verdreht» gewachsen.





Der Name Vielfrass (Familie der Marder ) hat nichts mit der Ernährungsgewohnheit des Tiers zu tun.

Sondern es kommt von dem nordischen Ausdruck fjellfräs – zu deutsch „Gebirgskatze“

Umgangssprachlich wird der Begriff auch für eine Person, die (zu) viel isst, verwendet.





Die Herkunft des "Bockbier" oder "Bock" entstand durch die Verkürzung des «Einbeckerbier».

Denn der herzogliche Hof der Wittelsbacher in München, ließ sich ab 1555 aus Einbeck mit Bier beliefern, bis man 1573 das erste bayerische Hofbräuhaus in München baute. In der Münchner Mundart wurde aus dem Einbeck-Bier im Lauf der Zeit die Bezeichnung „ein Bockbier“.





Das Wort „Armbrust“ leitet sich vom lateinischen arcuballista „Bogenschleuder“ ab.

Das darauf basierende, französische Wort arbaleste wurde dann eingedeutscht, wobei eine Kombination der ähnlich klingenden Wörter „Arm“ (von der Möglichkeit, die Waffe in einer Hand zu halten) und dem mittelhochdeutschen berust/berost (Ausrüstung bzw. Bewaffnung) benutzt wurde. Noch später wurde der zweite Teil des Begriffs mit deutsch „Brust“ identifiziert.





Hängematte - Die ursprüngliche indianische Bezeichnung war hamáka . So heisst das Wort auch heute noch im Spanischen. Für das deutsche Lautsystem aber klingt das Wort fremd und so erfuhr es zwischen dem 16. und dem 18. lautliche Veränderungen die in Hängematte resultieren. Hängematte ist lautlich und semantisch dem Ursprungswort hamáka ähnlich. Das Ursprungswort selbst aber ist nicht aus den Bestandteilen hängen und Matte gebildet.





Ein Tollpatsch ist Volksetymologisch ein leicht verrückter 
(toll, wie in Tollwut, kommt von «töricht» im Sinne von «umnebelt», «betäubt»

ungeschickter täppischer (lautmalerisch: patsch) Mensch.
In Wahrheit (Etymologisch)kommt das Wort aber vom ungarischen Wort talpas (Spitzname für den ungarischen Fusssoldaten) einer Ableitung aus dem ungarischen talp für «Sohle, Fuss».

Nach der Übertragung ins Deutsche erfolgte zunächst der Bedeutungsübergang zu «(österreichischer) Soldat der eine unverständliche Sprache spricht». Die Rechtschreibkommission beendete die Eindeutschung des Begriffs, indem sie zwei l vorschrieb, darum: Tollpatsch.






Puh, das war jetzt etwas kompliziert! 
Aber mir gefällt es, wenn ich den Entstehungsweg von Worten nachschlagen kann.
Quellen: Wiktionary / Wissen.de

Samstag, 9. Februar 2013

Fasnacht









Fasnacht

Dort, wo ich aufgewachsen bin, im deutschsprachigen Teil des Kantons Graubünden, gab es damals keine „traditionelle“ Fasnacht.

Der Grund war, dass die deutschsprechenden Orte meistens reformiert sind und sie darum das Maskeradenlaufen – ein heidnischer Brauch zur Vertreibung des Winters – nicht pflegten. Ausser in der Gemeinde Domat/Ems. In der, seit Mitte des 20. Jahrhundert mehrheitlich deutschsprechenden, katholischen Gemeinde mit romanischen Wurzeln in den Nähe von Chur, hat sich die Fasnacht in einer schon damals ganz besonderen Tradition erhalten. Der „Tscheiver“ wie man die närrische Zeit in Domat (romanisch) / Ems (deutsch) nennt, endet dort nämlich mit dem „Schmutzigen Donnerstag“ und nicht am Aschermittwoch.  

Rheinabwärts jedoch, im katholischen St. Galler Rheintal, war damals die traditionelle Dorffasnacht am Fasnachts-Sonntagnachmittag oft anzutreffen. Eine typische, kernige Vereinsfasnacht, immer lustig, oft etwas naiv und manchmal ein wenig zotig.

Lautlich dem dortigen Dialekt angepasst – indem nach romanischer Art das «s» vor dem Konsonant zum «sch» wurde – bastelten wir drei Buben, trotz fehlender Dorftradition in unserer Bündner Gemeinde, bemalte „Maschgara“ aus Papier und Fischkleister.
Soweit ich mich erinnern kann, waren wir damals in unserem Dorf so ziemlich die einzigen, die ihr Gesicht hinter selbstgebastelten „Maschgara“ verbargen – um vor allem den kreischenden Mädchen das Fürchten zu lernen. 
Diese Besonderheit kam daher, weil unsere Mutter eine „Baslerin“ war und so natürlich die "richtige" Fasnacht im Blut hatte und nichts von den üblichen Kunststoff-Masken hielt. 

Dort, in einer der beiden Hochburg der schweizerischen Fasnacht, gehört eben „d' Larve“ aus Pappmaché, neben dem „Goschdym“ zwingend zur Grundausrüstung eines jeden aktiven „Fasnächtlers“. Das Schminken des Gesichtes aber, wie es in vielen Gegenden gang und gäbe ist, ist in Basel stark verpönt. Da heisst es: „Larve oder Nüt“!



Das mussten meine ehem. Frau und ich eindrücklich erfahren, als ich ihr, einer „angefressenen“ Luzerner-Fasnächtlerin, vor bald vierzig Jahren „meine“ Basler Fasnacht, die ich als Kind mit „Mami“ und „Grossvati“ einige Male besuchen durfte, zeigen wollte. Da galt es Überzeugungsarbeit zu leisten, denn die Unterschiede zwischen dem „rüüdig“ urig-wilden Treiben in der katholischen Innerschweiz und der militärisch-gesitteten, gepflegten „Clique-Fasnacht“ im reformierten Basler sind beträchtlich, wobei jede unbestrittenen ihren Charme und Reiz hat.
Aber besonders das dort übliche "Drummle und Pfiffe" schmerzt "aus der Ferne betrachtet", scheinbar beträchtlich in den ungewohnten Luzerner Ohren.


So standen wir beide also, am Montagmorgen nach Aschermittwoch, als Clowns schön verkleidet und dementsprechend auch geschminkt, wie wir es von Luzern her gewohnt waren, erwartungsvoll um vier Uhr in der Früh bereit, für den „Morgestraich“.

Aber bereits kurz nach dem Kommando „Morgestraich, vorwärts, Marsch“, wurde uns, vor allem durch die vorlauten „Waggis“ (einer traditionellen Einzelmaske, die einen Elsässer Tagelöhner in der Arbeitstracht des Elsässer Gemüsebauern darstellen soll) mit ihren frechen Sprüchen, ein paar Hieben mit der „Saublootere“ (aufgeblasener Schweinedarm) und haufenweise „Räppli“ (Konfetti), die sie uns in unsere "unangebrachte" Verkleidung stopften, klargemacht, dass „die fremden Fötzel" hier lieber in Strassenkleidung gesehen werden. 
Ganz im Unterschied zu Luzern, wo jede und jeder immer ein Teil der schaurig-schönen, urwüchsigen Fasnacht ist. Egal, ob mehr oder weniger verkleidet, geschminkt oder maskiert oder auch einfach als „alltägliche Figur“, darf man immer am fasnächtlichen Treiben mitmachen.



Wir hatten den „wichtigen“ Unterschied aber schnell begriffen und uns noch vor der traditionellen Mehlsuppe und der "Ziebele- oder Chäswaie" (Zwiebel- / Käsekuchen) schleunigst umgezogen.







Ein Wort noch zur Schreibweise der närrischen Zeit:


Sowohl die Entstehung, als auch die Herkunft der Fas(t)nacht ist unklar und die Fachwelt hat bis heute keine eindeutige Erklärung gefunden. Darum gelten auch zwei Schreibweisen als gebräuchlich.

Volksetymologisch wird das Wort Fastnacht oft an das althochdeutsche «fasta» (Fastenzeit) und «naht» (Nacht, Vorabend) angeschlossen und angegeben, der Name bezeichne ursprünglich den Tag oder die Nacht (ab dem 15. Jahrhundert auch die Woche) vor Beginn der Fastenzeit.



Im schweizerischen Raum hingegen hat sich die Fasnacht gehalten und diese Schreibweise ist sprachgeschichtlich genau so gut belegt.

Denn der Ausdruck soll nichts mit Fasten zu tun haben, wie es die (im deutschen gebräuchliche) "Fastnacht" nahelegt.

Ganz im Gegenteil: Er leitet sich ab von mittelhochdeutsch "faseln" (= Unsinn treiben, fruchtbar sein, gedeihen), meint also gerade das Gegenteil der ernsten, verzichtsreichen Fastenzeit. Also eher ein Fruchtbarkeitsfest im Vorfrühling, worauf auch heute noch manche Bräuche, Spiele und feuchtfröhliche „Bekanntschaften“ an diesen närrischen Tagen (mit ungewollten Folgen zum Jahresende) hindeuten könnten.
©/® Copyright by Herr Oter




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