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Samstag, 5. November 2011





Führen Sie Selbstgespräche?

Auch Ausgesprochene? Also reden Sie hörbar mit sich selber?
Gut so, denn hörbare Selbstgespräche sind nicht verrückt, sondern vernünftig.

Das haben, gemäss einem Bericht, den ich gehört habe, verschiedene Universitäts- Studien* ergeben.
Psychologen haben dabei festgestellt, dass lautes Denken die eigene Leistungs- und Lernfähigkeit steigert, Stress abbaut und für einen besseren Durchblick in Kopf und Seele sorgt.
„Psychologisch gesehen ist das Selbstgespräch gesund und förderlich“, sagt Thomas Brinthaupt, einer der renommiertesten Selbstgespräch-Experten von der amerikanischen Middle Tennessee State University. „Frustration, Trauer und Wut aber auch Freude und Vergnügen bekommen so eine Art Ventil“.

Auch die Psychologin Dolores Albarracin von der Universität von Illinois hält es sogar für
„eines der wichtigsten Werkzeuge, um unser Verhalten zu leiten“.

Ähnlich wie beim autogenen Training, stärken Selbstgespräche das Selbstbewusstsein und sind eine grosse Hilfe bei der eigenen Motivation. Sich etwas einzureden, kann – richtig angewendet – auch grosse positive Effekte haben, auch wenn man üblicherweise eher von den negativen Auswirkungen destruktiver Gedanken spricht.
Beim ausgesprochenen Monolog soll der Effekt des Sicheinredens sogar noch wesentlich grösser sein.

Das alles wissen Kinder ganz intuitiv.
Mit etwa zwei Jahren fangen sie an, das Selbstgespräch beim Spiel in einem ganz normalen Prozess zu kultivieren. Von drei bis fünf Jahren erreicht diese Entwicklung ihren Höhepunkt, bevor ab dem sechsten Lebensjahr – nicht zuletzt aufgrund der negativen Reaktionen aus dem Umfeld – die laut vor sich hingesprochene Gedankenwelt mehrheitlich ins unhörbare Innere verbannt wird. Diese Art des inneren Monologes bestreiten dann, gemäss amerikanischen Umfragen, weit über neunzig Prozent der Menschen regelmässig.
Nicht zu vergessen bleibt dabei, dass die Fähigkeit der Selbstgespräche nur der Spezies Menschen als einzigem Lebewesen möglich ist.
(Liegt vielleicht auch darin ein Schlüssel zum ausserordentlichen biologischen Vorsprung des Menschen vor allen anderen, uns bekannten Lebewesen?)

Also – genieren Sie sich nicht, sich selber zuzuhören, denn:
Lieber ein guter Monolog, als ein schlechter Dialog

(* Studien der University of Toronto Scarborough, der Middle Tennessee State University o. der Universität Illinois. )





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٤:-) (nachdenklich positiv)



Kommentare :

herbst.zeitlosen hat gesagt…

Wenn ich Paul Klee noch um ein Bild bitten könnte, müsste es den Titel haben: Mehrere miteinander im Selbstgespräch. Und als Teilnehmer des Selbstgesprächs erschiene ich am liebsten selbstbezogen, unmissionarisch, losgelassen, freiheitsbewusst, rundum empfindlich, wenn nicht gar liebesfähig. Und vertraute darauf, dass die anderen Teilnehmer am Selbstgespräch nicht ganz anders erscheinen …
Martin Walser: Ich vertraue. Querfeldein

Das Selbstgespräch, ob stumm, laut, oder zu Papier gebracht, ist etwas ganz Wichtiges. Solange es sich nicht verfängt in Grenzen (was es leider oft tut), sondern frei bleibt, zeigt sich darin der Mensch, wie er eigentlich ist.

Herr Oter hat gesagt…

Eine wahrlich "philosophische" Erkenntnis, liebe Monika Reinfurt, die beiden letzten Sätze in Ihrem Kommentar.
Meine Selbstgespräche stumm im Innern sind grenzenlos, zu Papier gebracht weitgehend frei, doch über meine Lippen kommen sie eher selten.
Eigentlich schade – denn würden sie, müssten sie vom Zuhörer vielleicht ab und zu ins rechte Licht gerückt werden.

Danke für die Anteilnahme.
Ich wünsche einen wortreichen, vergnüglichen Sonntag.

Anonym hat gesagt…

Ich fürchte nur, dass man sich daran gewöhnt, laut mit sich selbst zu sprechen, was dann ausarten könnte.
Stumm spreche ich ständig mit mir oder einer anderen Person.

Herr Oter hat gesagt…

Diese Befürchtung kann ich gut verstehen, man verbindet das ja auch oft mit "alt" "senil" oder noch Schlimmerem.
Manchmal begegnen einem ja auch Personen, die z.B. beim Einkaufen oder auf der Strasse halblaut singen – sicher beruhigend und erbauend - aber für mich immer etwas befremdend, ja fast schon etwas peinlich.

Danke für Ihren Besuch in meinem Blog.

Anonym hat gesagt…

Ich führe Selbstgespräche .ich dach´te immer das wär unnormal.puuh ich bin ganz normal