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Sonntag, 17. März 2013
Gertrude Steiner
Gertrude Steiner
Gertrude Steiner rollt vorsichtig auf den Parkplatz Nr. 5, den sie beim Nachbarhaus gemietet hat. Sie setzt nochmals etwas zurück, korrigiert leicht die Räder und fährt dann genau in die Mitte des Parkfeldes. Nur selten gelingt ihr das richtige Einparken beim ersten Mal. Nun schaltet sie das Licht aus und dreht den Zündungsschlüssel.
Gertrude bleibt noch einen Moment mit beiden Händen am Steuerrad sitzen, atmet aus und lehnt den Kopf zurück, bis der Knoten ihrer streng nach hinten gebundenen Haare die Nackenstütze berühren. Sie ist froh, endlich Zuhause zu sein.
Es war wieder ein harter Tag. Am Morgen zuerst vier Lektionen mit ihrer sechsten Klasse und dann, nach einem Kaffee und einem hastig verschlungenen Sandwich, die fast einstündige Fahrt zu ihrer dementen Mutter.
Jetzt, da die Konzentration auf den hektischen Abendverkehr nachgelassen hat, spürt sie eine lähmende Müdigkeit. Denn diese nachmittäglichen Besuche im Pflegeheim kosten sie jedes mal noch mehr Kraft, als ein ganzes Arbeitspensum mit ihrer aufmüpfigen Klasse. Aber Gertrude würde sich nie verzeihen, wenn sie, wie in den letzten fünf Monaten immer, an einem Mittwochnachmittag oder am Wochenende, auch nur einmal, ohne triftigen Grund, ihre Mutter nicht besucht hätte. Schliesslich hat Mutter in den letzten 38 Jahren auch alles für sie getan, war immer nur für sie da gewesen und hatte weitgehend auf ein eigenständiges Leben verzichtet. Gertrudes Pflichtgefühl gegenüber der Mutter wuchs somit in den letzten Jahren und auch die Widrigkeiten durch ihre fortschreitende Alzheimererkrankung konnten ihr schlechtes Gewissen nicht entlasten.
Die letzte Zeit war für beide nicht einfach gewesen. Anfangs war Mutter nur schusselig und vergass immer öfter das Essen zu salzen oder fand ihre Brille nicht mehr. Auch hatte sie zunehmend Mühe die richtigen Wörter zu finden oder kannte die Namen der alltäglichsten Dinge nicht mehr. Da half die Tochter jeweils schnell nach und Mutter schaute sie dann verwundert, aber selig lächelnd an.
Die Anzeichen einer Verwirrtheit waren anfangs auch eher lustig als tragisch. So lachten beide, als sie Mutters Strumpfhose im Kühlschrank fanden oder nach langem Suchen ihre Dritten in der Schmuckschatulle statt im Zahnglas. Die Tochter sah auch grosszügig darüber hinweg, als Mutter anfing, ihr immer wieder ein- und dieselbe Begebenheit zu erzählen.
Doch als sie dann öfters den Heimweg nicht mehr fand, mehrmals vergass den Kochherd auszuschalten oder mitten im Sommer den Schwedenofen anfeuerte, da kam es immer öfter auch zum Streit.
Gertrude hat es im Nachhinein immer sehr leid getan, denn sie musste sich eingestehen, dass sie ihrer Mutter unrecht tat, die ja nichts dafür konnte.
Dass man sich auf seine Mitmenschen nicht immer verlassen kann, das hat Gertrude durch leidvolle Enttäuschungen im Leben schon öfters erfahren.
Doch wie schrecklich muss erst die Erkenntnis sein, dass man sich selber nicht einmal mehr trauen darf?
Welche Ängste hat man auszustehen, wenn man nicht mehr sicher ist, was man vor fünf Minuten getan hat oder nicht mehr weiss, wie man die alltäglichsten Dinge zu erledigen hat. Wie grauenhaft, wenn man von der Tochter noch bekleidet beim Duschen erwischt wird oder beim Anziehen die richtige Reihenfolge der Kleider nicht mehr kennt? Wie beängstigend muss der Moment sein, an dem man zum ersten Mal jemanden fragt, wer denn die Person eigentlich ist, die den eigenen Namen trägt.
Wie fürchterlich muss diese ständige panische Angst sein, dass man etwas Wichtiges vergessen haben könnte oder, dass man bei einer Ungehörigkeit erwischt wird.
Mit der Zeit wurde es richtig schwierig mit der Mutter. Die Angst, dass sie während ihrer Abwesenheit irgendwelchen Unfug anstellten könnte, sass ihr immer mehr im Nacken. Manchmal hatte sie dadurch Mühe, sich in der Schule zu konzentrieren oder die nötige Geduld dafür aufzubringen. Das blieb natürlich auch dem Lehrkörper nicht verborgen und so musste sie zunehmend Kritik von dieser Seite abwehren.
Aber auch im Mietshaus mit mehreren Parteien, fand man es mit der Zeit eine Zumutung, dass die alte Frau manchmal mehr als eine Stunde mit dem Lift fuhr oder im Keller herumirrte und wimmernd nach ihrer Tochter rief, weil sie den Ausgang nicht mehr fand. Immer öfter wurde Gertrude darum auch während des Unterrichtes angerufen, was die Schüler jedes mal ausnützten. Aber was hätte sie denn tun sollen? Mit der Zeit hatte sie dann die Mutter in der Wohnung eingeschlossen.
Doch als einmal, mitten am Nachmittag, das Wasser der Badewanne den Mietern der unteren Wohnung in den Flur tropfte und sie deswegen nach einem erbosten Anruf des Hausmeisters, während einer Prüfung über Bruchrechnen nach Hause fahren musste, da stiess sie auf wenig Verständnis, sowohl von Seiten der Schulleitung als auch der Hausverwaltung.
Es wurde nach einer Heimlösung gesucht und auch rasch eine gefunden, sechzig Kilometer entfernt.
Aber obschon das alltägliche Leben ohne Mutter nun einfacher geworden ist und sie weniger praktische Sorgen plagen, glaubt Gertrude, dass die seelische Belastung durch die vielen Besuche im Alterszentrum, im Vergleich zu vorher, stark zugenommen hat.
Der stetige Zerfall ihrer Mutter macht Gertrude schwer zu schaffen. Was ist aus der starken Frau geworden ? Sie ist verstummt, die letzten Worte sind ihr ausgegangen. Sie ist in sich zurück gekehrt und hat sich von dieser Welt bereits verabschiedet.
Doch nicht nur die Gesundheit und das Leiden der Mutter kosten Gertrude viel Kraft.
Früher hatte sie, nebst den Schulvorbereitungen, mit der von der Mutter zunehmend vernachlässigten Hausarbeit und ihrer aufwendigen Pflege soviel zu tun, dass ihr die Zeit fehlte, sich Gedanken über ihre Situation oder gar die eigene Zukunft zu machen.
Aber nun sitzt sie Woche für Woche dreimal stundenlang alleine am Bett ihrer Mutter, die mehrheitlich nur noch schläft oder völlig apathisch gegen die Decke starrt und ihre Besuche nicht einmal mehr wahrnimmt.
Während diesen einsamen Stunden kommt manches in Gertrude zum Vorschein, das sie bisher ständig verdrängt hatte oder gar nicht wusste, dass es da ist. Gedankengänge, die ihr manchmal den Hals zuschnüren möchten oder ihr das Blut in Wallungen bringen. Nur gut, dass niemand sieht, warum sie immer öfter nach einem Taschentuch greifen muss.
Darum ist sie froh, wenn wie heute, Schwester Rosa Dienst hat. Sie nimmt sich immer öfter Zeit, um sich ein bisschen zu ihr hinzusetzen. Gertrude glaubt, dass sie einen guten Draht zueinander haben und die Gespräche mit ihr tun ihr gut. Auch, wenn sie dabei etwas Neues zunehmend aufwühlt.
Gertrude Steiner erschrickt. Wie lange ist sie nun in Gedanken versunken im dunklen Auto gesessen? Hoffentlich hat sie niemand beobachtet. Vorsichtig schaut sie sich um. Keine Menschenseele ist zu sehen, ausser der jungen, etwas fülligen Frau, die erst vor kurzem in das ältere Mietshaus nebenan, zu dem auch ihr Parkplatz gehört, eingezogen ist. Sie kommt vermutlich gerade von der Arbeit, denkt sich Gertrude. Das Holzhaus in seinem erbärmlichen Zustand, das nun völlig im Dunklen liegt, kommt ihr einmal mehr fast etwas unheimlich vor.
Im weissverputzten Haus daneben, in dem sie wohnt, sind hingegen einige Fenster erhellt und im fünften Stockwerk steht, wie so oft jemand, der das Nachbarhaus ständig zu beobachten scheint.
Schnell öffnet sie die Autotüre und eilt hinter dem alten Holzhaus zum schmalen Durchgang, der das marode Nachbarhaus von ihrem moderneren Wohnblock trennt. Sie hat immer ein mulmiges Gefühl, wenn sie in der Dunkelheit diesen schmalen, dunklen Rasenstreifen zwischen der mannshohen Hecke auf der einen und dem alten Haus, mit der schon tagsüber etwas unheimlichen Kellertreppe auf der anderen Seite, überqueren muss. Die Angst, dass sich dort im Dunkeln jemand versteckt halten könnte löst sich jeweils erst, wenn sie im hellerleuchteten Hauseingang steht. Aber sie ist froh, dass sie wenigsten beim Nachbarhaus einen Parkplatz mieten konnte.
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:)
Freitag, 15. März 2013
Ist es die Arroganz eines Internet-Giganten?
Ist es die Arroganz eines Internet-Giganten?
Google hat angekündigt, per 1. Juli auch noch den 2005 eingeführten RSS-Dienst Google Reader sterben zu lassen, nachdem bereits das Aus für "Adblock Plus", „Google Building Maker“, „Google Cloud Connect“, „Snapseed“ und das ebenfalls sehr beliebte „iGoogle“ im nächsten Jahr, bekannt gegeben wurde. Einmal mehr zeigt sich, dass für den Nutzer nichts Gutes herauskommt wenn sich Google ein erfolgreiches Jung-Unternehmen „einverleibt“.
Als Grund wird übrigens angegeben, dass sich der Reader-Dienst rückläufig entwickelt und im Zeitalter von Twitter ausgedient habe.
Analysten vermuten aber eher, dass damit das „lustlose“ Google+ gepuscht werden soll, auch wenn der beliebte Reader nach wie vor um ein mehrfaches mehr genutzt wird als der schwächelnde Zuckerberg-Konkurrent Google+.
Hunderttausende von Reader-Nutzer werden also in gut drei Monaten ohne den beliebten RSS-Reader für die schnelle Sichtung von News und Blogs dastehen, denn gute Alternativen, die sich auf verschiedenen Geräten (z.B. Macbook, tablets, iphone oder Android) synchronisieren lassen, gibt es kaum. Nicht zuletzt, weil manche andere iOS- und Android-Apps denn Google-Dienst als zentrale Anlaufstelle nutzten, um die gesammelten News-Feeds anzuzapfen.
Scheinbar kann Google es sich leisten, millionenfach User zu verärgern, weil liebgewonnene, vielgenutzte Dienste nach wenigen Jahren einem sogenannten „Frühlingsputz“ zum Opfer fallen und wieder verschwinden. Eine finanzielle Notwendigkeit kann es beim milliardenschweren Unternehmen ja nicht sein.
Unbegreiflich für mich ist, warum Google, wenn das Unternehmen das Interesse an solchen Diensten verloren hat, die Lizenzen dieser ausgereiften Dienstleistungen nicht an andere Firmen verkauft oder als „start-up“ jungen innovativen Unternehmen überträgt.
Nicht zuletzt ist auch zu befürchten, dass es weiteren Google-Produkten unter fadenscheinigen Begründungen an den Kragen geht. Ich denke da an Gmail, Google+, Picasa oder „unserem“ Blogger.
Wer sich auch gegen die Ignoranz des Internet-Giganten wehren möchte,
dem sei diese Petition empfohlen:
Bisher wurde sie innert 36 Stunden bereits über 100'000 mal unterzeichnet.
:)
Donnerstag, 14. März 2013
Greise glauben alles,
Männer bezweifeln alles,
Junge wissen alles.
Oscar Wilde
Oscar Fingal O' Flahertie Wills Wilde
(geboren: 16. Oktober 1854 in Dublin, gestorben: 30. November 1900 in Paris)
war ein irischer Schriftsteller. Er war mit einer wohlhabenden, englischen Kinderbuchautorin bis zu deren Tod (1898) verheiratet und gemeinsam hatten sie zwei Söhne. Sein bekanntester Roman ist: Das Bildnis des Dorian Gray.
Wilde war im viktorianisch, prüden England, nicht zuletzt durch seine bisexuelle Ausrichtung, als Skandalautor und versnobter Dandy verachtet – und gleichzeitig bewundert für seine Sprachgewandtheit und bekannt für sein extravagantes Auftreten.
Oscar Wilde, der auch dem Absinth nicht abgeneigt war, wurde durch seine relativ offene Haltung zur damals verbotenen Homosexualität, seinen langjährigen Beziehungen zu Robert Baldwin Ross und Lord Alfred Douglas (genannt Bosie) und vor allem wegen seinen öffentlich bekannten Verhältnissen zu mehreren männlichen Prostituierten, zu zwei Jahren Gefängnis mit Schwerarbeit verurteilt.
Oscar sass die Strafe voll ab und veröffentlichte in dieser Zeit mehrere Schriften über die unmenschlichen Zustände im englischen Gefängnis und ein umstrittener Brief an seinen Freund Douglas, der unter dem Titel "De Profundis", postum, unter Auslassung eventuell anstössiger Abschnitte, veröffentlicht wurde.
Nach seiner Entlassung ging er schwer krank nach Paris, wo er drei Jahre unter dem Namen Sebastian Melmoth völlig mittellos, zuletzt in der schäbigen Absteige „Hotel d’ Alsace“ lebte.
Grosszügigerweise wurde er vom Hotelbesitzer im besten Zimmer untergebracht, bekam das beste Essen, den besten Wein und auch den einzigen Kranz der sieben Teilnehmer, die seiner Beisetzung beiwohnten.
:)
Dienstag, 12. März 2013
Schönheit
Schönheit
"Die Seele eines Menschen ist grundsätzlich dem Schönen zugeneigt",
erklärte bereits die Priesterin Diotima ihrem Gesprächspartner Sokrates in Platons Dialog "Symposion".
"Schönheit" ist ein abstrakter und relativer Begriff. Auch ist es eher eine allgemeine und nicht besonders präzise Umschreibung. "Schön" kann für jeden etwas anderes bedeuten und dieses Attribut ist auch immer stark vom Zeitgeist und von wechselnden Schönheitsidealen abhängig, und doch wird das Wort "schön" ständig verwendet und hat eine geradezu inflationäre Bedeutung bekommen.
Obschon sich Schönheit nicht definieren lässt, kann sie jeder von uns jedoch beurteilen. Schönheit ist das Ideal oder die Vorstellung eines Ideals, auf das wir uns beziehen, wenn wir etwas werten. Sei das ein menschlicher Körper, irgend ein Gegenstand, eine geistige Errungenschaft, eine Landschaft oder ein Gefühl.
Schönheit bezeichnet immer etwas Positives – genau wie das Gegenteil, die Hässlichkeit, ein durchwegs negativ besetzter Begriff ist.
Es wird allgemein angenommen, dass etwas Neues, das von Menschen erschaffen wurde, mindestens zu Zweidritteln aus Altem bestehen muss, um nach allgemeiner Übereinkunft schön zu sein. Ich vermute, dass mit zunehmender Dauer demnach Gegenstände (und auch Menschen?), je länger man sie kennt, schöner werden.
Schönheit könnte deshalb vor allem eine Frage der Vertrautheit sein, angereichert mit einer tüchtigen Dosis Nostalgie. Das fällt natürlich bei älteren Menschen, mit einer grösseren Rückschau, mehr ins Gewicht als bei jungen Leuten. Dieser Unterschied fällt mir immer wieder und besonders, in der Architektur auf. Mit Schönheit wird also meistens etwas bezeichnet, das man irgendwie kennt und das einen angenehmen Eindruck hinterlässt. Aber auch über das "Angenehme" lässt sich nicht streiten, weil jeder etwas anderes als angenehm empfindet.
Die Schönheit hatte jedoch noch nie einen so hohen Stellenwert wie heute und manchmal könnte man meinen, sie stehe über allem.
Besonders die körperliche Schönheit eines Menschen war in der Wahrnehmung einer breiten Gesellschaft noch nie so wichtig wie heute, auch wenn der, dem die allgemeinübliche, äussere Schönheit von der Natur nicht gegeben ist, vermutlich schon immer benachteiligt war.
So wird heute auch in breiten Bevölkerungsschichten sehr viel Geld und Mühe investiert, um anhaltend den geltenden Schönheitsidealen entsprechen zu können. Denn die Menschen werden in zunehmendem Masse zuerst nach ihrem Aussehen und erst dann nach ihren Fähigkeiten beurteilt oder zumindest bei gleicher Qualifikation wird die/der "Schönere" bevorzugt.
Schöne haben es, vereinfacht gesagt, bedeutend leichter im Leben.
Der unsägliche Körperkult nimmt heutzutage auch keine Rücksicht mehr auf das Geschlecht oder auf die Lebensphase. Vom hübschen Baby, über die attraktiven Jungen bis hin zu den "interessanten", guterhaltenen Senioren ist keiner vom Schönheitsideal befreit. Manchmal wird sogar noch von der "schönen Leiche" gesprochen. Dementsprechend wird auch von der Wiege bis zur Bahre tüchtig "geschönt"
Wer mit der äusseren Schönheit nicht mithalten kann, der hofft halt noch auf die Innere.
Aber auch " innere Ausstrahlung" ist aus meiner Sicht nicht jedem vorbehalten. Denn Innere Schönheit entsteht durch positive Charaktereigenschaften – die nicht jedem gegeben sind – und durch Zufriedenheit. Aber dafür braucht es ein gewisses Mass an Gesundheit, Lebensqualität, Entspanntheit und nicht zuletzt, glückliche Lebensumstände.
Ist die Schönheit der Menschen also eine Frage des Wohlstandes?
Man könnte es meinen, wenn man sich die heutige Jugend ansieht. Mehrheitlich doch sehr hübsche Menschen. Zum Vergleich sollte man sich vielleicht wieder einmal Bilder von Jugendlichen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts ansehen.
Bei der Schönheit der Gegenstände, dem "Design von Gütern", wie man heutzutage sagt, bin ich jedoch davon überzeugt, dass es sich um eine Auswirkung unseres Wohlstandes handelt.
Denn solange die Menschen wenig besitzen, so lange sie um die tägliche Nahrung und das Lebensnotwendigste kämpfen müssen, bleibt meistens kein Platz für Schönheit. Erst das Beschaffen und dann die Funktionalität, das sind doch bei Mangel und Armut die relevanten Kriterien. Die Schönheit kommt dann meistens erst an dritter Stelle. Zuerst muss Nahrung beschafft werden können. Dann muss sie sättigend und vielleicht noch gesund sein und erst danach ist entscheidend, ob der Apfel makellos rot, die Kartoffeln gleich gross und aalglatt oder, dass das Fleisch von bester Qualität ist.
Wer keinen Mantel besitzt, der wird zuerst auf die Nützlichkeit und die isolierende Wärme achten und erst dann, ob er "schön" ist.
Heute, da wir meistens das Elementare zum Leben haben, gewinnt bei der Bewertung von Gegenständen das Aussehen immer mehr an Bedeutung.
So sind neue technische Errungenschaften meistens kaum von der Schönheit beeinflusst. Man denke an die ersten Autos, Computer oder die ersten mobilen Telefone. Während es Anfangs in erster Linie darum geht, etwas herzustellen das funktioniert, wird die Ästhetik bei zunehmender Konkurrenz zu einem wichtigen Kriterium. Denn, wenn sich die Produkte funktionell kaum mehr unterscheiden oder alle den Bedürfnissen genügen können, ist das Aussehen oder das Design oft der kaufentscheidende Umstand.
Ich meine sogar, dass je "Unnötiger" der Gegenstand ist, desto mehr ist die Schönheit – nebst dem Preis – der wichtigste Faktor. Die Suche nach dem Schönen steht dann im Mittelpunkt. Oft ist es sogar das Mass aller Dinge. Ich denke da an den Kleidereinkauf und besonders an die dazupassenden Accessoires.
Doch eines ist doch tröstlichen und darf bei all der Schönheit nicht vergessen werden:
Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters
sagt richtigerweise das bekannte Sprichwort, das der schottische Philosoph, Ökonom und Historiker David Hume (1711 - 1776) – in seiner Veröffentlichung "Essays moral & political" von 1742 – geprägt hat.
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;)
Samstag, 9. März 2013
Mittwoch, 6. März 2013
Blog-Empfehlung
Es lohnt sich, einen Blick in den Blog
"Goppeldangers"
der Londoner Journalistin Nell Frizzell zu werfen.
Sie hat Lust, sich Woche für Woche als Prominente zu verkleiden, Stars stilistisch zu kopieren und berühmte Bilder nachzustellen. Zum Teil macht sie das unter Zuhilfenahme von Esswaren und manchmal wird alles zur Parodie.
:)
Sonntag, 3. März 2013
Das Massaker
Das
Massaker
Nun ist
es ganz nahe gekommen, sozusagen bis vor die Haustür. Das
Schreckliche, das Unfassbare, das Tödliche.
Bisher
hatte man nur davon gehört und gelesen. Aus Konfliktgebieten am
meisten, manchmal aus Amerika, seltener aus Deutschland und zwei-,
dreimal auch aus der Schweiz. Immer weit weg, unbekannte Opfer,
extremistische Attentäter oder verwirrte Amokläufer.
Doch nun
ist es hier –das
Massaker.
Plötzlich
ist es nun hier aufgetaucht. Beim „Znüni“, in der Kantine der
„Wölklifabrik“ vor dem idyllischen Städtchen. Das Massaker war mit einer
Pistole bewaffnet, schoss gezielt um sich und verletzte dabei 6
Mitarbeiter lebensbedrohlich und 4 tödlich und es zerstörte die
„heile“ Welt von tausenden.
Die
Opfer, den Täter, den Tatort und die vermeintlich heile Welt – man
kennt sie oder man kennt jemanden der sie kennt.
Plötzlich
hat das Massaker bekannte Namen, vertraute Gesichter und manchmal sogar eine Beziehung.
Dadurch
wird das Grauenhafte noch grauenhafter und das Unmögliche noch
unmöglicher.
Es wird
lange dauern, bis man alles aufgeklärt und verarbeitet hat.
Verstehen wird man es trotzdem nie.
Und doch,
die Welt wird sich weiter drehen, die weissen Dampfwolken werden
weiter in den blauen Himmel steigen und die Normalität wird bei den meisten
wieder zurückkehren. Das Massaker wird in den Hintergrund treten und
dann weiterziehen, denn ändern wird sich nichts.
Nur die
„heile“ Welt wird auch hier, für immer verschwunden sein.
:(
Montag, 25. Februar 2013
“Der Mensch,
der den Berg versetzte war derselbe,
der anfing kleine Steine weg zu tragen“
Chinesisches Sprichwort
Zugabe:
Der Berg in Redewendungen:
zwischen Berg und Tal
der Glaube versetzt Berge
die Haare stehen zu Berge
Berge versetzen können
über den Berg sein
der Berg ruft
Der Berg im Sprichwort:
Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen.
Bibel
Berg und Berg kommen nicht zusammen, aber Mensch und Mensch
Armenisches Sprichwort
Fehler sind wie Berge, man steht auf dem Gipfel seiner eigenen und redet über die der anderen.
Aus Afrika, Sprichwort der Hausa
Halte mich, dass ich dich halte, auf dass wir den Berg erklimmen.
Aus Griechenland
Ist der Berg auch noch so steil, a bisserl was geht allerweil.
Aus Österreich
Und wenn du auch die Kraft hast, einen Berg zu versetzen,
so brauchst du noch einen Verstand, der so gross und so ruhig ist wie ein Ozean." -
Chinesisches Sprichwort
:)
Samstag, 23. Februar 2013
Fragen, nichts als Fragen
Fragen, nichts
als Fragen
Gibt es
Augenblicke, in der die Welt – wie wir sie kennen – aufhört zu
existieren?
Die uns,
von einem Herzschlag zum andern, in einen anderen Menschen
verwandeln?
Vielleicht
der Moment in dem wir uns auf den „ersten Blick“ verlieben oder
die Minute in der uns der geliebte Mensch gesteht, dass er jemand
anderen liebt und uns verlässt? Eventuell der unglaubliche
Augenblick, wenn man sein Kind zum ersten Mal in den Armen hält oder
etwa der Tag, an dem wir Vater, Mutter oder unseren liebsten
Gefährten verlieren? Ist es die Sekunde, in der der Arzt uns
mitgeteilt, dass etwas Bedrohliches in uns wächst? Oder der
Atemzug, wenn man erfährt, dass nach langem Warten endlich ein
gespendetes Organ gefunden wurde? Oder unglücklicherweise der
schreckliche Moment, an dem man merkt, dass man für immer
Querschnittgelähmt sein wird? Bestenfalls der Zeitpunkt, wenn man
feststellt, dass man einen Sechser im Lotto hat? Eventuell die
Spanne, wenn man eines nicht begangenen, schweren Verbrechens
beschuldigt wird? Oder wenn man zum ersten mal die Vögel hören
kann, weil man ein neu entwickeltes Innenohr-Implantat bekam?
Gibt es
den unvermittelt auftretenden Zeitpunkt, an dem einem das Herz
zerspringt, sei es aus Freude, Schreck oder Trauer?
Existiert der Moment der Erkenntnis, der einem wie ein Blitz aus heiterem
Himmel trifft – dieses unmittelbar verändernde Ereignis, das uns im
Geist lebenslang verändert?
Oder ist
es immer nur der Endpunkte einer Entwicklungen, die wir hätten
ahnen können? Ein Ablauf den wir hätten kommen sehen können, hätten wir die Warnzeichen ernst genommen,
anstatt sie zu ignorieren? Hätten wir es verhindern können, wenn wir die aus unserem Wissen
geschöpfte Vorsicht hätten walten lassen?
Und,
verändern diese Ereignisse unser Leben wirklich grundsätzlich, oder sind es nur
Phasen der Trauer, der Verzweiflung und der Neuorientierung, nach
denen wir weiterleben, mit denselben Gewohnheiten, denselben
Vorlieben und Abneigungen, den selben Ängsten und Zwängen, nur
vielleicht in anderen Kleidern?
Und, wenn
es diese Wendepunkte gibt, sind wir uns ihrer bewusst in jenem
Augenblick oder erkennen wir den Bruch erst viel später, in der
Rückschau? Sind solche „Erdbeben“ für unsere Entwicklung
wichtig oder hemmen sie den Fortschritt, indem wir vorsichtiger und
risikoloser werden?
Fragen
über Fragen......
Tatsache aber ist:
Man
ist niemals auf den Augenblick
vorbereitet,
der das ganze Leben
verändern
kann!
:(
Donnerstag, 21. Februar 2013
Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen,
Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.
Willhelm Busch
Übrigens wussten Sie dass:
Wilhelm Busch ein leidenschaftlicher Imker war.
Das kommt nicht von ungefähr, denn Pastor Georg Kleine, der ab 1841 die Erziehung seines damals neunjährigen Neffen Wilhelm übernahm, war passionierter Imker. Die Bienen faszinierten Busch so sehr, dass er bei einem längeren Aufenthalt bei seinem Onkel im Jahre 1853 sogar den Entschluss ins Auge fasste, als Bienenzüchter ins Eldorado der Imkerei, nach Brasilien, auszuwandern. Zum Glück setzte er diesen Plan nie in die Tat um.
Drei Gedichte über Bienen von Wilhelm Busch sind berühmt geworden:
1. Die kleinen Honigdiebe (in Prosa geschrieben)
2. Verlust der Ähnlichkeit
3. Schnurrdiburr oder die Bienen
:)
Dienstag, 19. Februar 2013
Wortherkunft - ein paar Beispiele
Wortherkunft
Zuerst
zwei Begriffe:
Etymologie:
Wissenschaft von der Herkunft, Geschichte und Bedeutung der
Wörter, Wortforschung
Volksetymologie:
Volkstümliche Umwandlung eines nicht allgemein verständlichen
Wortes
Ein
paar Einblicke in diese interessante Sprachwissenschaft:
Die
Wortherkunft von Friedhof, auch wenn hier die Verstorbenen in
Frieden ruhen, hat nichts mit Frieden zu tun, sondern leitet sich vom
Althochdeutschen frīthof ab, dem eingefriedeten
(abgegrenzten) Vorhof einer Kirche.
Im
Mittelhochdeutschen hieß der Maulwurf noch moltwerf
(Erd-/Hügelwerfer) nach dem Wort molt (Erde, Staub).
Als der
Bestandteil -molt in seiner Bedeutung ausstarb, wurde aus moltwerf
über mūlwerf der heutige Maulwurf.
Die
Schnapsdrossel ist nicht etwa die Schwester des Schluckspechts
– mit den Vögeln hat sie nichts zu tun.
Der Name
kommt vielmehr von drozze, Drossel (Kehle), von der sich auch
die Worte «erdrosseln» oder «Drosselbart» ableitet.
Windschief
leitet sich nicht vom Wind, sondern von winden (drehen, verdrehen -
Verzogen durch verwinden) ab.
Ein
windschiefer Baum ist nicht vom Wind schief geweht, sondern
«gedreht», «verdreht» gewachsen.
Der Name
Vielfrass (Familie der Marder ) hat nichts mit der
Ernährungsgewohnheit des Tiers zu tun.
Sondern
es kommt von dem nordischen Ausdruck fjellfräs – zu
deutsch „Gebirgskatze“
Umgangssprachlich
wird der Begriff auch für eine Person, die (zu) viel isst,
verwendet.
Die
Herkunft des "Bockbier" oder "Bock"
entstand durch die Verkürzung des «Einbeckerbier».
Denn der
herzogliche Hof der Wittelsbacher in München, ließ sich ab 1555 aus
Einbeck mit Bier beliefern, bis man 1573 das erste bayerische
Hofbräuhaus in München baute. In der Münchner Mundart wurde aus
dem Einbeck-Bier im Lauf der Zeit die Bezeichnung „ein Bockbier“.
Das Wort
„Armbrust“ leitet sich vom lateinischen arcuballista
„Bogenschleuder“ ab.
Das
darauf basierende, französische Wort arbaleste wurde dann
eingedeutscht, wobei eine Kombination der ähnlich klingenden Wörter
„Arm“ (von der Möglichkeit, die Waffe in einer Hand zu halten)
und dem mittelhochdeutschen berust/berost (Ausrüstung bzw. Bewaffnung) benutzt wurde. Noch später wurde der zweite Teil
des Begriffs mit deutsch „Brust“ identifiziert.
Hängematte
- Die ursprüngliche indianische Bezeichnung war hamáka . So heisst
das Wort auch heute noch im Spanischen. Für das deutsche Lautsystem
aber klingt das Wort fremd und so erfuhr es zwischen dem 16. und dem
18. lautliche Veränderungen die in Hängematte resultieren.
Hängematte ist lautlich und semantisch dem Ursprungswort hamáka
ähnlich. Das Ursprungswort selbst aber ist nicht aus den
Bestandteilen hängen und Matte gebildet.
Ein
Tollpatsch ist Volksetymologisch ein
leicht verrückter
(toll, wie in Tollwut, kommt von
«töricht» im Sinne von «umnebelt», «betäubt»
ungeschickter
täppischer (lautmalerisch: patsch) Mensch.
In
Wahrheit (Etymologisch)kommt das
Wort aber vom ungarischen Wort talpas (Spitzname für den
ungarischen Fusssoldaten) einer Ableitung aus dem ungarischen talp
für «Sohle, Fuss».
Nach der
Übertragung ins Deutsche erfolgte zunächst der Bedeutungsübergang
zu «(österreichischer) Soldat der eine unverständliche Sprache
spricht». Die Rechtschreibkommission beendete die Eindeutschung des
Begriffs, indem sie zwei l vorschrieb, darum: Tollpatsch.
Puh, das
war jetzt etwas kompliziert!
Aber mir gefällt es, wenn ich den
Entstehungsweg von Worten nachschlagen kann.
Quellen:
Wiktionary / Wissen.de
Samstag, 16. Februar 2013
Bankgeschichte
Bankgeschichte
Eine Fussspur im Schnee führt bereits vor ihm zur Sitzbank hin, doch einen halben Meter davor endet sie in einer niedergetrampelten Fläche und zieht sich wieder dahin zurück, von wo sie gekommen ist. Scheinbar hatte diesem Jemand die Aussicht stehend genügt.
Mit ein paar raschen Handbewegungen befreit er die Holzlatten vom frischen Pulverschnee. Einer aufgescheuchten Schar Küken gleich, wirbelt das Weiss vor seiner Hand auf, um sich neben der Bank wieder einen neuen Platz zum Sein zu suchen.
Bedächtig setzt er sich auf die kalte Bank mit den vereinzelten Bäumen im Rücken und verschränkt die Arme vor der Brust. Rotgolden strahlt ihm die Sonne, die bereits an den weissen Berggipfeln leckt, ins Gesicht, aber bald wird sie ihre ewige Reise dahinter fortsetzten und verschwunden sein. Mit etwas zusammengekniffenen Augen geniesst er darum noch das letzte gleissende Licht, als ob es durch die beiden schmalen Öffnungen sein dunkles Inneres doch noch erhellen könnte.
Noch ist ihm warm vom Laufen, auch wenn die feuchte Kälte bereits vom Hosenboden her seinem Rücken entlang nach oben streift. Sein jetzt gleichmässiger, ruhiger Atem wird durch kleine Dampfwölkchen vor seinem Mund sichtbar und körperlich unbeweglich lässt er seine Augen über das Tal und die Hügel streifen. Immer öfter erhellen sich auf den locker verstreuten Bauernhöfen der Gegend Fenster und bei zunehmender Dunkelheit werden sie das Glitzern der Schneekristalle ersetzen und wie Bodensterne mit dem Gestirn am Himmel um die Wette strahlen.
Eine hastige Bewegung zur Rechten erzwingt seine Aufmerksamkeit und aus den Augenwinkeln nimmt er ein heranstürmendes Reh war, das nur wenige Meter vor ihm abrupt stehen bleibt. Unbeweglich beobachtet er, wie zwei weitere auf dem Rand des vor ihm liegenden Abhangs auftauchen und knapp hinter dem Leittier stehen bleiben. Eine halbe Minute vielleicht, schaut man sich gegenseitig etwas erschrocken an, bis das vordere Tier, gefolgt von den beiden anderen, rechtsumkehrt über die Kuppe des Abhang wieder aus seinem Blickfeld verschwindet. Kurze Zeit später sieht er die drei nochmals, wie sie, noch immer gehetzt, den Fuss des Hanges durchqueren und im Wald auf der linken Seite endgültig verschwinden.
Ein Glücksgefühl breitet sich in ihm aus und er fühlt sich ob der Stille, der dunkler werdenden lieblichen Landschaft und der kurzen Begegnung mit den Wildtieren im absoluten Einklang mit der Natur. Sich diesen Gefühlen vollends ergebend, füllen sich seine Lungenflügel, begleitet von einem tiefen Seufzer, mit der schneidend frischen Winterluft.
Ruhe und Gelassenheit durchdringen ihn und in ihm drängt der Wunsch, sich nie mehr von hier wegbewegen zu müssen in sein Bewusstsein.
Einfach sitzen bleiben! Bewusst Abschied nehmen von dieser Erde und dem Leben, bis die Augen für immer zufallen.
Erfrieren soll ein schöner, liebevoller und warmer Tod sein.
® Copyright by Herr Oter
und so hätte obige Geschichte weitergehen können:
gemäss Rotzlöffel von rotzloeffelsstuebchen:
*knirsch, knacks, rumms...*
Was,...wie,... wo....? Stille!
Mit weit aufgerissenen und bis auf den letzten Nerv angespanntem Besußtsein sucht er links, rechts, vor und hinter sich. Die mit frischem Pulverschnee bedeckten Holzplatten der Sitzbank sind nicht mehr da wo sie waren und auch die schöne weiße Pracht ist verschwunden. Und überhaupt, ein unangenehmes Gefühl steigt in ihm hoch. Schmerz, und zwar am Hosenboden.
Es dauert eine Weile bis ihm bewußt wird, oder besser bis ihm klar wird, was passiert ist. Die Sitzbank ist zerbrochen. Schlagartig ist er wieder im Hier und Jetzt. Aber plötzlich muß er grinsen. Die alte Sitzbank hat Jahre, Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte überstanden und sich gegen noch so schweres Wetter behauptet und bricht genau jetzt zusammen. *HaHaHa* Sie ist erfroren, die Bank.
Erfrieren soll ein schöner, liebevoller und warmer Tod sein. Lebe wohl Sitzbank. Du hast bestimmt vielen Menschen Ruhe, Erholung und Kraft gegeben. Das Leben ist schön und sollte bis zum letzten Atemzug und bis in jede einzelne Zelle in vollsten Zügen genossen werden.
Besten Dank Rotzlöffel(chen)
__________
Gemäss Barbara von DEKORATZ
"....... Ruhe und Gelassenheit durchdringen ihn und in ihm drängt der Wunsch, ..." ...nun nach Hause zu gehen. Dort angekommen, beginnt er aufzuräumen, erst ganz langsam, dann zielstrebiger, vieles verschwindet im Müll, manches wird hervorgeholt und, er legt noch zwei Holzscheite mehr auf das Feuer. Ein Schrank landet an einer anderen Wand, und ein Sessel schaut nicht mehr Richtung Fernseher, sondern nun Richtung Fenster.
Es läutet, ein Freund kommt vorbei - Heh, was ist denn hier los ... Ja, du ... was glaubst du, wo ich heute war .... beinahe wäre ich erfroren ...
Besten Dank Barbara
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Der Schluss vom Bienschen von "Süsses und Saures mit ein bisschen Gewürz"
Im Bewusstsein, dass er gerade ein wunderbares sehr seltenes Erlebnis mit diesen wunderbaren Tieren hatte, stellt er sich die Frage: Was ist, wenn ich hier, im hier und jetzt, einfach die Augen schliesse und einschlafe? Ist dies wirklich so ein friedlicher leiser Schlaf den alle so beschreiben? Er spürt wie ihn das Bedürfnis überkommt, loszulassen..... Seine Augen werden immer schwerer.. eine innere Ruhe erfüllt ihn und versucht ihn mitzureissen. Doch dann, gerade als er diesem wunderbaren Gefühl nachgeben will, surrt es in der Jackentasche und just in diesem Moment liest er folgende SMS
"Ich denke an Dich, vergiss das nie."
Als wenn Sie es gespürt hätte. Genau im richtigen Moment kommt diese Nachricht. Ja tatsächlich, sagt er sich. Wir sind seelenverwandt. Gespürt im richtigen Moment, gehandelt im richtigen Moment. Und egal wie friedlich dieses Gefühl des Einschlafens gewesen wäre so kann er dies im Moment nicht tun, denn nichts erfüllt ihn mehr mit Frieden und Glück als eine Nachricht – von Ihr, genau in diesem Moment. Dies möchte er auf keinen Fall missen und so steht er mit einem müden und ein bisschen traurigem Lächeln auf und sagt zu sich – auf ein neues mein Lieber, und bricht langsam mit einem nicht zu beschreibendem Gefühl im Herzen auf...
Besten Dank Bienschen
:)
Freitag, 15. Februar 2013
Der Langsamste,
der sein Ziel nicht aus den Augen verliert,
geht immer noch geschwinder, als jener,
der ohne Ziel umherirrt.
Gotthold Ephrain Lessing
Bildnachweis: JenaFoto24 bei www.pixelio.de / Bild-Nr. 90360
Gotthold Ephraim Lessing – geboren am 22. Januar 1729 in Kamenz, Sachsen;
gestorben am 15. Februar 1781 in Braunschweig – war ein bedeutender Dichter der deutschen Aufklärung.
Übrigens:
Er verkehrte während seiner Studienzeit in Leibzig oft im Lokal:
"Zum Arabischen Coffe Baum", am Barfüsser Gässgen gelegen. Ein Kaffeehaus in einem kultur- und kunstgeschichtlichen Baudenkmal (erstmals 1556 erwähnt), in dem seit 1711 nachweislich Kaffee ausgeschenkt wird.
Zahlreiche Prominente besuchten das Lokal ebenfalls regelmässig. Dort hatten berühmte Dichter, Komponisten und Universitätsgelehrte ihren eigenen Stammtisch, an dem sie philosophierten, spielten, speisten und natürlich auch „ein wenig“ tranken.
So zum Beispiel die Komponisten Robert Schumann, Johann Sebastian Bach, Franz Liszt oder Richard Wagner. Aber auch sein Dichter-Kollege Johann Wolfgang von Goethe und der Schriftsteller E. T. A. Hoffmann.
:)
Nachtrag:
Zufall, Gedankenübertragung oder nur der Zahn der Zeit?
Auch rotzloeffelsstuebchen befasst sich heute mit dem Thema Zeit und Langsamkeit. Ich finde interessant, was Sie schreibt und bin ganz Ihrer Meinung.
Ein Blick auf Ihre Seiten lohnt sich.
Übrigens:
Er verkehrte während seiner Studienzeit in Leibzig oft im Lokal:
"Zum Arabischen Coffe Baum", am Barfüsser Gässgen gelegen. Ein Kaffeehaus in einem kultur- und kunstgeschichtlichen Baudenkmal (erstmals 1556 erwähnt), in dem seit 1711 nachweislich Kaffee ausgeschenkt wird.
Zahlreiche Prominente besuchten das Lokal ebenfalls regelmässig. Dort hatten berühmte Dichter, Komponisten und Universitätsgelehrte ihren eigenen Stammtisch, an dem sie philosophierten, spielten, speisten und natürlich auch „ein wenig“ tranken.
So zum Beispiel die Komponisten Robert Schumann, Johann Sebastian Bach, Franz Liszt oder Richard Wagner. Aber auch sein Dichter-Kollege Johann Wolfgang von Goethe und der Schriftsteller E. T. A. Hoffmann.
:)
Nachtrag:
Zufall, Gedankenübertragung oder nur der Zahn der Zeit?
Auch rotzloeffelsstuebchen befasst sich heute mit dem Thema Zeit und Langsamkeit. Ich finde interessant, was Sie schreibt und bin ganz Ihrer Meinung.
Ein Blick auf Ihre Seiten lohnt sich.
Mittwoch, 13. Februar 2013
Aschermittwoch:
Aschermittwoch:
Also,
wer erwartet,
dass in der Welt die Teufel mit Hörnern und die Narren mit Schellen einhergehen,
wird stets ihre Beute, oder ihr Spiel sein.
wer erwartet,
dass in der Welt die Teufel mit Hörnern und die Narren mit Schellen einhergehen,
wird stets ihre Beute, oder ihr Spiel sein.
Arthur Schopenhauer
Geboren: 1788 in Danzig
Gestorben: 1860 in Frankfurt am Main
Arthur Schopenhauer war ein deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer.
Geboren: 1788 in Danzig
Gestorben: 1860 in Frankfurt am Main
Arthur Schopenhauer war ein deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer.
Herr Oter meint zu diesem Zitat:
Am Aschermittwoch ist es nicht vorbei mit den Teufeln und den Narren.
Auch in den nächsten 54 Wochen werden sie uns, wenn auch nicht mehr ganz so leicht erkennbar, immer wieder begegnen.
Ich finde, bei beiden ist Vorsicht geboten.
Doch, wer das Böse nicht kennt, dem wird das Böse nicht ersichtlich – und darum wird der besonders in der Gefahr stehen, vom Bösen heimgesucht zu werden.
Auch wer glaubt, das Böse immer leicht vom Narren unterscheiden zu können, der könnte leicht zur Beute oder zum Spiel der beiden werden.
Zu Arthur Schopenhauer:
Seit seiner Studentenzeit liebte Schopenhauer Pudel und hielt sich zeitlebens auch immer einen. Wenn ein Hund starb, was etwa alle 10 Jahre vorkam, erwarb er jeweils einen ähnlich aussehenden. Die verschiedenen Pudel, so wird in verschiedenen Quellen angeführt, sollen immer "Atman", nach dem Sanskrit-Wort für Lebenshauch und Atem geheissen haben.
In der Reihe seiner Pudel stand am Ende der braune "Putz", entgegen der vorherigen die alle weiss waren. Er begleitete Schopenhauer tagtäglich auf seinen ausgedehnten Sparziergängen und die beiden gehörten bald zu den Sehenswürdigkeiten von Frankfurt, auch wenn der oft missmutige Sonderling Schopenhauer mit seinen zeitweisen lauten Selbstgesprächen meistens belächelt wurde und nicht sonderlich beliebt war.
Schopenhauer war auch der philosophischen Auffassung, dass jeder Hund
gleichzeitig jeden anderen Hund enthalte. „Des Pudels Kern“ (Goethe)
ging also nie verloren. Für Menschen galt ihm sinngemäss das Gleiche.
"Wenn es keine Hunde gäbe, wollte ich nicht leben", gestand er einmal.
Die Gesellschaft von Männern fand er überflüssig. Die der Frauen, wünschte er sich, er könnte sie überflüssig finden.
Darum ist es nicht verwunderlich, dass Arthur Schopenhauer ein Einzelgänger war.
In seinem Testament bedachte er unter anderem auch seine Magd, Margaretha Schnepp, mit einer lebenslangen Rente, seinem ganzen Mobiliar und dem Pudel "Putz" mit einer zusätzlichen grosszügigen Entschädigung für dessen gute Pflege.
:)
Montag, 11. Februar 2013
Mögliche und unmögliche Gründe für den Papst-Rücktritt
Die Päpste – auf Lebenszeit werden sie gewählt. Trotzdem kann das Amt niedergelegt werden, ohne, dass es begründet sein muss. Annehmen muss den Rücktritt niemand und Kündigungsfristen müssen auch keine eingehalten werden.
Trotzdem, die heutige Rücktrittserklärung des 85-jährigen Papst Benedikt XVI, auf den 28. Februar 2013 um genau 20 Uhr (Feierabend eines Papstes?), hat mich – einen Reformierten – sehr überrascht. Dieser Papst klebt - anders als viele Politiker - nicht an seinem (Heiligen) Stuhl, habe ich mir gedacht. Das ist doch äusserst positiv. Ihm gebührt darum mein höchster Respekt für diesen aussergewöhnlichen Entscheid.
Denn der letzte und bisher auch einzige "freiwillige" Rücktritt des Oberhaupts der römisch-katholischen Kirche sei, so liest man, nur aus dem Jahr 1294 bekannt. Damals dankte der völlig unfähige Papst Coelestin V. nach nur sieben Monaten, vermutlich nicht ganz freiwillig, wieder ab.
Aber was könnte der Grund für diesen unerwarteten Rücktritt gewesen sein?
Ich spekuliere nun mal ein bisschen und bitte Euch, nicht alle der angeführten Gründe ernst zu nehmen.
Es könnte ja sein:
- dass der Papst krank ist und, dass er möglicherweise darum mit seinem Rücktritt am 28. Februar die strapaziösen Verpflichtungen an den Osterfeiertagen umgehen wollte.
Für den Theologen Max Seckler, langjähriger Kollege und Freund von Joseph Ratzinger, ist der Rücktritt ein Zeichen von Grösse. "Er stärkt damit die Auffassung, dass ein Papst aufhören soll, wenn es ihm die Gesundheit gebietet", sagte der Tübinger Theologe.
„Das Alter drückt“, sagt sein Bruder Georg Ratzinger und ein Sprecher des Vatikans schliesst ein Burnout-Syndrom resp. eine Depression nicht aus.
- dass sich die katholische Kirche doch etwas reformiert.
Das könnte doch Hoffnung sein für alle engagierten Frauen in der Kirche, auch für die bedauernswerten Vergewaltigungsopfer und überhaupt für alle missbrauchten Opfer. Aber auch für die zölibatär Liebenden, die gleichgeschlechtlich Liebenden, die geschieden Liebenden und die verhütend Liebenden. Nichts zuletzt für die Schöpfungskritiker und alle anderen vernünftigen Liberaldenkenden.
- dass dieser Papst modern ist und erkennen musste, dass es für einen aufgeschlossenen Papst schwierig ist, Tradition und Vernunft in Einklang zubringen.
Der Theologen Max Seckler meint dazu, "Er hat sehr gelitten unter manchen Dingen, die dieses Amt mit sich bringt." Man könne sich schwer vorstellen, welche Intrigen es in Rom gebe, mit denen sich Benedikt XVI. herumschlagen müsse. "Das hat ihn sehr belastet, weil er ja ein Theologe ist und ein edler Mensch."
Weitere eher unwahrscheinliche Gründe:
- Der Papst hat sich verliebt.
- Der Papst wollte das Amt von Anfang nicht, getraute sich aber damals nicht Nein zu sagen.
- Der Papst eröffnet mit der Tochter von Erwin Lindemann eine Herrenboutique in Wuppertal (sagte schon Loriot voraus).
- Der Papst möchte endlich mehr Zeit mit der Familie verbringen.
- Der Papst sucht ein spannenderes Umfeld, denn er zieht sich nach eigenen Angaben, im Vatikan ins Nonnenkloster der Schwestern in Klausur "Suore di clausura" zurück.
- Der Papst soll vom neuen Berliner Grossflughafen berufen worden sein, um endlich mit Gottes Hilfe dessen Eröffnung zu ermöglichen.
- Herr Ratzinger soll 1957 Teile seiner Habilitationsschrift aus der Bibel abgeschrieben haben und darum würde ihm der Papst-Titel sowieso nächstens aberkannt.
- Der Papst hat, nachdem er das Twittern gelernt hat, nun den Wunsch, auch noch den Rest des Internets kennen zulernen.
- Der Rechtsstreit mit dem Satiremagazin Titanic scheint aussichtslos.
- meine Partnerin,
denn bei unserem Besuch des Vatikans vor drei Monaten hat sie mehrmals erklärt, dass die Katholiken noch immer dem äusserst beliebten, letzten Papst nachtrauern würden. Das merke man daran, dass überall Bilder von Papst Johannes Paul II aufgestellt seien und auch viel mehr Souvenirs mit seinem Bild zum Kauf angeboten würden. Und, dass Papst Benedikt XVI, vermutlich nie so beliebt sein werde, wie es sein Vorgänger, der Papst der Herzen, Johannes Paul II, war.
Ich vermute jetzt, dass der abtretende Papst uns im Petersdom irgendwo hinter einem Vorhang heimlich belauscht hat und die Aussage ihm so nahe ging, dass er nun zurück tritt.
©/® Copyright by Herr Oter
;)
Würde sich jeder so verhalten,
wie er es von anderen erwartet oder erhofft,
bräuchten wir nicht auf das Paradies zu warten.
Zu diesem Sprichwort (Herkunft unbekannt) ist mir nichts weiteres eingefallen. Aber es scheint mir, dass es die Lösung für sehr viele Problem der Menschheit beinhaltet.
.)
Samstag, 9. Februar 2013
Fasnacht
Fasnacht
Dort, wo
ich aufgewachsen bin, im deutschsprachigen Teil des Kantons
Graubünden, gab es damals keine „traditionelle“ Fasnacht.
Der Grund
war, dass die deutschsprechenden Orte meistens reformiert sind und
sie darum das Maskeradenlaufen
– ein heidnischer Brauch zur
Vertreibung des Winters – nicht pflegten. Ausser in der Gemeinde
Domat/Ems. In der, seit Mitte des 20. Jahrhundert mehrheitlich
deutschsprechenden, katholischen Gemeinde mit romanischen Wurzeln in
den Nähe von Chur, hat sich die Fasnacht in einer schon damals ganz
besonderen Tradition erhalten. Der „Tscheiver“ wie man die
närrische Zeit in Domat (romanisch) / Ems (deutsch) nennt, endet
dort nämlich mit dem „Schmutzigen Donnerstag“ und nicht am
Aschermittwoch.
Rheinabwärts
jedoch, im katholischen St. Galler Rheintal, war damals die
traditionelle Dorffasnacht am Fasnachts-Sonntagnachmittag oft
anzutreffen. Eine typische, kernige Vereinsfasnacht, immer lustig, oft
etwas naiv und manchmal ein wenig zotig.
Lautlich dem dortigen Dialekt angepasst – indem nach romanischer Art das «s» vor dem Konsonant zum «sch» wurde – bastelten wir drei Buben, trotz fehlender Dorftradition in unserer Bündner Gemeinde, bemalte „Maschgara“ aus Papier und Fischkleister.
Soweit
ich mich erinnern kann, waren wir damals in unserem Dorf so ziemlich
die einzigen, die ihr Gesicht hinter selbstgebastelten „Maschgara“
verbargen – um vor allem den kreischenden Mädchen das Fürchten zu
lernen.
Diese Besonderheit kam daher, weil unsere Mutter eine
„Baslerin“ war und so natürlich die "richtige" Fasnacht im Blut
hatte und nichts von den üblichen Kunststoff-Masken hielt.
Dort, in
einer der beiden Hochburg der schweizerischen Fasnacht, gehört eben „d'
Larve“ aus Pappmaché, neben dem „Goschdym“ zwingend zur Grundausrüstung
eines jeden aktiven „Fasnächtlers“. Das Schminken des Gesichtes
aber, wie es in vielen Gegenden gang und gäbe ist, ist in Basel
stark verpönt. Da heisst es: „Larve oder Nüt“!
Das
mussten meine ehem. Frau und ich eindrücklich erfahren, als ich ihr,
einer „angefressenen“ Luzerner-Fasnächtlerin, vor bald vierzig
Jahren „meine“ Basler Fasnacht, die ich als Kind mit „Mami“
und „Grossvati“ einige Male besuchen durfte, zeigen wollte. Da
galt es Überzeugungsarbeit zu leisten, denn die Unterschiede
zwischen dem „rüüdig“ urig-wilden Treiben in der katholischen
Innerschweiz und der militärisch-gesitteten, gepflegten
„Clique-Fasnacht“ im reformierten Basler sind beträchtlich, wobei jede
unbestrittenen ihren Charme und Reiz hat.
Aber besonders das dort übliche "Drummle und Pfiffe" schmerzt "aus der Ferne betrachtet", scheinbar beträchtlich in den ungewohnten Luzerner Ohren.
So
standen wir beide also, am Montagmorgen nach Aschermittwoch, als
Clowns schön verkleidet und dementsprechend auch geschminkt, wie wir
es von Luzern her gewohnt waren, erwartungsvoll um vier Uhr in der Früh bereit,
für den „Morgestraich“.
Aber
bereits kurz nach dem Kommando „Morgestraich, vorwärts, Marsch“,
wurde uns, vor allem durch die vorlauten „Waggis“ (einer
traditionellen Einzelmaske, die einen Elsässer Tagelöhner in der
Arbeitstracht des Elsässer Gemüsebauern darstellen soll) mit ihren
frechen Sprüchen, ein paar Hieben mit der „Saublootere“
(aufgeblasener Schweinedarm) und haufenweise „Räppli“
(Konfetti), die sie uns in unsere "unangebrachte" Verkleidung stopften,
klargemacht, dass „die fremden Fötzel" hier lieber in
Strassenkleidung gesehen werden.
Ganz im Unterschied zu
Luzern, wo jede und jeder immer ein Teil der schaurig-schönen, urwüchsigen Fasnacht ist. Egal, ob mehr oder weniger verkleidet,
geschminkt oder maskiert oder auch einfach als „alltägliche Figur“, darf man immer am fasnächtlichen Treiben mitmachen.
Wir
hatten den „wichtigen“ Unterschied aber schnell begriffen und uns
noch vor der traditionellen Mehlsuppe und der "Ziebele- oder
Chäswaie" (Zwiebel- / Käsekuchen) schleunigst umgezogen.
Ein Wort
noch zur Schreibweise der närrischen Zeit:
Sowohl
die Entstehung, als auch die Herkunft der Fas(t)nacht ist unklar und die Fachwelt hat bis heute keine eindeutige
Erklärung gefunden. Darum gelten auch zwei Schreibweisen als
gebräuchlich.
Volksetymologisch
wird das Wort Fastnacht oft an das althochdeutsche «fasta»
(Fastenzeit) und «naht» (Nacht, Vorabend) angeschlossen und
angegeben, der Name bezeichne ursprünglich den Tag oder die Nacht
(ab dem 15. Jahrhundert auch die Woche) vor Beginn der Fastenzeit.
Im
schweizerischen Raum hingegen hat sich die Fasnacht gehalten und diese
Schreibweise ist sprachgeschichtlich genau so gut belegt.
Denn der
Ausdruck soll nichts mit Fasten zu tun haben, wie es die (im
deutschen gebräuchliche) "Fastnacht" nahelegt.
Ganz im
Gegenteil: Er leitet sich ab von mittelhochdeutsch "faseln"
(= Unsinn treiben, fruchtbar sein, gedeihen), meint also gerade das
Gegenteil der ernsten, verzichtsreichen Fastenzeit. Also eher ein
Fruchtbarkeitsfest im Vorfrühling, worauf auch heute noch manche
Bräuche, Spiele und feuchtfröhliche „Bekanntschaften“ an diesen
närrischen Tagen (mit ungewollten Folgen zum Jahresende) hindeuten könnten.
©/® Copyright by Herr Oter
;)
Samstag, 2. Februar 2013
Schöne Blumen wachsen langsam
nur das Unkraut hat es eilig.
nur das Unkraut hat es eilig.
Shakespeare
Bildquelle: marika bei pixelio.de - Bildnummer: 133806
Übrigens:
Shakespeares Tragödie um das wohl berühmteste Liebespaares der Welt, Romeo und Giulia, spielt ja bekanntlich in der ein halbes Jahrhundert vor Christus von Rhätiern gegründeten, norditalienischen Stadt Verona, dem wirtschaftlichen Zentrum der Region Venetien. Das Drama schildert die Geschichte zweier junger Liebender, die verfeindeten Familien angehören und die mit dem tragischen Freitod der beiden Verliebten endet.
Keiner der zahlreichen Besucher dieser schmucken Hauptstadt der Region Verona, dessen historische Altstadt seit dem Jahr 2000 Weltkulturerbe ist, kommt umhin, auch jenen Balkon am Elternhaus der Julia – der Casa di Giulietta, in der Via Cappello 27, unweit der Piazza delle Erbe – aufzusuchen und zu besichtigen, unter dem auch Romeo seiner verliebten Julia, seinerseits die Liebe gesteht.
Doch die wenigsten wissen, dass der wohl berühmteste Balkon der Literaturgeschichte, reine Fikiton ist. So wie es für die Figuren in dem Schauspiel keine historischen Vorbilder gibt, gab es an diesem Haus auch kein Balkon, auf dem Julia ihren Liebhaber erhören konnte. Der Balkon wurde in den 1930er Jahren nachträglich zu touristischen Zwecken angebaut und war zuvor Teil eines Sarkophags. Zudem war das Haus vor dem Umbau als Gasthof und teils als Stall genutzt worden.
;)
Freitag, 1. Februar 2013
Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat.
Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.
meinte einst Loriot
Übrigens:
34-mal liess der Perfektionist Loriot, die Schauspielerin Evelyn Hamann in einer Szene für "Pappa ante Portas" wie beiläufig in einen Hundehaufen treten, bis es ihm beiläufig genug aussah.
Ein weiterer Dreh, bekannte Loriot später, hätte ihn gelangweilt.
(Zitiert nach Stephan Kuzmany auf Spiegel online)
:)
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