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Dienstag, 15. Januar 2008




Gegenseitige Interessen


Carla weiss, dass es nicht für immer ist, aber das kommt ihr nicht ungelegen.
Auch, dass sie bereits die Dritte ist, störte sie nicht im Geringsten. Das gehörte halt dazu in dieser Kategorie. Nach dreizehn Jahren mit der Ersten, neun bei der Zweiten, muss sie demnach mit keinen fünf Jahren rechnen.
Doch allein seine Bekanntheit sichert ihr einen grossen finanziellen Erfolg. Und, dass er berühmt ist, war die Voraussetzung, sonst wäre nichts daraus geworden. Das hatte sie immer so gehalten. Sie hatte sich schon immer genommen, was sie wollte und solange sie wollte. Das war meistens nicht für lange, da hat sie ihm nichts vorzuwerfen. In dieser Beziehung war sie sogar noch um einiges schneller als er und - sie hat immer bekommen, wen sie wollte. Die waren ja immer sofort schwach und sie unwiderstehlich.
Donald Trump soll geweint haben, als sie ihn wieder verliess und Kevin Costner, so sagt man, habe erst nach ihr seinen traurigen Blick bekommen. Auch Eric Clapton ärgerte sich vermutlich, dass er sie in New York den Rolling Stones vorstellte und sie prompt an Mike Jagger verlor. Und er war nicht der Letzte. Aber so spielt das Leben, in diesen Kreisen.
Zwar stört es sie schon etwas, dass sie dieses Mal vermutlich selber benutzt wird, um Cécila eins auszuwischen. Als Vergeltung sozusagen für die Schmach die ihr liebesverbeulter Monsieur erlitten hat, als er verlassen wurde. Das erklärt vielleicht auch die sehr schnelle Heirat, nur einen Monat nach seiner scheinbaren Unvorsichtigkeit, als er den handgeschriebenen Liebesbrief an sie, ungewollt für die Presse sichtbar, in der Hand gehalten hatte. Klar, dass das Foto natürlich vergrössert wurde, bis ihr Name zu lesen war. Der nachfolgende Paparazzi-Rummel war jedenfalls ganz schön lustig für die Beiden und ganz in beider Sinne. Er hat sie ja richtig zur Show gestellt, ins Rampenlicht, zurück auf den Laufsteg, so zu sagen. Die Aufmerksamkeit konnte sie gebrauchen, ihr sechsjährigen Sohn vielleicht etwas weniger. Aber dabei galt es nun einfach mit dem Nutzen abzuwägen, basta. Schliesslich hatte sie - den Platzhirsch, als neue Trophäe im Fangeisen. Da konnte nicht einmal ihre Herkunft mithalten: Alter italienischer Industrieadel - der Grossvater gründete den Reifenkonzern CEAT. Das hatte ihr auch ermöglicht, als millionenschweres Sorgloskind - das alle Schulen, auch ein Internat in der Schweiz, im Spaziergang und mit Bestnoten hinter sich brachte - sich in den besten Kreisen hochzuarbeiten - nebst dem Laufsteg natürlich.
Und nun ist sie ganz oben angelangt, nun konnte mit Gewinn gerechnet werden. Und vor allem auch mit weiterer Publizität und das hat sie inzwischen nötig. Man wurde ja auch nicht jünger und das Showbusiness ist hart, verdammt hart. Da zählten vor allem Aussehen, Jugend und Bekanntheit und durch ihn besitzt sie nun wieder zwei der drei wichtigsten Eigenschaften. Die Jugend, na ja, die ist wohl endgültig passé. Und das Talent zum Singen, ist ja vermutlich auch nur Zeitvertreib. Doch nun bringt sie andere Werte die zählen.
Auch der Altersunterschied zwischen ihnen beiden macht sich immer weniger bemerkbar, denn in ihrer Gegenwart blüht er ja richtig auf. Ja, fast etwas zu überschwänglich benimmt er sich manchmal, vor allem wenn die Presse in der Nähe ist. Das kann schon auch etwas peinlich sein. Zwar spielte bei der Verjüngungskur vielleicht auch seine ungarische Abstammung mit. Er hat ja sozusagen Paprika im Blut - aber da kann sie mit ihrem Turiner Temperament schon mithalten.
Ihr kann es jedenfalls nur recht sein, wenn die ganze Promi-Welt weiss, dass sie berühmten Männern mit Macht, zu einer späten Jugendlichkeit verhelfen kann.
Denn wer kann schon wissen, was noch alles kommt.

©® Copyright by Herr Oter



:-)

Kommentare :

spirit.... hat gesagt…

Eine wirklich super tolle Geschichte....und vorgelesen noch um einiges besser!!!

Herr Oter hat gesagt…

Danke fürs Kompliment, liebe "spirit of emotions".
Es stimmt schon, dass Du das Privileg des Vorlesens hast, aber zugleich bist Du auch oft "Versuchsperson". Vermutlich nicht immer eine schöne Aufgabe.