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Sonntag, 4. September 2016
Der Nachrichten-Tsunami
Der Nachrichten-Tsunami
Den täglichen Nachrichten über Terror, Krieg und Gräueltaten kann sich im Moment wohl kaum jemand entziehen. Sie kommen nicht mehr in Wellen, sie überfluten uns wie ein Tsunami. Während andernorts Bomben fallen, werden wir augenblicklich mit den entsprechenden Bildern und Nachrichten bombardiert. Unaufhörlich! Und sie werden immer grausamer, unerträglicher und belastender – die Bombardemente, die Bilder und die Nachrichten dazu. So empfinde ich es jedenfalls. Ich kann das Ganze kaum mehr verarbeiten, ich bin mit der Nachrichtenflut überfordert! Aber wie kann ich mich dem Tsunami entziehen?
Einfach keine Info-Sendungen mehr ansehen, keine Nachrichten mehr anhören, keine Zeitungen mehr lesen, Twitter einfach löschen?
Als politisch interessierter Mensch geht das nicht so einfach. Ich möchte ja wissen, was sich hierzulande tut, wie sich die Schweiz entwickelt, welche Probleme hier gelöst werden sollten und wie wir unseren innerstaatlichen Frieden möglichst erhalten können. Denn die nächsten Abstimmungen kommen bald und da will ich nicht anhand von Parolen, sondern mit fundiertem Wissen daran teilnehmen.
„Lass alles nicht so an dich heran”, rät man mir.
Sicher gut gemeint, jedoch für mich nicht praktikabel. Ich habe keinen Panzer, sondern bloss eine Haut und die ist in der letzten Zeit dünner und verletzlicher geworden, das gebe ich zu.
Es steht schlimm um die Welt! Überall Krieg, Terror, Unterdrückung, Attentate und unvorstellbares Leid. War es früher anders oder haben wir vieles davon einfach nicht mitbekommen?
Man hat auch das Gefühl, dass es nicht nur immer schlimmer und mehr wird, man denkt, dass es auch immer näher kommt. Aber stimmt das wirklich?
In den 70er- bis 90er-Jahren töteten meist europäische Terrorzellen jährlich 100 bis 400 Menschen in Europa. Haben wir das schon vergessen? An einen Terroranschlag in der Schweiz kann sich vermutlich kaum noch jemand erinnern. Auch die Morde gehen seit 30 Jahren ständig zurück – von 110 im Jahr 1990 auf 46 im Jahr 2014. Die Schweiz steht somit weltweit an der 208. Stelle von den 218 erfassten Länder (Wikipedia)
Mir geht es also gut hier. Ich lebe in einem sicheren und friedlichen Land, mit einer Regierung die ich selbst mitwählen konnte. Ich wohne in einer schönen Wohnung, mit Nachbarn die mich respektieren. Ich habe jeden Tag genug zu Essen, das ich mir gut leisten kann und ich habe sauberes Trinkwasser, das sogar direkt aus dem Wasserhahnen kommt. Dafür bin ich dankbar.
Doch manchmal habe ich fast ein schlechtes Gewissen. Denn obschon ich bewusst eher bescheiden leben, lebe ich im Verhältnis zum grössten Teil der Weltbevölkerung im Luxus - und bin mir das meistens gar nicht bewusst. Habe ich das verdient oder anders gefragt, was ist mein Verdienst an diesem privilegierten Leben? „Nichts”, müsste ich antworten, ich wurde einfach in dieses Land geboren. Glück gehabt!
Also müssten mich die schrecklichen Bilder aus den Kriegs- und Krisengebieten glücklich und zufrieden machen. Doch das tun sie nicht.
Das Flüchtlingselend, das sich inzwischen zu einer richtigen Völkerwanderung entwickelt hat, geht mir immer mehr zu Herzen. Sechzig Millionen Menschen, vertrieben, entwurzelt, entzweit. Sie verlieren ihre Heimat, ihre Familie und leider oft auch ihre Hoffnung. Aber was geht das mich an? Die haben doch einfach Pech gehabt, dass sie nicht hier geboren wurden – oder?
Und was sollen wir denn tun – Geld spenden, Flüchtlinge im Haus aufnehmen oder gar hinfliegen und für Frieden sorgen?
Ich verstehe, dass nicht alle, denen es schlechter geht, zu uns kommen können. Ich weiss auch, dass wir heute die vielen schweren Fehler, die der Westen als Kolonialmächte und Kriegstreiber in der Vergangenheit gemacht haben nicht so schnell ausbügeln können. Ich bin mir auch bewusst, dass viel von unserem Reichtum aufgrund von Ausbeutung, gerade in diesen Flüchtlings-Ländern, zustande kam.
Vielleicht machen mir gerade darum diese Nachrichten immer mehr Angst. Ich frage mich, wo führt das alles hin? Gibt es einen neuen Weltkrieg oder holen die, die nichts haben, einfach das zurück, was wir ihnen genommen und jetzt zu viel haben? Ausgleichende Gerechtigkeit?
Das Dilemma ist doch, dass ich an der ganzen Situation nichts ändern kann. Darum sehe ich nicht ein, warum ich über jeden Toten auf dieser Welt informiert sein muss. Warum muss ich mir jedes Attentat mehrmals in den verschiedenen Nachrichten und Meldungen ansehen, anhören und lesen. Das ist doch nur Benzin ins Feuer geschüttet und Antrieb für diese Gruppierungen. Nachahmer werden ermutigt, Sympathisanten bestätigt, Fanatiker gezüchtet.
Ich will diesen Meldungen gar nicht mehr diesen Raum geben. Ich will nicht mehr wissen, was auf der ganzen Welt gerade an Schrecklichem passiert. Ich will nicht mehr über Dinge informiert werden, die mich nicht beeinflussen, sondern nur berühren. Ich will nichts mehr über die Sachen vernehmen, die ich sowieso nicht beeinflussen kann. Ich will auch nichts mehr über Politiker oder Machthaber hören, die ich nicht gewählt habe, die ich nie wählen würde und die ich trotzdem nicht abwählen kann.
Ich will nicht mehr - ich will weniger!
Denn ich glaube, solange jeder immer mehr will – solange Geld und Besitz diese Macht besitzt und Macht und Ruhm so verführerisch ist, solange wird es Neid und Missgunst geben. Solange jeder denkt, dass der andere mehr habe, dass andere es besser hätten und, dass er besser sei als der andere, solange gibt es kein friedliches Miteinander auf dieser Erde und solange werden die News-Spalten mit Horror gefüllt werden.
:\
Sonntag, 5. Juni 2016
Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten
Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten
Immer wieder werden neue digitale Angebote heftig diskutiert.
Im Moment ist es unter anderem der Vermittlungsdienst Uber, der die Taxi-Branche revolutionieren will oder auch die Internet-Plattform Airbnb, die die Hotelbranche durch Angebote privater Vermieter vor allem in den Städten stark herausfordert.
Bei beiden Online-Angeboten erwägt der Bund ein gesetzliche Regulierung oder gar ein Verbot. Aus meiner Sicht ist das falsch, denn der Fortschritt lässt sich nicht aufzuhalten! Das war schon immer so.
Wissenschaft und Technik haben uns in den letzten Jahrhunderten eine epochale Entwicklung gebracht. Ein anschauliches Beispiel dafür ist die Geschichte von der Gotthard-Kutsche hin zum in dieser Woche eingeweihten Gotthard-Basistunnel – eine wahre Meisterleistung staatlicher Weitsicht, unternehmerischen Denkens und intelligenten Handelns.
Von der Pferdestärke über die Dampfmaschine bis hin zur Elektrizität, der technische Fortschritt setzte auch eine 'Industrielle Revolution' in Gang, von der die Menschheit in überwiegendem Masse profitierte.
Als Beispiel nenne ich hier den Quantensprung von den handbetriebenen Webeinrichtungen des 18. Jahrhunderts über die ersten funktionsfähigen mechanischen Webstühle des Engländers Edmund Cartwright bis hin zur heute weltweit schnellsten Webmaschine der Welt, der Mehrphasenwebmaschine M8300 von Sulzer-Textil.
Dieser Erfindergeist brachte der Schweiz durch Innovation und Mut einen grossen Wohlstand und weltweiten Erfolg. Sie zeigt aber auch explizit die dunklen Seiten der technischen Entwicklung. Die Textilfabriken brachten zwar Arbeit und Wohlstand in die Ostschweiz, aber durch die Produktionsverlagerungen in Ausland auch wieder Arbeitslosigkeit und materielles Leid. Anderseits profitieren wir wieder, wegen der menschenverachtenden Ausbeutung von Arbeitskräften in Asien, durch die billige Kleidung. Welches ist nun der Fortschritt?
Auch die 'Digitale Revolution' wird die Welt auf den Kopfstellen, genau so wie es die Industrielle tat. Und, auch sie wird sich durch nichts aufhalten lassen. Elektronische Prozesse und Automatisierungen, aber auch künstliche Intelligenzen und Robotik werden unsere Arbeit und den Alltag entscheidend verändern. In wenigen Jahrzehnten werden selbstfahrende Fahrzeuge, helfende Roboter und menschenlose Arbeitsplätze weitgehend Alltag sein. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Hälfte der heutigen Jobs verschwinden werden. Daran können auch Verhinderungsgesetze oder Verbote nichts ändern.
Doch seit der Erfindung der Dampfmaschine ist das ständig so und die Menschen haben trotz der Automatisierung immer wieder Jobs gefunden. Wir sollten einfach aus den Fehlern der Industrialisierung lernen und sie nicht wiederholen.
So muss bereits jetzt unsere gesamte Ausbildung angepasst werden. In Zukunft werden Kreativität und soziale Kompetenzen gefragt sein. Das Auswendiglernen von allgemeinem Wissen, von Formeln, Daten und Zahlen wird nicht mehr benötigt. Dafür werden in Zukunft Visionen, Ideen, Überzeugungsarbeit, Teamarbeit, Führung, Motivation, aber auch Enthusiasmus, Empathie, Pflege und Rücksicht gefragt sein. Auch die gesamte Lebensgrundlage muss revolutioniert werden – ein ausgeklügeltes bedingungsloses Grundeinkommen wäre ein guter Ansatz dazu. Aber dafür müsste wiederum das Steuerwesen grundlegend umgekrempelt werden. Statt menschlicher Arbeit müssten Prozessoren und Gewinne besteuert werden und statt dem Einkommen müsste der Verbrauch abgabepflichtig sein (Mehrwertsteuer). Dazu müssten in der Übergangsphase durch Verordnungen die Spiesse für alle Beteiligten gleich lang gemacht werden. Auch müsste Wucher, also überrissene Gebühren und Kommissionen der online-Anbieter, genau so wie bei den Banken, beschränkt werden.
Der Entwicklung lässt sich nicht aufhalten, denn keiner will heute mehr zurück zum Lastenträger am Gotthard, zum Meldeläufer des Mittelalters oder nur schon zurück zur Telefonkabine als einzige Telekommunikationsmöglichkeit. Auch die Fortschritte in der Chemie und der Medizin will keiner mehr missen.
Aber man muss diese Veränderungen mit Weitsicht und Fingerspitzengefühl zum Wohle der gesamten Menschheit und erträglich für die Umwelt gestalten.
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Sonntag, 17. April 2016
Ich küsse nicht gerne
Ich küsse nicht gerne
Ich mag sie einfach nicht – diese imaginären Luftküsse, links und rechts, knapp an den Ohren vorbei, zur Begrüssung oder zum Abschied. Wange an Wange mit Frauen, die ich kaum kenne, das ist mir einfach zu nahe, zu eng und zu intim. Ich finde es ehrlicher, sich anständig die Hand zu geben und in die Augen zu sehen. Denn in den Augen des Gegenüber, erkenne ich mehr, als an seinen Ohrläppchen.
Aber vielleicht ist die Abneigung gegen diese Begrüssungs-Küsserei auch einfach ein Trauma aus Kindertagen … (hier: Loni - ein Albtraum)
Nicht, dass ihr jetzt denkt, ich sei ein genereller Kussmuffel!
Nein – aber ich bevorzuge für solche 'Lippenbekenntnisse' einfach die richtige Person und die passende Situation. Ich küsse nicht jede zur Begrüssung und umarme schon gar nicht jeden, auch wenn sich das unter Männern immer mehr verbreitet. Ich habe nichts gegen eine Umarmung zwischen Vater und Sohn als Zeichen von Verbundenheit und Respekt; obschon, bei meinem Vater hätte ich das nie gemacht. Das war damals bei uns einfach nicht üblich.
Mir ist es unangenehm, wenn ich von Personen geküsst und umarmt werde, die ich noch nicht lange kenne oder die mir eigentlich gar nicht sonderlich sympathisch sind.
Doch wie mache ich das in einer Gruppe? Da müsste ich ja eine Auswahl treffen. Das geht natürlich nicht – entweder alle oder keine. Ich habe mich für keine entschieden.
Doch das kommt nicht immer gut an und so trete ich bei weiblichen Kuss-Fans manchmal ins Fettnäpfchen. Sie will, ich nicht!
So einmal geschehen bei einer Arbeitskollegin, die in einer ganzen Gruppe von mir fremden Frauen stand. Meine Kollegin und ich hatten uns bei der Arbeit noch nie zur Begrüssung geküsst, nicht einmal die Hand gegeben. Aber an dem Tag … ich hielt natürlich bei allen eine Armlänge Distanz, auch bei Ihr, wie immer.
Die Reaktion kam am nächsten Arbeitstag: „Du hast mich vor den Anderen schön blamiert!” funkelte sie mich böse an. „Aber wir hatten doch bisher noch nie …” meinte ich etwas verlegen. „Ja schon, aber heute ist das eben üblich – ich stand vor meinen Kolleginnen da wie ein Depp!”, giftelte sie mich an.
Seit diesem Vorfall bin ich mit dem Begrüssungskuss etwas 'grosszügiger’ geworden – wenn es sich gar nicht vermeiden lässt – denn ich will ja niemanden kränken.
Doch noch immer gehe ich erstmal mit ausgestrecktem Arm auf die Leute zu, um den Abstand zum Gegenüber zu steuern. Doch nicht selten treffe ich dann auf Frauen, die das Küsschen-Ritual regelrecht einfordern. So stehe ich dann steif da und lasse mich zum Ritual hin und her zerren.
Scheinbar muss ich diese Menschen ans Herz drücken, auch wenn mir das unangenehm ist. Oder habe ich als Mann eine faire Chance diese Begrüssungsform zu vermeiden, ohne die Frauen zu verletzen?
Diese 'gesellschaftliche Küsserei' auf die Wangen ist, zumindest bei uns, ja nicht althergebracht oder kulturell begründet.
Zwar kennt man den gehauchten Wangenkuss bereits seit frühchristlicher Zeit – als 'Friedenskuss', dem Zeichen einer vollständigen Versöhnung und Freundschaft.
Auch der Wangenkuss mit darauffolgendem festem Schmatzer auf den Mund, von Mann zu Mann, der sogenannte 'Bruderkuss', hat Tradition und war vor allem in der sozialistisch Zeit der Sowjetunion bei uns bekannt, denn es war die höchste Ehrerbietung unter befreundeten Staatsmännern. Sicher erinnert man sich noch an den Berühmtesten unter ihnen, Honecker und Breschnew, zwei alte, graue und faltige Männer, die die Lippen aufeinander drücken. Für mich schwer zu ertragen, sogar als Bild auf der Berliner Mauer.
Daraufhin wurden Umarmungen und Küsschen unter scheinbar befreundeten Politikern als politische Machtdemonstration auch andernorts immer häufiger. Doch waren das immer wirkliche Freunde?
Umarmungen zur Begrüssung zwischen Männern oder zwischen Frauen haben vor allem in der arabisch-muslimischen Welt eine lange Tradition. Doch öffentliche Berührungen zwischen den Geschlechtern, wie bei uns, sind dort vielerorts sogar verboten.
Diese Begrüssungsformen kennt man bei uns eher von südlichen Ländern. Auch in Frankreich hat diese Form von Umarmung mit Küsschen, die sogenannte Akkolade, Tradition, während bei uns noch lange und bis noch vor wenigen Jahrzehnten der Handkuss als korrekter, sehr formaler Gruss galt. Es war die allgemein übliche Ehrerbietung an eine geachtete Dame. Bis dann diese bacio- bacio -Welle aus den südlichen Ländern zu uns herüber schwappte.
Zuerst, so meine ich, bei der 'Prominenz’, und dort besonders bei den Schauspielerinnen. Da wollte man vermutlich grosse Herzlichkeit demonstrieren, obschon man doch weiss, dass kaum woanders, Neid und Missgunst weiter verbreitet sind.
Inzwischen gehört, was früher dieser 'Glamourwelt' vorbehalten blieb, auch bei uns 'Normalen’ schon fast zum guten Ton.
Küsschen da, Küsschen dort, Küsschen … – ja wie oft denn eigentlich?
Denn man küsst sich nicht überall gleichviel.
In Japan, beispielsweise, ist eine Umarmung unter Erwachsenen verpönt. Auch in Schweden küsst man gar nicht – wenigstens nicht zur Begrüssung. In Deutschland, Italien und Österreich macht man es meist zweimal und in der Schweiz gibt man sich gar drei Backen-Schmatzer (hier muss man aber auch alles übertreiben …).
Nur in Paris küsst man mehr, nämlich sogar viermal! – Aber Achtung im Resten Frankreichs macht man es wieder nur zweimal – das heisst – man braucht im westlichen Nachbarland fast eine Landkarte um sich über die obligatorische Anzahl der “bises” in 'La Grande Nation' zu informieren: eines in der Bretagne, zwei in Lyon, drei im Midi, vier südlich von Nantes und sogar fünf in einigen Binnenregionen von Korsika.
Und, man küsst sich nicht überall gleich.
Da gibt es Regeln zu beobachten, sonst entstehen peinliche Situationen – entweder du hängst mit deinen Lippen plötzlich verloren in der Luft oder es gibt einen Zusammenstoss der Nasen oder schlimmer noch, ein verrutschter Kuss landet direkt auf dem Mund und du stehst dann da wie ein begossener Pudel.
Also, erst rechts, dann links, so ist es bei uns. Aber schon in Frankreich wird es kompliziert, denn dort fängt man im Süden mit der linken und im Norden mit der rechten Wange an.
Und, was manche vielleicht nicht wissen: Auch bei uns gilt, je höher die soziale Stellung, desto weniger wird richtig geküsst. So einen herzhaften, geräuschvollen Schmatzer gibt man sich eher unter dicken Kolleginnen, in der 'feinen Gesellschaft' wird nur noch unhörbar gehaucht. Wichtig dabei ist, dass man die Lippen nicht spitzt.
Zum Schluss noch eine gute Nachricht für andere Begrüssungskuss-Muffel:
Unter Geschäftspartnern küsst und umarmt man sich strikte nicht! – Das ist mir sympathisch!
;)
Sonntag, 10. April 2016
Problemlose Problemlösungen
Problemlose Problemlösungen
Täglich ein probiotisches Joghurt zur Traumfigur in zwei Wochen. Straffe Haut und jugendliches Aussehen bis ins hohe Alter dank einer Anti-Aging-Creme und weisse Raucher-Zähne über Nacht mit der Bleaching-Zahnpaste. Ein Pülverchen gegen Haarausfall und Po-Push-Up-Slips für einen Hintern wie der von Kim Kardashian. Eine Selfie-App für das perfekte Porträt im Online-Dating-Portal. Die blaue Pille davor gegen Potenzprobleme, die Pille danach gegen ungewollte Kinder. Brausetabletten gegen Müdigkeit und Lifestyle-Medikamente gegen Stress.
Fünfhundert Facebook-Freunde gegen Einsamkeit und eine populistische Parteien gegen Migrantenströme und Überfremdungsängste — so werden heute komplexe Probleme gelöst.
© Copyright by Herr Oter
;)
Samstag, 9. April 2016
Die Mücke wird zum Elefanten geschüttelt
Die Mücke wird zum Elefanten geschüttelt
oder wie Händeschütteln die Medien beschäftigt.
Ein Händedruck, oder eben die Verweigerung desselben, gibt in der Schweiz momentan viel zu reden.
Denn in Therwil wollen zwei pubertierende, muslimische Brüder ihrer Lehrerin partout die Hand nicht geben. Sie argumentieren religiös – einige islamische Rechtsschulen (z. B. die nach Imam Shafi'i) verbieten die Berührung einer fremden Frau. Angeblich verweigern sie sich selbstständig, weil die 14 und 15 Jahre alten Muslim-Buben in ihrem Kulturkreis als volljährig gelten.
Die Lehrerin fühlt sich ob des verschmähten Handschlags nicht zuletzt als Frau diskriminiert, und lässt sich das nicht bieten.
Dank einer Händedruck-Dispens der überforderten Schulbehörde, schütteln nun die beiden jugendlichen, offenbar sehr religiösen Syrer, die aber in der Schweiz aufgewachsen sind, weder die Hände der Lehrerinnen noch die der Lehrer, sondern grüssen alle mit einem mündlichen höflichen Gruss um damit eine Diskriminierung zwischen den Geschlechtern zu beseitigen.
Der ungeheuerliche Handstreich, der bereits im letzten November seinen Anfang nahm, wurde nun von einer pensionierten Lehrerin in einer TV-Sendung an die Öffentlichkeit gezerrt und hat landesweit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Aber ob die ehemalige FDP-Kantonsrätin dieser Sache einen guten Dienst erwiesen hat, wage ich zu bezweifeln. Denn dieser verweigerte Handschlag schlägt nun hohe Wellen und schwappt zum Teil sogar über unsere Landesgrenzen hinaus.
Von «absolut inakzeptabel» über «im Koran gibt es kein Berührungsverbot in dem Sinne» oder «das entspreche dem Lebensstil des Propheten» bis zu «mehr Toleranz gegenüber Andersgläubigen» sind alle Meinungen von rechts bis links vertreten.
Eine Bundesrätin, zahlreiche Politiker aller Parteien, Vertreter von Lehrerverbänden und unzählige Kommentatoren in den Zeitungen und auf den sozialen Medien diskutieren nun über einen unbedeutenden Einzelfall und wieder benutzen nicht wenige diese Gelegenheit, um generell gegen Ausländer – und Muslime im Speziellen – zu stänkern.
Ich meine, es ist schlicht lächerlich, dass diesem Extremfall mit zwei Pudertierenden eine solch prominente Plattform geboten wird. Es führt höchstens dazu, dass diese läppische Geste wieder einmal instrumentalisiert wird und achtundneunzig Prozent der muslimischen Bevölkerung unter einen Generalverdacht gestellt werden.
Klar, es geht um mehr als einen einfachen Händedruck.
Es geht um Fragen wie Gleichstellung und Anstand, Respekt, und Frauenwürde – die christliche Frauenwürde, wohlverstanden. Denn niemanden interessiert in dieser Diskussion, was gläubige Muslimas empfinden, wenn christliche Männer ihnen unbedacht die Hand geben.
Ich habe mich bei drei somalischen Frauen erkundigt. Sie tragen farbige Kopftücher und zelebrieren den Ramadan nach strengen Regeln. Das ist ihnen wichtig. Weil sie hier wohnen, ergreifen sie jede ausgestreckte Hand, auch wenn sie sich dabei gar nicht wohl fühlen. Aber so seien hier die Regeln und sie passten sich an, sagen sie. Ich habe ihnen versprochen, sie weiterhin herzlich zu begrüssen, die meine Hände jedoch aus dem Spiel zu lassen. So, wie ich es zukünftig bei allen mit einem Kopftuch machen werde, den auch diese Frauen haben eine Frauenwürde!
Der Händedruck hat aber auch zu tun mit Religionsfreiheit, Fundamentalismus, Integration und der Anpassung der Zugezogenen an die Regeln eines anderen Kulturkreises in einem fortschrittlichen Land, das sie ja freiwillig als Wohnsitz gewählt haben. Denn wie wollen sich solch radikale Jugendliche hier integrieren, eine Lehrstelle finden oder später einmal wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen, wenn sie die hier herrschenden Anstandsregeln nicht beachten und die Frauen weder achten wollen, noch sie als ihre Vorgesetzten akzeptieren können? Ich meine, dann sind sie hier einfach am falschen Platz.
Aber auf ihrem 'Mist' alleine ist diese extreme Überzeugung, trotz angeblicher Volljährigkeit, vermutlich ja auch nicht gewachsen. Kein Kind will sich freiwillig so ausgrenzen. Diese Burschen haben bestimmt Unterstützung ihres Vaters erhalten, der teilzeitlich als Imam in einer Basler Moschee arbeitet und scheinbar ein radikales Verständnis des Islam lebt. Diese Moschee soll gemäss Medienberichten einer Stiftung gehören, die mit Geld aus Saudi-Arabien finanziert wird. Dementsprechend sollen dort auch vermehrt extreme Muslime aus dem arabischen Raum verkehren. Von einem der beiden Schüler wird zudem berichtet, dass er möglicherweise mit der Terror-Miliz 'Islamischer Staat' (IS) sympathisiert.
Solchen Radikalisierungstendenzen ist natürlich entschieden entgegenzutreten und aufkeimende Parallelgesellschaften sind mit allen Mitteln zu verhindern!
Ich frage mich dabei nur, warum hierzulande nicht auch Moscheen, gleich wie unsere Landeskirchen finanziert werden müssen und nur Imame zugelassen werden, die an einer hiesigen Universität ausgebildet wurden. Auch sollten alle Moscheen, natürlich ihren Gepflogenheiten entsprechend, für jedermann geöffnet sein und es müsste dort zwingend in einer der Landessprachen gepredigt werden, damit auch alle verstehen können, was dort gelehrt wird.
Ich musste als Kind nie einer Lehrerin (oder einem Lehrer) die Hand geben. Nicht einmal Fräulein R. Berger und sie war doch der Inbegriff von Korrektheit, Anstand und dem guten Umgang miteinander. Trotzdem war sie für uns eine Respektsperson, wie alle Lehrer damals. Denn schlussendlich fängt der Respekt im Hirn an, nicht bei der Hand. Wirklichen Respekt muss man sich erschaffen, der kann nicht erzwungen werden.
Auf der anderen Seite ist die Schule eine staatliche Institution und hat darum, aus meiner Sicht, konfessionell neutral zu sein. In der Schule wie im Staat, sollen die Regeln für alle gelten!
Klar, das Händeschütteln gehört zu unserer Kultur.
Heute wird es leider zu oft von der leidigen 'Luftküsserei' verdrängt. Wange an Wange – das mag ich nicht. Das ist mir zu nahe und auch zu viel – besonders hierzulande, wo man inzwischen sogar dreimal muss.
Da ist mir ein anständiger Händedruck schon lieber, wenn überhaupt. Denn auch den dürfen wir nicht überbewerten. 2008, zur Zeit der Schweinegrippe oder jährlich zur Grippesaison, empfiehlt sogar das Bundesamt für Gesundheit auf das Händeschütteln zu verzichten; ein kleines Nicken würde auch genügen. Da ging es doch auch ohne – vielleicht, weil es zu unserem Wohle war … ?
Hände sind schmutzig. WC-Türfallen, Automatentastaturen, Treppengeländer, Handgriffe oder Einkaufswagen – die Keime lauern überall und am liebsten werden Infektionen mit den Händen übertragen (zu 80 %).
Warum also geben wir uns noch immer die Hände?
Die beliebteste Erklärung ist: Wer die Hand ausstreckt, öffnet seine Deckung, verringert die Distanz und zeigt mit dem minimalen Körperkontakt seine gute Absicht.
Doch staatstragend oder kulturbewahrend ist das nicht.
Wir könnten doch auch die Nasen aneinanderreiben wie die Inuit. Oder uns tief verneigen, wie das 'Konnichiwa' der Japaner. Auch uns mit einer leichten Verbeugung einfach die Hände vor die Brust halten, wie das Namaste in Indien oder das 'Wai' in Thailand. Das wäre doch eine besonders schöne Begrüssung für eine Lehrerin. Aber eben, bereits diese kleine Verbeugung vor einer Frau, ist für diese beiden fundamentalistischen Jugendlichen scheinbar bereits ein Problem, denn damit müssten sie die Frau ehren und das wollen diese extremen Fundamentalisten eben nicht.
© Copyright by Herr Oter (April 2016)
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Dienstag, 5. Januar 2016
Ist ein Marder Schuld an vier Morden?
Ist ein Marder Schuld an vier Morden?
Im Juni 2015 zersplittert eine Wohnzimmerscheibe in einem Dorf im Aargau. Der Grund war ein Querschläger aus der Schrotflinte eines Jagdaufsehers, der von der Polizei den Auftrag hatte, einen Marder von seinem Leiden zu erlösen. Etwa 100 Schrotkugeln durchdrangen den Storen. Zum Glück war der Mieter der Parterrewohnung, ein 19-jähriger Mann, nicht Zuhause und es kam niemand zu Schaden.
Sein herbeigeeilte Vater und der junge Mieter erhoben im regionalen TV-Sender jedoch schwere Vorwürfe gegen den Jäger: «Wäre ich da gewesen und hätte die Wäsche vor dem Fenster abgenommen, wäre es nicht so gut herausgekommen.»
Gegen den Jäger, läuft ein Verfahren wegen des Fehlschusses.
Den Schaden wird die Versicherung des Jägers inzwischen bezahlt haben – unklar bleibt, ob sich der Jäger und der Geschädigte mit seinem Vater, inzwischen über den Umfang der Entschuldigung einigen konnten.
Ein alltäglicher Fall, der in den regionalen Ausgaben der Medien zum Teil erwähnt wurde; bei der grössten Tageszeitung der Schweiz (Blick) fand ich ihn online nicht.
≈≈≈≈≈≈≈≈
Ein ganz anderes Verbrechen erschüttert sechs Monate später die ganze Schweiz.
In einer anderen Aargauer Gemeinde (ca. 5 km entfernt) findet die Polizei am 21. Dezember nach einem Hausbrand vier Leichen. Die Mutter mit ihren zwei jugendlichen Söhnen und die Freundin des Älteren wurden vor dem Brand erstochen, nachdem die 48-jährige Mutter zuvor eine unbekannte Menge Geld auf der Bank abgehoben hat.
Ein besonders brutaler und schockierender Fall über den alle Medien seit zwei Wochen fast täglich berichten, obschon die Ermittlungsbehörden absolut keine Erkenntnisse weitergeben. Scheinbar wissen sie mehr als sie sagen …. - oder tappen noch im Dunklen … Jedenfalls wird in gewissen Medien wild über den rätselhaften vierfachen Mord spekuliert, kombiniert und manchmal Haarsträubendes an den Haaren herbeigezogen um die Gazetten zu füllen.
≈≈≈≈≈
Ein Beispiel:
Die beiden oben geschilderten Fälle haben aus meiner Sicht gar nichts miteinander zu tun.
Oder doch? Der 'Blick' jedenfalls hat einen Zusammenhang gefunden:
Der Vater des Wohnungsmieters im ersten Fall soll der Freund der getöteten Mutter im zweiten Fall sein. Das ist der einzige, äusserst schwache Bezug der beiden Geschehnisse.
Nichtsdestotrotz titelt der 'Blick' heute in seiner online Ausgabe knallig:
Rätsel-Morde von Rupperswil
Hat dieser TV-Auftritt etwas mit der Tat zu tun?
Daraufhin wird die ganze Geschichte vom vergangenen Juni nochmals aufgewärmt. Keine aktuelle Erkenntnisse, keine neuen Fakten – alle damals Beteiligten geben nicht mehr Auskunft zu dieser alten, lauen Geschichte.
Trotzdem füllt das Boulevardblatt mit einem der abscheulichsten Mordtaten der letzten Jahre und einem nun schweizweit bekannten Dorfnamen, sowie einem reisserischen Titel schändlich seine Zeitungsspalten und lockt damit Leser auf seine Webseite. Gut für die Auflage, resp. die 'Klicks' – gut für die Inserenten, noch besser für die Kasse des Herausgeber!
Aber die Frage nach dem Zusammenhang der beiden Geschichten bleibt weiterhin offen?
- Warum hat der TV-Auftritt von Vater und Sohn «indirekt» etwas mit dem ungelösten Vierfach-Mord zu tun?
- Was verbindet eine harmlose Meldung über eine zerbrochene Fensterscheibe mit dem grausamen Verbrechen an einer vierköpfigen Familie?
- Was hat der Jagdaufseher mit dem abscheulichen Verbrechen zu tun?
- Ist der Sohn beteiligt? Der Vater ist es sicher nicht, das wurde bestimmt längst überprüft.
Oder – ist gar der arme tote
Marder Schuld an den an vier Morden?
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Dienstag, 22. Dezember 2015
Zwei niedliche Jungwölfe erhitzen die Gemüter
Zwei niedliche Jungwölfe erhitzen die Gemüter
Weil die Wölfe aus dem sogenannten 'Calanda-Rudel' immer mehr die Scheu vor den Menschen verlieren, könnte sich daraus ein aggressives Verhalten gegenüber Menschen entwickeln. Darum sollen nun zwei Jungtiere zur Abschreckung getötet werden.
Diese Meldung entfacht nun in verschiedenen Zeitungen viele Reaktionen, einige Kommentarfunktionen mussten inzwischen sogar geschlossen werden.
Besonders heftig wurde die Massnahme auch auf FB kommentiert.
(Guck mal)
Man ärgert sich, dass der Mensch, «über die Tierwelt bestimmt», ja es wird sogar um deren «Erhalt» gefürchtet. Auch das Ermorden von «härzigen Jungtieren» wird heftig verurteilt, als ob ein Kalb, ein Lamm, ein Fohlen oder ein „Mistkratzerli” keine Jungtiere wären. In manchen Kommentaren wird der Abschuss auch «als Regulierung durch die Jagd» verurteilt – aber bei über 26 Tausend Füchsen, deren Fleisch und Fell kaum noch verwertet wird, spielt das keine Rolle.
Übrigens: Auf Schweizer Strassen wird jede Stunde ein Reh totgefahren, insgesamt sind es über 20’000 Wildtiere pro Jahr.
Viele dieser Kommentare sind sehr gehässig. Da werden Menschen mehrfach als Idioten, Sauhüng, Spinner usw. bezeichnet oder mit einer 'Körperöffnung' betitelt; es wird 'Gegessenes' wieder von sich gegeben und es wird u.a. gefordert, dass auch zwei Beamte der zuständigen Behörde «zum Abschuss frei gegeben werden» und die ausführenden Jäger «an die Wand gestellt werden». Solche Kommentare finde ich, auch angesichts der beiden leidgeprüften Jungwölfe, einfach unerhört.
Ich möchte einfach noch daran erinnern, dass zur menschlichen Ernährung in der Schweiz im Jahre 2014 folgende Tiere getötet wurden:
50’577’768 Hühner;
2’751’441 Schweine;
398’664 Rinder;
251’476 Kälber;
239’647 Schafe;
2’897 Pferde,
40’599 Rehe
26’366 Füchse
10’740 Hirsche
12'231 Gämsen
Dazu kommen viele weitere Tierarten, die gejagt werden (Wildscheine, Hasen Gämsen, Murmeltiere usw.) oder die täglich geschlachtet werden (Ziegen, Kaninchen, Strausse, usw.)
und ein auch paar Millionen Wassertiere, wie Fische und Krustentiere usw., dazu gehören übrigens auch die feinen Scampi, Muscheln und Crevetten.
Als „nutzlos!" werden in der Schweiz zudem jährlich 2,4 Millionen männliche Küken qualvoll vergast und millionenfach tote Tiere zur Tierfütterung oder in der Forschung verwendet.
Dazu kommen in diesem Jahr nun leider auch noch 2 abgeschossene Calanda-Wölfe!
;)
Samstag, 18. April 2015
So ein Käse
So ein Käse
Eine Schlagzeile auf Twitter erregt mich - zuerst meine Aufmerksamkeit, dann mein Interesse und dann meinen Ärger:
Darunter sieht man ein Bild vom Gala-Dinner, das anlässlich des Staatsbesuches des französischen Präsidenten François Hollande in der Schweiz, abgehalten wurde. Auf dem Foto wird unsere Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga bei Tisch sitzend gezeigt; umrahmt von zwei attraktiven Frauen – links Marie-Ségolène Royal, die französische Umwelt-Ministerin und rechts Najat Vallaud-Belkacem, Frankreichs Bildungsministerin.
Diese Schlagzeile der Online-Abendausgabe unserer grössten Boulevard-Zeitung:
«Bsoffnige» beim Gala-Dinner: Sommaruga sass neben Hollandes Ex
sticht mir natürlich sogleich in die Augen und weckt sofort mein Interesse.
Denn sie sagt doch aus, dass eine ‘Bsoffnige’ (Betrunkene) beim Hollande-Galadiner anwesend war, oder nicht?
Das ist doch unerhört? Ich bin schockiert!
Wer war das und hat sich die ‘Bsoffnige’ etwa auch noch ungebührlich aufgeführt? Vielleicht gelallt, geschimpft oder sich gar unsittlich benommen? Kam es zum Eklat? Kommt es noch zu einem Skandal?
Der zweite Teil der Meldung lässt mich sogar vermuten, dass es sich dabei um die frühere Frau von Präsident Hollande handeln könnte - Ségolène Royal - die, die sich für eine Präsidentenkandidatur zur Nachfolge ihres Ex-Ehemannes in Frankreich bereit macht?
DAS IST ein Skandal!
Oder wie sehr ihr das? Wie interpretiert ihr diese Twitter-Meldung? Liest ihr diese Meldung vielleicht anders als ich? Es könnte ja sein, dass ich eine richtig niederträchtige Fantasie habe, überall das Dramatische sehe und die menschlichen Abgründe bei mir einfach immer im Vordergrund stehen.
Jedenfalls schwirren mir die wildesten Vermutungen durch den Kopf – kommt Frau Royal vielleicht doch nicht über die Trennung hinweg? Ist ihr an dem Abend mit dem Ex-Mann alles wieder hochgekommen? War vielleicht das Essen so schlecht, dass sie dauern nachspülen musste oder haben sie gar unsere beiden Bundesrätinnen links und rechts so beelendet?
Ich kann nun einfach nicht anders, als leicht angewidert, aber dafür umso ’gwunderiger’, auf den Link zum Artikel zu klicken. Nun will ich es genau wissen…
Doch dieses Mal reicht nicht einmal meine unbändige Fantasie aus, um den wirklichen Begebenheiten gerecht zu werden: Es war nichts als Käse!
Denn besoffen war offenbar nur der Hartkäse aus dem Kanton Bern, den die Schweiz dem französischen Staatsgast beim Gala-Diner zum Dessert servierte. Der trägt den „unstaatsmännischen” Namen «Dr Bsoffnig», weil er während der Reifung mit Wein übergossen wird.
So ein Käse! Es hat also überhaupt nichts mit Frau Royal zu tun, die sich bestimmt „staatsfraulich” zwischen unserer Bundespräsidentin und unserer Verkehrsministerin benommen hat und sicher nur ab und zu, am Weinglas nippte.
Es handelt sich einfach wieder einmal mehr um eine Effekthascherei von Journalisten, denen zum Teil jede schändliche Schlagzeile gelegen kommt, um ihre Artikel an den Mann oder die Frau zu bringen - auch wenn sie dabei erst noch den Namen des unsäglichen Dessertkäses abändern und in eine weibliche Form bringen müssen. Das ist doch einfach Käse, oder nicht?
Übrigens: Vor dem „beschwipsten” Käse gab es beim Hollande-Gala-Diner im altehrwürdigen „Bernerhof” - Saiblingfilet zur Vorspeise, dann Brasato al Merlot (Rindsbraten im Merlot geschmort) und Älplermagronen (Maccaroni an Käserahmsauce)
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;)
Mittwoch, 15. April 2015
Eine Idee, die 150 Millionen Menschen die Augen öffnen könnte
Eine Idee
Eine Idee, die das Leben von 150 Millionen Menschen komplett verändern könnte. Eine Idee, die die Ärmsten der Welt unterstützt. Eine Idee, die neue Einblicke bietet. Eine Idee, die 150 Millionen Menschen die Augen öffnen könnte.
Gemäss WHO bräuchten 150 Millionen arme Menschen auf der Welt dringend eine Brille. Sie können nicht lernen, nicht arbeiten und nicht für ihre Familien sorgen. 150 Millionen Menschen haben Nachteile in der Bildung, im sozialen Miteinander oder einfach im täglichen Überleben – nur weil sie schlecht sehen. Denn diese Menschen können sich schlicht keine Brille leisten.
Was bei uns, in den reichen Ländern, einfach zu haben ist, gibt es in diesen armen Ländern nämlich nicht – eine einfache Brille für 1 Euro.
Einer wollte sich mit diesen Gegebenheiten nicht abfinden!
Denn der Deutsche Martin Aufmuth, ein Lehrer aus Erlangen, konnte nicht begreifen, warum es gerade für diese Menschen in den Drittweltländern, die mit einem Tagesverdienst von nur rund einem Euro (1 €!) auskommen müssen, diese günstigen 1-€-Sehhilfen nicht gibt. Er wollte das ändern!
Nach intensivem Studium, monatelangem Tüfteln erfindet er einen Wunderkasten; eine 30x30x30 cm grosse und etwa drei Kilogramm schwere, unscheinbare Holzkiste, aus dessen Innenleben tausende Brillen hergestellt werden können. Die Herstellung einer Brille dauert bloss zwischen 10 Minuten und etwa einer halben Stunde – und die Kosten: ein Dollar.
Die „Ein-Dollar-Brille” ist geboren, die Idee von Martin Aufmuth verwirklicht und eine simple Lösung für ein gigantisches Problem gefunden.
Im „Wunderkasten” gibt es nebst allen notwendigen Vorrichtungen und Werkzeugen zur Herstellung der Brillen auch eine Biegemaschine, die wartungsfrei ist und ohne Strom auskommt. So kann sie auch im abgelegensten Ort eingesetzt werden. Denn der Brillenrahmen ist aus gebogenem Federstahldraht, so stabil wie bei einer teuren Brille aus Titanflex und, obwohl das Material sehr günstig ist, rostet es nicht. Die gehärteten Linsen aus bruchsicherem Polykarbonat sind bereits in 25 verschiedenen Gläserstärken geschliffen auch im Kasten vorhanden und können ohne Werkzeug nur noch eingesetzt werden.
Ansässige Frauen und Männer werden vor Ort als Techniker oder Optiker angelernt. Nach einem 14-tägigen Intensiv-Training können sie die Sehhilfen selbstständig und eigenverantwortlich herstellen. Die ausgebildeten Optiker gehen zu den Menschen in die Dörfer und versorgen sie vor Ort sofort mit den passenden Brillen. Die Brillen werden für 2-3 ortsübliche Tageslöhne verkauft. So sind sie auch für die Ärmsten dieser Welt erschwinglich. Den einheimischen Fertigern bleiben nach den Materialkosten noch je 60 Cent pro verkaufter Brille. Auf diese Weise soll ein System in Gang kommen, das den Menschen im Ort dauerhaft hilft und den Fertigern eine sichere Existenz bietet. Martin Aufmuth und die Entwicklungshelfer verdienen nichts daran.
Das ist doch eine grossartige Idee, die hoffentlich vielen Menschen die Augen öffnet.
Für weitere Informationen bitte hier
:)
Sonntag, 5. April 2015
Was ist ein Fenster?
Was ist ein Fenster?
Wikipedia definiert es so:
«Ein Fenster ist eine Öffnung in der Wand eines Gebäudes und dient der Lichtzufuhr und der Aussicht.»
Ist ein Fenster also einfach «ein Loch in der Wand» wie es bei Wikipedia heisst oder sind es «die Augen der Häuser«, wie der französischer Schriftsteller Jules Amédée Barbey d’Aurevilly, die Fenster poetisch beschreibt?
Ich tendiere zu den Augen und gehe sogar noch einen Schritt weiter:
Ein Haus ohne Fenster ist ein Gebäude ohne Seele!
Denn erst die Fenster geben einem Wohnhaus Charakter, Charme und Liebreiz.
Die ältesten Behausungen waren noch fensterlos. Tageslicht fiel nur durch die kleine Tür und durch Firstöffnungen (Rauchabzug) ein. In jungsteinzeitlichen Häusern (8. - 6. Jahrtausend v Chr.) gab es bereits schlitzartige Lichtöffnungen. So fand man in der altpersischen Residenzstadt Persepolis in der Lehmmauer eines 6’000 Jahre alten Hauses bereits erste kleine Fenster. Bei den späteren Lichtdurchlässen, handelte es sich dann bereits um kleine, ovale oder rechteckige Öffnungen. Mit der Zeit wurden durch immer transparentere Füllungen, die Lichtverhältnisse und auch die Witterungseinflüsse im Hausinneren verbesserten. So wurden anfangs die Öffnungen mit Verschlüssen aus Stroh, dann geölten und gewachsten Leintüchern, gegerbte dünnen Tierhäuten (Darm und Blase), dünn geschabten Hornplatten, geöltem Papier und durchscheinenden gefirnisten Pergamenten, sowie Wachstüchern vermacht.
Erst im letzten Jahrhundert vor Christus beginnt die Epoche der Fenster aus Glas.
Glas kennt man zwar schon seit etwa 8'000 Jahren (Obsidian) und wurde bereits seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien und Ägypten geschmolzen und verarbeitet. Doch erst die Römer brachten dieses Kunsthandwerk zu seiner Blüte. Erste Funde von kleinen, gegossenen Glasfenstern (ca. 20 - 30 cm) wurden aus der Zeit um 30 v. Chr. in den reichen Häusern von Pompeji belegt.
Später wurde solcher Luxus auch im Kirchenbau verwendet und um das Jahr 290 wurden die ersten Kirchenfenster mit Glas versehen. Von Gregor von Tours wurden 591 erstmals bronzene Kirchenfenster mit einer farbigen Glasausfüllung erwähnt. Auch in römischen Kastellen sollen bereits damals schon, vereinzelt Glasfenster eingesetzt worden sein. Im späten 12. Jahrhundert (1180) sind erste Glasfenster als besonderer Luxus hin und wieder auch in englischen Privathäusern zu finden. 1330 entwickelte ein Glasmacher in Rouen (Frankreich) das Prinzip des Mondglases, das auch Bụtzenglas genannt wird. Fenster konnten nun in grösserem Rahmen hergestellt werden. Später wurden Fensterscheiben jahrhundertelang mit der Glasmacherpfeife geblasen, aufgeschnitten und flachgewalzt. Erst 1688 wurde in Frankreich das Gussglasverfahren entwickelt. Fensterglas wurde dann gegossen, geschliffen und poliert. In England wurde es nun bei Schlössern in grösserer Stückzahl verwendet, um Reichtum zu zeigen.
Das Fenster oder zumindest das Glas darin, war also schon von Beginn weg, neben dem Lichteinlass auch immer eine Demonstration von Macht und Reichtum.
Somit stellt sich die Frage nach dem heutigen Sinn von Fenstern?
Dienen sie dazu, dass man ins Freie hinausschauen kann oder damit der Blick ins luxuriöse Innere freigeben wird?
Bis ins frühe Mittelalter waren Fensteröffnungen nur dazu bestimmt, Licht in die Räume zu lassen. Bis dahin begann die Fenstersohle erst in Kopfhöhe. Mit dem Aufkommen von transparenten Fensterverschlüssen wurden dann jedoch die Fensterbrüstung so tief gelegt, dass man auch hinausblicken konnte. Was vor dem Haus vorging wurde zum eigentlichen Zeitvertreib. Dazu sparte man bereits im 12. Jahrhundert Fensternischen aus, in denen Seitenbänke angebracht wurden. Diese Fensternischen wurden im 13. Jahrhundert allgemein üblich und blieben es bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. In dieser Zeit gipfelte der Müssiggang und die Neugierde hinter Fenstern in den wohnlicheren Erkern und prunkvollen Ausluchten, den Vorgängern der heutigen, vollverglasten Wintergärten. Jetzt ist die Grenze zwischen Privatheit und öffentlichem Raum beinahe ganz aufgehoben.
Das unverhüllte Fenster als Einblick, als Öffnung nach innen, in den privaten Bereich. Ein „Schau-Spiel", das die zufällig vorbeikommenden Passanten und Passantinnen auf der Strasse zu Zuschauern, zu Voyeuren macht.
Diese grossflächige Transparenz führt mich nun von der neugierigen Aussicht zur indiskreten Einsicht:
Ein Mensch mit Anstand schaut nicht in fremde Fenster, heisst es.
Doch seien wir mal ehrlich, wer von uns wirft nicht gerne einen verstohlenen Blick in ein erhelltes und unverhülltes Fenster, wenn es in einer nächtlichen Strasse uns dazu einlädt? Es ist der Drang, „fremden Leuten ins Fenster gucken“ zu wollen, dem neugierigen, möglicherweise auch voyeuristischen Blick in die private Sphäre der Hausbewohner freien Lauf zu lassen, ohne dabei selbst entdeckt zu werden. Die simple Lust in fremde Fenster zu schauen und heimlich Menschen zu beobachten, die sich unbeobachtet fühlen. Nicht wenige Menschen haben doch eine gewisse voyeuristische Veranlagung. Der Begriff steht heute längst nicht mehr nur in Verbindung mit einer sexuellen Vorliebe. Der abgeschwächte Begriff könnte man als blosse Neugierde bezeichnen, Neugierde am Leben anderer Individuen.
War es früher der diskrete Blick in einen verschwiegenen Garten, ist es inzwischen bereits der intime Blick in die hellerleuchteten Wintergärten und Wohnzimmer.
Man sieht den unbekannten Bewohnern bei der Hausarbeit, beim Essen, beim Lesen, beim Telefonieren oder beim Dösen vor dem Fernseher zu. Kinder spielen am Boden, Frauen kochen am Herd und Männer hocken am Tisch vor dem Laptop. Szenerien, die jedem von uns bekannt vorkommen spielen sich in einem fremden, anscheinend privaten Raum öffentlich ab. Manchmal wird dazu gestikuliert und lautlos gesprochen und man ist versucht, auch noch ihre Worte anhand der sich bewegenden Lippen und Gesten zu erraten; ja das Gesehene gar in eine Szene einer vermeintlichen Handlung einzubinden.
Unser voyeuristischer Blick durch eine erleuchtete Scheibe, ist ja vom Fernsehen bereits geschult. Er verlangt nur nach kurzen Fragmenten und sensationellen Einblicken in kurzen Schnitten, um sich nach der schnellen Sättigung wieder zurückzuziehen und sich eigene Gedanken zu machen. Der abendliche Spaziergänger fragt sich angesichts der vielen, live stattfindenden häuslichen Szenen in Wohnzimmerfenstern vielleicht nur noch, in welchem Film er das schon mal gesehen habe.
Denn was wir in Fenstern sehen, wird uns doch wie im Fernsehen oder wie auf einer hellerleuchteten Bühne präsentiert, wird zum Fernsehfilm oder Theaterstück dessen Regisseur wir selber sind. Ich frage mich oft, ob sich die Akteure ihrer Rollen bewusst sind. Denn wie auf der Bühne im Scheinwerferlicht, sind die Zuschauer vor dem Fenster bei Dunkelheit ja nicht sichtbar und den Bewohnern darum vermutlich auch nicht jederzeit bewusst.
Doch selbst ein menschenleeres, vielleicht kurz verlassenes Zimmer, vermag uns zu bannen. Man ist geneigt die Einrichtung wildfremder Menschen zu werten, sich über ihren Geschmack Gedanken zu machen und das alles, zusammen mit ihrem Ordnungssinn auf ihre vermeintlichen Charaktere umzumünzen.
Was wir erleben, ist die Kehrseite des Begriffs «Fenster», als „ein Loch in der Wand zum Herausschauen“. Denn genau so einfach und unverblümt, lässt sich heute auch hineinschauen - offen und ungehindert.
Im Gegensatz zu einer Türe, die auch ein Loch in der Wand ist, uns aber durch viel Holz und wenig Glas den ungehinderten und ungefragten Eintritt verwehrt. Doch die unverhüllten Fensterfronten lassen den ungefragten Einblick einfach gewähren, während früher feiner, seidener Tüll tagsüber und schwere Vorhänge in der Nacht, die Geschehnisse im Hausinnern noch schamhaft verhüllten, fehlt den heutigen, dreifach verglasten Fenster dieser Sichtschutz völlig oder zumindest teilweise. Der „alte“ Vorhang jedoch teilte, die Welt noch in Drinnen und Draussen, er war ein Instrument zur fein dosierbaren Privatheit.
Die moderne Architektur kennt zum Teil sogar überhaupt keine Fenster mehr, sondern nur noch Glaswände.
Diese gläsernen Fassaden neuzeitlicher Mehrfamilienhäuser lassen so die beleuchteten Wohnungen wie ein überdimensioniertes Puppenhaus aussehen.
Diese Transparenz bietet zwar ein Optimum an Lichteinlass, aber zugleich sind die überdimensionierten „Fenster“ zu „Augen in die Seele eines Wohnhauses” geworden. Nur verfehlen, wie mir scheint, diese modernen, gläsernen Wohntürme sowohl den Begriff des „Wohnhauses”, da ich sie nicht als wohnlich empfinde, wie auch den Begriff des „Fensters”; denn es fehlt hier die Prämisse seiner Definition – «ein Loch in der Wand des Hauses zu sein, um aus ihm herauszusehen.«
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Man meint, ein Haus ohne Fenster sei kein wohnliches Haus…. oder doch?
Seht selbst: Wohnen im Haus ohne Fenster
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;)
Mittwoch, 1. April 2015
Das Paradies auf Erden
Wenn Du ein Dach über dem Kopf hast,
ein eigenes Bett besitzt,
Deine Kleider in einem Schrank aufbewahrst und
sogar die Esswaren in einem Kühlschrank kühlst
––––
dann bist Du statistisch gesehen
reicher als 75 Prozent der
Weltbevölkerung.
Weltbevölkerung.
Wenn Du auch Geld auf der Bank und in Deinem Portemonnaie hast,
dann gehörst Du sogar zu den privilegiertesten 8 Prozent dieser Welt.
dann gehörst Du sogar zu den privilegiertesten 8 Prozent dieser Welt.
Also Grund genug
um zufrieden und dankbar zu sein
–
denn:
33 % sind ohne Stromanschluss16 % besitzen keinen eigenen Wasseranschluss22 % keinen Zugang zu Trinkwasser15 % können weder lesen noch schreiben13 % unterernährt
––––
Sorge Dich, als hättest Du keine Sorgen.
Arbeite, als bräuchtest Du kein Geld.
Tanze, so wie Du tanzen kannst.
Singe, als ob niemand es höre.
Liebe, als hättest Du noch nie geliebt.
Liebe, als hättest Du noch nie geliebt.
Lebe, als sei das Paradies hier auf Erden.
;)
Samstag, 28. März 2015
Auch wenn es nur sehr schwer auszuhalten ist….
Ein Flugzeug zerschellt nach einem kontrollierten, fast 10-minütigen Sinkflug in den französischen Alpen in kleinste Einzelteile. 150 Personen werden dabei getötet. Schockierend!
Der Voice-Recorder wird nach wenigen Stunden gefunden und die aufgezeichneten Stimmen und Geräusche innert 24 Stunden grob ausgewertet. Ein französischer Staatsanwalt tritt vor die versammelte Weltpresse und gibt bekannt, was die ersten, provisorischen Auswertung ergeben haben. Demnach soll der Pilot kurz vor dem Einleiten des Sinkfluges das Cockpit verlassen haben. Später versuchte er vergeblich ins Cockpit zurückzukehren. Der Kopilot reagiert auf die Rufe des Piloten, die Schreie der Passagiere, verschiedene Aufrufe der französische Flugsicherung und die Warnsignale der Überwachungstechnik im Flugzeug nicht. Normale Atmungsgeräusche sind jedoch bis am Schluss hörbar.
Soweit die Fakten.
Jetzt beginnt der Staatsanwalt (gemäss Wikipedia: meistens ein Staatsbediensteter, der bei Gericht oberster Vertreter der Anklage ist, [also der Ankläger, nicht der Richter] zu spekulieren. Er nimmt auf Grund der Geräusche an, dass dem Piloten der Zutritt in das Cockpit durch den Kopiloten willentlich verwehrt wurde. Auch muss absichtlich der Sinkflug der Maschine eingeleitet und auf Warnsignale nicht reagiert worden sein. Also folgert der Staatsanwalt daraus, dass der Kopilot das Flugzeug absichtlich zum Absturz brachte. Das Wort Selbstmord erachtet er dabei als falsch, weil der Kopilot zusätzlich 149 andere Insassen zu Tode brachte; also ist er nun ein Mörder!
Dann buchstabiert der franz. Ankläger den vollen Namen des Kopilot in die Mikrofone und Kameras der ganzen Welt. Innert Minuten werden Bilder des Mörders und Selbstmord-Attentäters weltweit verbreitet. Einige der Bilder zeigen dummerweise auch falsche Person mit gleichem oder ähnlichem Namen. Innert einer halben Stunde werden zudem 14 FB-Profile mit dem Namen des Kopilot neu aufgeschaltet und zum Teil mit islamischen Parolen versehen. Das echte FB-Profil des Kopilot wird erst mehr als eine Stunde danach gelöscht. Fatalerweise werden innert einer Stunde auch Bilder, TV-Aufnahmen und die genaue Adresse des Elternhauses des mutmasslichen Mörders – in einer rheinland-pfälzischen Kleinstadt (mit ca. 13’000 Einwohnern) im Westerwald – veröffentlicht. Das zieht sofort eine dutzendfache Reporterschar dorthin nach sich. Der Beschuldigte bewohnte jedoch seit einiger Zeit eine eigene Wohnung, 130 Kilometer entfernt am Düsseldorfer Stadtrand.
Der Lufthansa-CEO spricht dann wenige Stunden später auf der Pressekonferenz, von einem mehrmonatigen Unterbruch während der Ausbildung des Kopilot. So ein Unterbruch sei nicht aussergewöhnlich und der Grund dafür sei ihm nicht bekannt. Eine Journalistenfrage nach einem möglichen medizinischen Grund, beantwortet der CEO damit, dass er aufgrund des Arztgeheimnisses, das in Deutschland auch über den Tod hinaus gilt, darüber nicht in Kenntnis gesetzt wurde.
Trotzdem wird innert Minuten, befeuert durch die Selbstmord-Theorie, über eine mögliche, psychische Erkrankung des Kopilot spekuliert. Depressionen werden von Reportern diagnostiziert und es werden auch irgendwelche „Freunde” oder Kollegen gefunden, die diese Theorie „bestätigen”. Zum Teil wird ihnen dafür angeblich 70 € angeboten.
Am Tag danach wird bei der Hausdurchsuchung ein zerrissenes Arztzeugnis für den Unfalltag gefunden. Was darin stand? Arztgeheimnis! Auch wird bekannt, dass der 27-jährige Kopilot unter Sehstörungen gelitten haben soll und sich wegen einer möglichen Einschränkung des Sehvermögens Sorge um seine Pilotentauglichkeit gemacht haben soll und sich darum in ärztliche Behandlung begeben haben soll...
So, nun ab gilt der
„150fache Mord unter Inkaufnahme der Selbsttötung” durch einen ein Flugzeug steuernden, depressiven Mörder mit Augenproblemen und Sorgen,
als gesicherte und bestätigte Tatsache.
Selten, wie in diesem tragischen Fall, sind mir die üblen Machenschaften der Medien bewusst geworden: Spekulationen werden zu Vermutungen und die Vermutungen werden durch neue Spekulationen zu Tatsachen. Bausteinartig wird ein Täterbild auf wackeligen Elementen konstruiert. Durch das ständige Wiederholen setzen sich diese Spekulationen und Theorien dann nachhaltig im Gedächtnis fest. Doch Beweise dafür gibt es eigentlich keine.
Ich meine, auch wenn die französische Staatsanwaltschaft sagt, der Kopilot habe die Maschine willentlich zum Absturz gebracht, heisst das noch lange nicht, dass es wirklich so war. Staatsanwälte haben schon oft etwas behauptet und angeklagt, das sich später als unrichtig herausgestellt hat und dementsprechend auch ganz andere Urteile, als die von ihnen geforderten, daraus resultierten. Das sieht man ganz explizit auch am Fall Knox, aber dazu später mehr.
Der wirkliche Hergang im Cockpit des Airbus A320, die technischen Voraussetzungen und die genauen Manipulationen, aber auch die Befindlichkeit des Piloten und erst recht seine wirklichen Beweggründe sind absolut unbewiesen. Der Flugdatenschreiber, der diese Beweise liefern könnte, ist scheinbar nach vier Tagen immer noch nicht gefunden. (Warum wohl?) Somit bleibt alles nur Spekulation und Theorie.
Aber auch wenn sich diese Theorien vermutlich im Nachhinein als richtig erweisen, so darf aus meiner Sicht, der seriöse Journalismus, trotz des Drucks aus der voyeuristischen Öffentlichkeit, ethische Grundregeln nicht ausser Kraft setzen.
So ist eine menschenunwürdige Hetzjagd auf die Angehörigen (in diesem Fall die Eltern und ein Bruder), durch eine sofortige Herausgabe des vollen Namens zu vermeiden. Für sie gilt die gleiche Regel wie für die Angehörigen der Opfer. Denn auch sie sind genau so Opfer und nicht Täter.
Auch die Aufbauschung von möglichen Szenarien und unbewiesenen Tatsachen sollte mit der nötigen Sorgfalt erfolgen. Denn durch eine ‘sensationsgetriebene’ Berichterstattung werden Erinnerungen und Bilder in den Köpfen der Öffentlichkeit produziert, die sich nie mehr ganz korrigieren lassen.
Das zeigt ein weiterer schamloser Fall von Sensationsjournalismus, der in den gleichen vier Tagen leider durch das Grossereignis in den französischen Alpen etwas in den Hintergrund gedrängt wurde.
In diesem absolut unseriös und schlampig ermittelten Mordfall, wurde die Amerikanerin Amanda Knox von der italienischen Staatsanwaltschaft in verschiedenen Verfahren um Sex, Drogen und einer barbarischen Bluttat, zu 28 Jahren und sechs Monaten Haft wegen Mordes verurteilt. Ihr damaliger Freund erhält dafür 25 Jahre. Vier Jahre davon sitzen die beiden ab. Dann musste man sie auf Grund von zwei Rekurs-Verfahren (nach einer erneuten Verurteilung) freilassen. Gestern wurden die beiden nun vom höchsten Gericht Italiens in letzter Instanz «wegen erwiesener Unschuld» endgültig freigesprochen. [Bericht]
Bei diesen verschiedenen, spektakulären Verfahren wird Amanda Knox von den Medien während Jahren als «eiskalter Engel von Perugia» bezeichnet und dabei entweder als bildschöne, unschuldige Madonna oder als kaltblütige, blutrünstige Mörderin dargestellt.
Trotz diesem nun vollumfänglichen Freispruch und der bewiesenen Unschuld, kommt einem sofort wieder das Bild des „Engel mit den Eisaugen” - wie die schöne Amanda Knox in den Medien auch bezeichnet wurde – in den Sinn und man ist darum sogleich wieder nicht mehr ganz davon überzeugt, dass eine, mit solchen Augen, wirklich nichts mit dem Mord an ihrer Mitstudentin zu tun hat.
Darum meine ich, Mörder sind erst Mörder, wenn es endgültig bewiesen ist!
Somit müsste die Unschuldsvermutung auch im aktuellen Flugzeugabsturz gelten, bis das Gegenteil mit eindeutigen Belegen bewiesen ist – auch wenn das für Journalisten und die Medien-Öffentlichkeit nur sehr schwer auszuhalten ist.
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Montag, 23. März 2015
In der Schweiz wird es immer gefährlicher!
Fast jeden zweiten Tag einen Mord hierzulande. Es wird geballert was das Zeug hält! Auch die schweren Körperverletzungen, Raub und Diebstähle häufen sich massiv. Es wird ständig vergewaltigt und Kinder werden immer öfter missbraucht.
In der Schweiz wird es immer gefährlicher!
Die Jugendlichen – keinen Vergleich zu früher! Brutalisiert durch stundenlange, verrohende Videospiele am PC, schlagen sie immer öfter und immer kaltblütiger zu. Die gewalttätigen und bluttriefenden Filme im Fernsehen tun das Übrige dazu. Die durch das Internet sexualisierte Gesellschaft und der Druck und die Verrohungen in der Arbeitswelt haben inzwischen jegliche Moral und Wertmassstäbe ausser Kraft gesetzt. Nicht zu reden von den vielen Ausländern im Lande …. Dazu kommen jetzt auch noch massenhaft Asylbewerber – die klauen doch alle wie die Raben. Es wird einfach alles gestohlen was nicht Niet- und Nagelfest ist, um es dann auf einer Plattform im Internet zu Geld zu machen.
Mir ist ganz klar, die Straftaten in der Schweiz nehmen dramatisch zu und die Delikte werden immer brutaler. Die einst schöne und friedliche Schweiz ist in den letzten Jahren zum Tummelplatz von Mördern, Gangstern und Ganoven geworden –vor allem von Ausländischen natürlich.
Wo führt das bloss hin? Man ist sich hierzulande doch seines Lebens nicht mehr sicher. Viele getrauen sich Abends schon gar nicht mehr auf die Strasse.
Genau so nehme ich die Kriminalität in der Schweiz wahr, schliesslich lese ich täglich Zeitungen.
Aber ich habe mich täuschen lassen!
Denn die neuste Medienmeldung des Bundesamtes für Statistik (BFS) belehrt mich eines besseren:
Die Schweiz ist so sicher wie noch nie.
Immer weniger Mord, Todschlag, Raub und übrige Straftaten geschehen hierzulande. Auch weniger Straftaten von Asylbewerbern und die Jungen sind ebenfalls weniger straffällig und gewalttätiger als früher. Auch geklaut wird fast nichts mehr, ausser Fahrzeuge. Fast alle Straftaten sind in den letzten Jahren in der Schweiz zurückgegangen; insgesamt sanken die Straftaten im letzten Jahr um ganze 8,5 Prozent.
Bei den „Vollendeten Tötungsdelikten“ wurde sogar der tiefste Wert seit 30 Jahren erhoben.
Waren es 1990 noch 110 Tötungen (1.6 pro 100’000 Einwohner) so waren es im 2014 „nur” noch 41 Getötete (0.5 pro 100’000 Einwohnern).
Auch sind mehr als die Hälfte der Tötungen (23 von 41) innerhalb der eigene vier Wänden geschehen und dabei griffen die Täterinnen und Täter weniger zu Schusswaffen als im Vorjahr. Also nichts mit dem zunehmenden Mehr an ballernden Ausländern oder Asylbewerbern auf offener Strafe.
Bei den ‘bis 24-jährigen‘ Erwachsenen sank die Zahl der Beschuldigten um 8,9 Prozent, bei den älteren hingegen nur um 1 Prozent. Auch bei den beschuldigten Straftaten der Kinder und Jugendlichen ging die Anzahl um 1,2 Prozent zurück. Das sind 40 Prozent weniger beschuldigte Minderjährige seit 20091. Also ist meine Wahrnehmung, dass die heutige Jugend immer straffälliger und brutaler wird einfach falsch!
Auch die Zahl der straffälligen Asylbewerber war seit 20091 nie mehr so tief wie im letzten Jahr (-30,9 %), trotz massiv höherem Anteil an der Bevölkerung. Also auch nichts mit den klauenden Flüchtlingen. Denn der zweitgrösste Rückgang der Straftaten entfällt auf die Diebstähle. Sie gingen 14,3 Prozent zurück. Nur die Zahl der entwendeten Autos, Mofas und Velos stieg um 8,4 Prozent.
Auch bei den einfachen Körperverletzungen (-8,7 %), bei Raubdelikten (-25,9 %) und bei den Drohungen (-7,5 %), den Nötigungen (-2,8 %), den sexuellen Handlungen mit Kindern (-2,3 %) und Vergewaltigungen (-2,6 %) gingen die Straftaten im letzten Jahr zum Teil wieder massiv zurück.
Demgegenüber sind die „Krawatten-Delikte”, die Straftaten der „noblen” Herren und Damen, weiter angestiegen:
Betrug (+ 2,8 %), Erpressung (+ 19,5 %) und Urkundenfälschung (+ 14,4 %).
Fazit:
Ich habe mich gewaltig getäuscht! Die Schweiz ist friedlicher denn je und (fast) alles ist besser geworden.
Ich habe viele (Gruppen) zum Sündenbock gestempelt, die es nicht verdient haben und die, die es verdienten, habe ich nicht wahrgenommen. Aber eben, man stellt sich den gemeinen Verbrecher auch nicht im noblen Anzug und Krawatte oder auf einer Teppichetage vor.
Aber wie konnte ich mich so täuschen lassen?
Ich vermute, dass ich von den Medien geimpft und von der Politik manipuliert wurde!
Denn die Medien befriedigen mit einer unverhältnismässigen Berichterstattung die Sensationslust ihrer Konsumenten. So bauschen sie jedes Verbrechen ganz gross auf. Zuerst wird, zum Teil in grossen Lettern, tagelang über das Verbrechen berichtet, danach noch lange über irgendwelche scheinbaren Hintergründe spekuliert. Irgendwann wird über eine Verhaftung informiert und wieder ausführlich spekuliert. Später kommt es zum Prozess, darüber die nächste ausführliche Berichterstattung und nach einem allfälliges Urteil ist meistens auch noch nicht Schluss. So werden die gleichen Verbrechen immer wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gezerrt und der Eindruck von einer zunehmenden, überproportionalen Gewalt bleibt haften, wenigstens bei mir. Danach kommen dann noch gewisse Politiker und warnen bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor den Gefahren, die von bestimmten Gruppen ausgehen würden und schon wird mein Eindruck, dass alles immer schlimmer und gefährlicher wird, wieder zementiert.
Aber die Statistik beweist etwas ganz anderes:
Die Schweiz war nie ungefährlicher, friedlicher und sicherer als heute!
Übrigens:
In der ersten Stunde, nach Aufhebung der Veröffentlichungsperrfrist des BFS, hat nur eine Zeitung (watson.ch) über die erfreuliche Entwicklung im Schweizerischen Strafwesen berichtet ...
1 Beginn der differenzierten Erhebung
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Samstag, 14. März 2015
Bevor man das nächste T-Shirt kauft…
Ein kritischer Blick:
Bevor man das nächste T-Shirt kauft…
Wir tragen sie im Sommer, im Winter, beim Sport oder zum Schlafen. Das Baumwolle-T-Shirt hat einen hohen Tragekomfort, ist modisch, anschmiegsam und günstig. Darum ist es sehr beliebt und man hat meistens gleich mehrere davon – in allen Farben, in verschiedenen Designs und oft mit coolen Aufdrucken. Das T-Shirt aus Baumwolle ist das Kleidungsstück schlechthin.
Baumwolle ist darum weltweit die wichtigste, natürliche Textilfaser. Man verwendet sie seit 8'000 Jahren und bereits 3’000 v. Chr. begann in Indien, Pakistan und China der kommerzielle Anbau. Sechsundzwanzig Millionen Tonnen Baumwolle werden heute weltweit jährlich produziert. Indien ist mit vier Millionen Tonnen das drittgrösste Anbauland, nach China und Amerika. In Indien leben vier Millionen Bauern davon und weitere 60 Millionen Menschen arbeiten in der Textilindustrie.
Baumwolle braucht viel Wärme und sehr viel Wasser, mag aber keine Niederschläge. Darum wird Baumwolle in tropischen Trockengebieten angebaut und künstlich bewässert. Dreiviertel der weltweiten Produktion stammt daher von künstlich bewässerten Flächen. Im weltweiten Durchschnitt werden rund 11'000 l Wasser für die Produktion von 1 kg Baumwolle benötigt. Doch der grösste Teil, der bei uns getragenen Baumwolle, kommt aus Indien und dort verbraucht man für 1 kg Rohwolle sogar mehr als 23'000 l Wasser – das 23-fache dessen, das für die Produktion eines Kilos Weizen aufgewendet werden muss. Für ein einziges T-Shirt muss der Baumwollstrauch also im Minimum etwa 2'000 Liter Wasser aufnehmen und für die Verarbeitung kommen dann nochmals 700 – 1'000 Liter dazu. So werden für die Baumwollproduktion etwa sechs Prozent des weltweiten Süsswasserverbrauchs aufgewendet, das heisst, dass jährlich etwa 256 Kubikkilometer Wasser benötigt werden. Diese Menge würde ausreichen, um jeden Erdbewohner mit 120 Liter Frischwasser pro Tag versorgen zu können.
In den Baumwollprodukten, die in Deutschland pro Jahr gekauft werden, stecken rund 6,4 Milliarden Kubikmeter Wasser. Das sei mehr als die doppelte Menge Wasser, die private Haushalte im gleichen Zeitraum zum Waschen, Kochen, Duschen und Baden verbrauchten, rechnete das Statistische Bundesamt aus.
Baumwolle ist höchst anfällig für Schädlinge. Darum werden im Schnitt die Ackerflächen pro Saison 25 bis 30 Mal flächendeckend mit Pestiziden aller Art besprüht. Etwa 25 % aller weltweit im Ackerbau eingesetzten Insektizide werden für die Baumwollproduktion aufgewendet, obschon die Ackerfläche für Baumwolle nur 1/40, also bloss 2.5 % der Weltackerfläche bedeckt. Für jedes Baumwolle-T-Shirt sind das umgerechnet rund 150 gr. Gifte, die nur schon auf dem Acker landen.
Über die Hälfte der indischen Bauern sind Analphabeten. Da sie sehr schlecht ausgebildet sind, vergiften sie sich oft selbst: Unsorgfältiges Ausbringen, falsche Mengen oder die Inhaltsstoffe der Pestizide verursachen Unfälle und gesundheitliche Schäden: Augen- und Atembeschwerden, Krebs, Unfruchtbarkeit usw. Nach Schätzungen der WHO sterben in den Baumwollanbaugebieten weltweit jährlich 20’000 Menschen und drei Millionen erkranken durch den Einsatz der Pestizide.
Feldarbeiterinnen erhalten für ihre knochenharte, monotone Arbeit zwei Rupien, also knapp vier Rappen pro Kilo Ernte. Wenn die Baumwolle gut ist, können bei strenger Arbeit täglich bis zu 50 Kilogramm geerntet werden, das gibt zwei Franken/Euro pro Tag. So können ca. 40 Fr./€ pro Monat erarbeitet werden; das genügt dürftig zum Überleben einer Person.
Übrigens: Um die harte Arbeit und ihre schwierige Lebenssituation erträglicher zu machen, begannen die fernab ihrer Heimat Afrika auf den Baumwollplantagen schuftenden Sklaven einfache Songs zu singen, die von Liebe, Sehnsucht und Leid erzählten. Damit erschufen sie den ‘Blues‘, eine heute nicht mehr wegzudenkende Musikgattung.
Für die Verarbeitung und Veredelung der Baumwolle ist nochmals ein hoher Einsatz von Chemikalien und Wasser notwendig. Oft sind 25 % des „100-Prozent“-Baumwolle-T-Shirts Farbstoffe, Weichmacher und andere Chemikalien. Für ein Kilogramm Baumwollstoff werden neben den vielen Chemikalien auch nochmals einige hundert Liter Wasser verbraucht. Durch fehlende Kenntnis, Vorschriften und Kontrollen in den Billiglohnländern und nicht zuletzt unter dem unsäglichen Preisdruck, ist die Stoffherstellung vielfach gesundheitsschädigend und lebensgefährlich. Die Arbeiter kommen mit giftigen Substanzen wie Quecksilber, Cadmium, Chrom, Blei und Kupfer, die zum Aufbereiten und Färben der Fasern verwendet werden, in direkten Kontakt. Die Chemikalien gelangen zudem in die Luft und in das Abwasser. Die Menschen in den Ballungsgebieten der Textilindustrie leiden unter verseuchtem Trinkwasser, schmutzigen Flüssen und Seen, schlechter Luft und belasteten Nahrungsmitteln. Über die Meeresströmung verteilt sich das Gift zudem über die ganze Welt. Auch durch unsere Reinigung der Baumwollprodukte landen noch darin enthaltene Chemikalien und Giftstoffe bei uns in den Kläranlagen und Verbrennungsfiltern oder sie lagern sich irgendwo ab. Aber es verbleiben trotzdem zwischen zwei und zehn Prozent der Textilhilfsmittel (Chemikalien) und Farbstoffe auch nach mehrmaligem Tragen und Waschen in den Textilien, darum sind viel getragene und „verwaschene“ T-Shirts zunehmend auch weniger schädlich für uns.
In Kambodscha, Bangladesch, China oder Indien werden für Tageslöhne von ein bis zwei Franken/Euro, Kleider für den europäischen Markt genäht. In Bangladesch hat die Regierung zwar endlich den monatlichen Mindestlohn für ungelernte ArbeiterInnen auf 930 Taka (ca. 14 Fr./€) und für gelernte ArbeiterInnen auf 2.100 Taka - ca. 35 Fr./€ festgesetzt. Doch dieser liegt nach wie vor weit unter der Armutsgrenze. Nur durch massive Überstunden erreichen die Arbeiterinnen diesen durchschnittlichen Tageslohn von 2 Fr./€. So kommen die Arbeiterinnen schnell mal auf über 100-Stunden pro Woche. Laut Gesetz gilt zwar maximal die 60-Stunden-Woche bei einem freien Tag pro Woche – aber zwölf Stunden Arbeitstage sind die Norm, 16 Stunden keine Ausnahme und das oft an allen sieben Wochentagen. NäherInnen leben und bleiben arm; denn vielfach deckt auch dieser schwer erarbeitete Tageslohn weniger als 50 % der Haushaltsausgaben.
Die Arbeit wird zu 80 Prozent von Frauen, meist im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, gemacht. Üblicherweise fangen sie als Mädchen im Alter von 14 bis 15 Jahren in den Fabriken als „Helferinnen“ mit noch bedeutend schlechterer Bezahlung an. Mit 16 sind sie dann einfache Näherinnen auf der untersten Hierarchiestufe. Die Beschäftigten bekommen meistens keine Arbeitsverträge; Mutterschutz sowie Sozial- oder Vorsorgeleistungen fehlen gänzlich. Eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall besteht ebenfalls nicht.
Häufig sind in Europa die dortigen, räumlichen Arbeits-Bedingungen nicht einmal mehr für Legehennen akzeptabel. Sauberes Trinkwasser, Lüftung, richtige Beleuchtung, sowie Aufenthalts- oder Essräume fehlen des Öfteren. Hygiene und Sicherheit sind des Öfteren in haarsträubendem Zustand und manchmal bezahlen die zum Teil minderjährigen Arbeiterinnen unser billig gekauftes T-Shirt sogar mit ihrem Leben, wie der Einsturz der Textilfabrik „Rana Plaza” mit mehr als 1000 Toten zeigte.
Redeverbote, Schikanen, Beschimpfungen oder Schläge und offene sexuelle Gewalt von den Vorgesetzten (meistens männlich) sind an der Tagesordnung. Pausen und Toilettenbesuche werden eingeschränkt, Zuspätkommen wird in einigen Fabriken sogar mit „am Pranger stehen” bestraft. Wer murrt, fliegt!
Auch nebst der Arbeit leben die Arbeiterinnen in desolaten Zuständen auf engstem Raum, teilen Toiletten, Küchen und häufig sogar auch das Bett. Überteuerte Mieten werden für übelste Wohnverhältnisse verlangt. Korruption, Ausbeutung und sexuelle Übergriffe wohin man sieht.
Fazit:
In einem billigen, schnell gekauft und bald weggeworfenen Baumwolle-T-Shirt steckt ein grosser Aufwand an Wasser, Chemie und harter Arbeit unter extrem inhumanen und menschenverachtenden Arbeits- und Lebensbedingungen.
Eine blosse Preiserhöhung von ca. 10 % bei uns, könnten wenigstens existenzsichernde Löhne und faire Arbeitsbedingungen ermöglichen.
Ich meine darum:
Bevor man das nächste T-Shirt kauft…
oder eines unbedacht entsorgt…,
sollte man sich vorher neben einem kritischen Blick,
vielleicht auch ein paar Gedanken machen…
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:(
Donnerstag, 5. März 2015
94 Gramm
94 Gramm
wiegt der Apfel mehr als die Birne!
Ich habe gerade einen Apfel und eine Birne miteinander verglichen – mit der grammgenauen, elektronischen Küchenwaage: Unterschied 94 Gramm!
Jetzt soll mir noch einer kommen und behaupten:
Äpfel mit Birnen vergleichen – das geht doch nicht!
Und ob das geht, und zwar exakt!
;)
Sonntag, 22. Februar 2015
Freitag, 16. Januar 2015
Der Marsch – ein Filmtipp
Der Marsch – ein Filmtipp zum Thema: Flüchtlinge
Flüchtlinge, ein beherrschendes Thema in unserer Zeit.
Die Schlagzeilen dazu sind abscheulich, die Bilder sind aufwühlend und die Meldungen machen mich betroffen!
Zum Beispiel am 31. 12. 2014:
Während wir uns auf den Jahreswechsel im feinen Ambiente vorbereiten, liesst man:
Geisterschiff "Blue Sky M":
Im Mittelmeer kann die italienische Küstenwache am Vormittag ein führerloses Schiff, acht Kilometer vor der Küste der Region Apulien stoppen und damit eine lebensgefährliche Kollision mit den Felsen verhindern. Das Schiff war vom türkischen Hafen Mersin in der Nähe der syrischen Grenze gestartet. Die Flüchtlings-Schleuser hatten das vierzigjährige Frachtschiff unter Moldauischer Flagge vor der Küste verlassen und führerlos dem Schicksal überlassen.
Darin hockten 768 syrische Flüchtlinge – Frauen, Männer, Kinder – wie Vieh zusammengepfercht auf dem nackten Boden. Waschgelegenheiten sieht man keine, genau so wie Toiletten die ihren Namen verdienten. Wie eine Überfahrt unter diesen menschenunwürdigen Bedingungen vonstatten geht, lässt sich nicht einmal erahnen.
Zwei Tage später, am 02.01.2015:
Geisterfrachter "Ezadeen"
360 syrische Flüchtlinge (232 Männer, 54 Frauen, 74 Kinder) treiben in Seenot in einem 73 Meter langen, führerlosen Viehtransporter bei rauer See vor der italienischen Küste Der rund 50 Jahre alte Rost-Kahn ist manövrierunfähig und hat weder Treibstoff noch Elektrizität. Auch hier sind die Verhältnisse auf dem Schiff katastrophal, wie Bilder zeigen.
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Nun werden Menschen also bereits in alten, verrosteten Vieh-Containern zu uns verschifft; und das wird sich bestimmt noch ausweiten. Gerade jetzt, wo die syrischen Nachbarländer (z.B. der Libanon mit einem Flüchtlingsanteil von über 20%) die Einreise und den Aufenthalt erschweren.
Menschenschmuggel auf Geisterschiffen als "einen neuen Grad der Grausamkeit" der Schleuserbanden! Menschenunwürdiger geht es fast nicht mehr. Zudem - hatten wir ähnliches nicht schon einmal mit Viehwagons auf Geleisen….?
Der einzige Vorteil dieses "neuen Geschäftsmodells" ist, dass die Überfahrt im Frachter bei schlechtem Wetter etwas sicherer ist, als in den kleinen Fischer- und Schlauchbooten. Denn diese Boote sinken oft, weil sie heillos überfüllt sind oder weil sie durch die Schmuggler gezielt beschädigt werden. Auch werden die Flüchtlinge manchmal zum Sprung ins kalte Wasser gezwungen, um die italienische Marine zum Eingreifen zu erpressen.
Allein im letzten Jahr (2014) ertranken bei der Überfahrt 3419 Menschen von den rund 207’000 Flüchtlingen, die versuchten über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. In den letzten, knapp 30 Jahren waren es nach UN-Angaben sogar 21'344 Menschen, die auf ihrer Flucht übers Mittelmeer ihr Leben verloren haben.
Das ist eine mittelgrosse Schweizer Stadt!
Dabei handelt es sich um „offizielle“ Zahlen. Aber gerade im dunklen Schlepper-Geschäft, sind die Zahlen wahrscheinlich viel höher, denn diese Machenschaften sind sehr einträglich. So bezahlen diese Flüchtlinge den internationalen Schleppern zwischen 5000 und 8000 Dollar für die Überfahrt im ausrangierten Viehcontainer. Ein Millionengeschäft! Das bringt mehr ein, als Vieh zu transportieren und deshalb ist der Flüchtlingstransport auch für grosse kriminelle Organisationen sehr rentabel.
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Was müsste man dagegen tun?
Ich meine, dass die Weltgemeinschaft diese enormen Flüchtlingsbewegungen nicht einfach den benachbarten Ländern überlassen kann. Das sind doch meistens selber Entwicklungsländer mit ärmsten Verhältnissen und desolaten, wirtschaftlichen Zuständen. Trotzdem leisten diese sogenannten „Zufluchts-Länder“ bereits jetzt enorm viel im Flüchtlingswesen:
Denn 2013 befanden sich weltweit fast 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht.
Das heisst, ganz Spanien auf der Flucht - oder mehr als die Hälfte der Einwohner von Deutschland oder sechs mal mehr, als die ganze Schweiz Einwohner zählt!
33,3 Millionen davon sind sogenannte "Binnenvertriebene".
Sie fliehen innerhalb ihres eigenen Landes, ohne dabei internationale Landesgrenzen zu überschreiten. Die Länder mit den meisten "Binnenvertriebenen" sind:
Syrien (6,5 Mio.) - Kolumbien (5,3 Mio.) - DR Kongo (2,9 Mio.) - Sudan (1,8 Mio.) - Somalia (1,1 Mio.)
16,7 Millionen gelten nach völkerrechtlicher Definition als Flüchtlinge, denn sie verlassen den eigenen Staat. Die grössten Herkunftsländer von Flüchtlingen sind: Afghanistan (2,5 Mio.) - Syrien (2,4 Mio.) - Somalia (1,1 Mio.) - Sudan (649’300) -
DR Kongo (499’500)
Neun von zehn dieser Flüchtlinge (86 %) leben in benachbarten Entwicklungsländern, da die meisten Flüchtlinge lediglich von einem, in ein angrenzendes Nachbarland fliehen. Die fünf grössten Aufnahmeländer von Flüchtlingen sind: Pakistan (mit 1,6 Mio.) - Iran (857’400) - Libanon (856’500) - Jordanien (641’900) - Türkei (609’900)
Zum Vergleich: in Deutschland lebten Ende 2013 : 334’857 und in der Schweiz 74’673 Flüchtlinge. Europa nimmt also vergleichsweise wenige Flüchtlinge auf.
Bei rund 16 Mio., dieser 51.2 Mio., die weltweit auf der Flucht sind, spricht die UNO von Menschen, die auf lange Sicht nicht mehr in ihre Heimatländer zurückkehren können und auf Gastländer für immer angewiesen sein werden.
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Ich meine, dass bei diesen eindrücklichen Zahlen von 2013, die im letzten Jahr noch um einiges angestiegen sind, die Weltgemeinschaft und insbesondere auch die reichen Industriestaaten mehr für diese Flüchtlinge tun müssen. Es kann doch nicht sein, dass wir zusehen wie sich das Flüchtlingsdrama täglich verschlimmert.
Die grauenhaften Auseinandersetzungen können wir scheinbar nicht stoppen, das haben die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte gezeigt.
Kriege, religiöse und rassistische Verfolgungen, Folter, Vergewaltigungen oder drohende Todesstrafen zwingen darum Millionen von Menschen ihre Heimat zu verlassen. Ist das nicht irgendwie verständlich, würden wir nicht gleich handeln?
Darum braucht es einfach bedeutend grössere, wirtschaftliche Hilfen für die umliegenden Aufnahmeländer, damit diese enormen Flüchtlingsströme dort zurückgehalten werden könnten. Denn was macht es für einen Sinn, dass diese Menschen zu Hunderttausenden einen teuren und lebensgefährlichen Weg auf sich nehmen, um hier dann äusserst kostspielig untergebracht werden zu können?
Mit diesen enormen finanziellen Mitteln, die hier für die Flüchtlinge eingesetzt werden müssen, könnte in den angrenzenden Staaten ein Vielfaches bewirkt werden. Dadurch könnte man auch sehr viel mehr Flüchtlingen helfen und ihre Lage verbessern. Zudem sind das nebenbei gute Investitionen in wirtschaftlich arme Gebiete – eine sinnvolle Art der Entwicklungshilfe. Natürlich müsste dieser Geldfluss, sowie die Organisation und der Betrieb dieser Flüchtlingscamp durch erfahrene, westliche Helfer überwacht und kontrolliert werden – genauso wie hier auch.
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Nicht als Flüchtlinge definiert werden Personen die auf Grund von Hunger, Armut, Umweltkatastrophen, fehlender Lebensperspektiven oder aus wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verlassen. Das sind ebenfalls Hunderttausende, die auf der Suche nach einer besseren Zukunft einen Weg in die „reichen“, verheissungsvollen Staaten suchen. Etwas, das viele Schweizer vor erst gut 100 Jahren genau so taten. Denn zwischen 1850 und 1914 verliessen rund 400’000 Schweizer Bürgerinnen und Bürger ihre Heimat auf der Suche nach einer „besseren Welt“ in Übersee. Das war immerhin ein Achtel der kleinen, damaligen Schweiz mit 3.2 Mio. Einwohnern.
Aber genau wie damals, verlässt auch heute noch kaum jemand seine Heimat, seine Familie und Freunde ohne persönliche oder materielle Not. Daran sind auch wir Schuld!
Denn wir lassen Menschen in der Dritten Welt wie Sklaven für uns schuften und wundern uns dann, wenn sie als Flüchtlinge zu uns kommen wollen, um es auch besser zu haben.
Aber dagegen kann man aus meiner Sicht leicht etwas tun:
Wir bezahlen einfach einen „anständigen“ Preis für unsere Luxusgüter! - das wäre die beste, fairste und vernünftigste Entwicklungshilfe.
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Vor bald 15 Jahren habe ich zu diesem Thema einen interessanten Spielfilm gesehen, den ich seither nicht mehr vergessen habe:
Der Marsch -
ein britisches Fernseh-Drama aus dem Jahr 1990.
Diese Literaturverfilmung des Regisseurs David Wheatley basiert auf einem Roman von William Nicholson über den Auswanderungsdruck aus den Entwicklungsländern.
Drastisch wird darin dargestellt, wie die Masse der Ohnmächtigen keine andere Macht mehr besitzt als die, vor unseren Augen zu sterben. Ihre Botschaft ist dabei unmissverständlich: „Wir sind arm, weil ihr reich seid. Jetzt kommen wir zu euch, damit ihr uns sterben seht.”
An die eindrücklichen Bilder dieses Spielfilms erinnere ich mich jedes Mal, wenn ich von "Flüchtlingsströmen" höre. Leider hat sich die Problematik des Films in den letzten 15! Jahren überhaupt nicht verbessert – im Gegenteil.
Ich empfehle darum (oder trotzdem) jedem, sich den Film: "Der Marsch" auf Youtube anzusehen. Ich finde, dass er dramatisch zeigt, was geschehen könnte, wenn die Industriestaaten und die westliche Welt nicht endlich begreifen, dass wir die Flüchtlings-Probleme vor Ort und sofort lösen müssen.
:(
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