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Freitag, 15. Februar 2008

Schneeglöckchen



Schneeglöckchen  
statt Schneeflöckchen


© Bild von: igorowitsch / Lizenz: CC0 by: pixabay



Schneeglöckchen
von Herr Oter

Hörst du ihr leises Bimmeln,
sie läuten den Frühling ein.
Dazu die Feen singen
bei ihrem Stelldichein.
Erste Mädchen tragen Röckchen,
bereits auch Bienen summend tanzen
zum Klang der milchweissen Glöckchen,
dieser nickenden Frühlings-Pflanzen.
Lass dein Köpfchen nicht mehr hängen,
vorbei die lange Dunkelheit,
Bald wird alles hin zur Sonne drängen,
freu dich auf die Frühlingszeit.






Botanischer Name: Galanthus nivalis.
Aus dem Griechischen, (gala = Milch, anthos = Blüte) (auch Milchblüte genannt) und
aus dem Lateinischen (nivalis stammt von dem lateinischen Wort nivis für Schnee ab).

Eine Legende erzählt,
dass Gott, als er die Schöpfung vollendet hatte, zuletzt den Schnee schuf, ihn aber farblos liess.
So wanderte der Schnee von einer Blume zur andern und bat sie, ihm doch etwas von der Farbe abzugeben. Aber keine erfüllte seinen Wunsch. Bis schliesslich das Schneeglöckchen mitleidig sagte: "Wenn dir mein Mäntelchen gefällt, kannst du es gern haben". Seitdem ist der Schnee weiss - und das Schneeglöckchen die einzige Blume, die er in seiner Nähe duldet und der er nichts zuleide tut.

Galanthamin, ein Wirkstoff aus den Zwiebeln von Schneeglöckchen (und Osterglocken), vermag laut neueren Erkenntnissen der Medizinforschung das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit zu bremsen.
Doch, weil das Schneeglöckchen hochgradig giftig ist, ist es nicht empfehlenswert, seine Zwiebeln zu essen, auch wenn man dadurch - frühzeitig eingenommen - eine Alzheimererkrankung, vollständig verhindern kann.
Diese Zwiebelpflanze produziert so genannte Biowärme (etwa 8 bis 10 °C), die den (leichten) Schnee um den Stängel und Blätter schmelzen lässt.

Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz und dürfen in der freien Natur nicht gepflückt werden.

©® Copyright by Herr Oter




:-)

Donnerstag, 14. Februar 2008





Valentinstag



An keinem anderen Tag

- als am 14. Februar -

lassen mehr, die Liebe

auf der Zunge zergehen

oder stellen sie in eine Vase.






:-)

Dienstag, 12. Februar 2008






Ein Buch schreiben?

Gemäss einer Statistik sind im Jahr 2007: 11'400 Bücher (2006: 11'875) allein von Schweizer-Verlagen gedruckt und auf der Markt gebracht worden. Das sind an jedem Werktag (Mo-Fr) über 43 neue Werke.
In der grössten Sparte Literatur/Belletristik sind rund 2000 Bücher (ca. 20 Prozent) erschienen, gefolgt von „praktische Musik“ (Partituren) (ca. 1150), Kunstbücher (ca. 1100), Recht (ca. 950), Religion und Geografie. Kumuliert betrachtet bilden aber die Sachgruppen: Sach- und Fachbücher eine deutlich grössere Gruppe als die literarischen Bücher.

Im gesamten deutschsprachigen Raum erscheinen jährlich ca. 110'000 neue deutschsprachige Titel.

Mein Senf dazu:
Kein Kommentar!!!



:-((

Montag, 11. Februar 2008





Findige Polizei
oder dreckige Autos haben auch Vorteile

Heute in der Zeitung (BAZ -online) gelesen:
Wie die Zuger Kapo heute mitteilt, konnte auf ungewöhnliche Art und Weise ein kurioser Verkehrsunfall im zugerischen Unterägeri aufgeklärt worden.
Ein 82-jähriger Autolenker hatte gestern ordnungsgemäss seinen Personenwagen vor einem Fussgängerstreifen angehalten, damit Fussgänger die Strasse überqueren konnten.
Ein nachfolgender 44-jähriger Autolenker bremste zu spät und prallte heftig ins vordere Fahrzeug. Dieses wurde kräftig nach vorne geschoben. Der betagte Autolenker nahm den Aufprall gar nicht wahr, denn er meinte, er sei von der Kupplung gerutscht.
Beide Fahrer setzten ihre Fahrt fort, obwohl beim Geschädigten grosser Schaden am Heck entstanden war und beim Unfallverursacher die Airbags ausgelöst und die Frontscheibe massiv beschädigt worden waren.
Der betagte Rentner wurde später durch Drittpersonen auf seinen Heckschaden aufmerksam gemacht, worauf dieser sofort Anzeige erstattete. Bei der Tatbestandsaufnahme konnte die Polizei an der verstaubten Heckstossstange des Geschädigten den spiegelverkehrten Abdruck des Kontrollschilds des Verursacherfahrzeugs samt Kantonszugehörigkeit ablesen und sichern. Der etwas überraschte Fahrerflüchtige wurde noch am selben Abend einvernommen.
Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Franken





Mein Senf dazu:
Fest staubige Autos haben auch Vorteile, fast schon staubige Autofahrer merken kaum noch etwas.



:-o

Sonntag, 10. Februar 2008






Wissen und nichts tun, ist wie nicht wissen.
sagt der Dalai Lama

Wissen und nichts tun, ist schlimmer als nicht wissen
finde ich



:-¦

Samstag, 9. Februar 2008

Wie man in der Wald ruft…..




Wie man in der Wald ruft…..


Vor langer Zeit trafen sich zwei Hunde vor einem Haus in China.
Sie rätselten, was denn da drinnen sein könnte und beschlossen einfach mal hineinzuschauen. Der grössere Hund machte den Anfang und ging ins Haus. Nach kurzer Zeit hörte man giftiges Bellen, gefährliches Knurren und lautes Kläffen. Er kam zurück und berichtete, dass in diesem Haus nur zornige und böse Hunde seien, und dass er da nicht mehr hineingehen wolle. Der zweite Hund liess sich jedoch nicht entmutigen und ging - zwar etwas vorsichtig, aber von seiner Neugier getrieben - beherzt hinein. Bald hörte man nur munteres Winseln und freundschaftliches Piepsen und der kleinere Hund kam nach kurzer Zeit freudig mit dem Schwanz wedelnd wieder heraus. Der andere Hund war etwas irritiert und fragte, was er denn gesehen hätte.
Der Kleinere sagte: „Ich weiss gar nicht was Du hast! Da drinnen sind nur freundliche und nette Hunde, die mich sogar höflich begrüsst haben.“ Als zufällig ein Passant des Weges kam und die Tür zum Haus öffnete, konnte man hineinschauen, und sehen, was denn in diesem mysteriösen Hause los war.
Man sah, dass es sich um einen Spiegelsaal handelte und alles, was die Hunde gesehen hatten - waren sie selbst.

(Überarbeiteter Fremdtext, Herkunft unbekannt)



:-))

Freitag, 8. Februar 2008




Stinkt der
Banken-Datenschutz schon zum Himmel
oder nur nach Hundekot


Der Brief, den Eva Herre vor einigen Tagen aus dem Postkasten fischte, stinkt mehr zum Himmel als ein Hundehaufen.
Mehrfach musste- gemäss der Online-Ausgabe der Stuttgarter Zeitung - die 34-Jährige das Schreiben einer Filiale der Volksbank lesen, bis sie ihren Augen trauen konnte:
"Sehr geehrte Frau Herre", steht darin geschrieben, "aufgrund der Videoüberwachung in unserer Filiale konnten wir feststellen, dass es resultierend aus Ihrem Besuch unseres Geldautomatenbereichs zu einer fäkalen Verunreinigung kam. Wir bitten Sie daher, für die entstandenen Reinigungskosten aufzukommen."
Dem Brief war eine Handwerkerrechnung über 52,96 Euro für eine Stunde Arbeitszeit Meister/Obermonteur" beigelegt. Zahlbar innerhalb von 14 Tagen.
Bereits am 12. Dezember soll sich, nach Angaben von Eva Herre, folgende Begebenheit im Bancomaten-Raum der Stuttgarter Volksbank-Filiale in Degerloch abgespielt haben:
Die zweifache Mutter war an diesem Tag, kurz vor einem Arzttermin ihres dreieinhalbjährigen Töchterchen Matilda dort, um Geld abzuheben. Beim Versorgen der Geldscheine, habe sie bemerkt, dass ihre Tochter in der Bank schmutzige Fussspuren auf dem Steinboden hinterlassen habe. Die Kleine war, wie sich später herausstellte, kurz zuvor in einen Hundehaufen vor der Bank getreten. Sie habe sich daraufhin, auch um nicht noch mehr Dreck zu machen, zuerst beim nächstgelegenen Drogeriemarkt eine Packung Feuchttücher besorgt und das Kind auf der Strasse notdürftig gesäubert. Dann sei sie nach Hause gerast, um die Tochter vor dem anstehenden Arztbesuch noch schnell umzuziehen. Zwar hätte sie auch noch an einem der Bankschalter Bescheid sagen wollen, es aber in der Hektik dann doch vergessen.
Durch das prompte Auswerten des Videomaterials der Sicherheitskameras, hatte die Bank danach festgestellt, dass die Tochter der Betroffenen, Reste eines Hundehäufchens am Schuh mitgeführt haben musste. Schnell waren die persönlichen Daten der Mutter durch das Abheben des Geldes am Automaten ausgeforscht, der Boden gereinigt und die Rechnung verschickt.
Eva Herre ist sich klar darüber, dass es korrekt gewesen wäre, wenn sie in der Bank Bescheid gegeben hätte. Aber sie ärgert sich trotzdem wahnsinnig, über die Art und Weise, wie mit Kunden umgegangen wird.
Sie meint, das mindeste wäre doch gewesen, wenn man vorher angerufen hätte, um das Ganze in einem persönlichen Gespräch zu klären.
Inzwischen ist in Deutschland eine grosse Diskussion über den gläsernen Menschen, die Handhabung von Bankdaten, den Datenschutz und Hundekot entstanden. Die zuständige Aufsichtsbehörde im Innenministerium des Landes klärt ab, ob das Vorgehen der Bank bei diesem Vorfall richtig war, denn grundsätzlich sei die Auswertung der Videoüberwachung nur bei Straftaten gestattet, was hier sicher nicht der Fall gewesen sei. Ausserdem sei es fraglich, ob die Bank ihre Kundendaten habe durchsehen dürfen, um den Namen und die Adresse der Kundin zu ermitteln.
Die Bank ist sich keiner Rechtsverletzung bewusst und hält ihr Vorgehen für angemessen, da es schon mehrfach zu Vandalenakten gekommen sei. Zudem hält die Bank im Nachhinein fest, dass das dreijährige Kind seine Notdurft im Foyer verrichtet habe und die Kundin dies zudem auch bemerkt hätte, wie auf den Videoaufzeichnungen klar zu sehen sei.
Auch bedauert die Bank die "Eskalation im Falle der Verunreinigung ihrer Filiale in Degerloch" und kündigte eine "gütliche Einigung mit der Kundin" an.
Wenn es denn so war, sieht die Sache etwas anders aus und trotzdem finde ich, die Erhebung, Vernetzung und Auswertung von Daten und Aufzeichnungen, gerät für alle in einen sehr heiklen Bereich. Was zum Schutz gedacht war, gerät leicht in den Bereich der Spionage und der Repression. Wir müssen aufpassen, dass Videoüberwachung und Bankdaten nicht zur Ermittlung einer Verschmutzung am Boden missbraucht wird.
Sonst stinkt unser Datenschutz bald zum Himmel, auch ohne Kot.

©/® Copyright by Herr Oter




:-¦

Donnerstag, 7. Februar 2008

Mehr liegt heute nicht drin, meint Maria



Mehr liegt heute nicht drin, meint Maria


Maria, die junge Frau von nebenan, schlendert im kleinen Städtchen zwischen den Ständen des Marktes herum, kaufte hier ein bisschen buntes Gemüse vom Seeland, dort ein paar rotbackige Äpfel aus der Ostschweiz und da etwas Salat aus der Region. Mehr liegt nicht drin, aber für ihren Singlehaushalt braucht sie ohnehin nicht viel.
Danach geht sie zu weiteren Ständen, die Kleidung, Schuhe, Krimskrams und so Allerlei anbieten. Hier könnte man schicke Sachen kaufen, die manchmal auch nicht so teuer sind wie in den Geschäften ringsum. Aber gerade das, was ihr am besten gefällt, ist dann halt doch nicht erschwinglich für sie, denn im Moment liegt nicht viel drin.
"Sehen Sie mal, junge Frau", die nette Marktfrau hält ihr gerade den Pullover einladend vor die Nase, den sie so gern kaufen würde. Verlangend schielt sie noch einmal auf das wunderschöne Teil, dann schüttelt sie den Kopf, den ungnädigen Blick der Dame ignorierend. Maria ist Klavierlehrerin und gerade diese Woche haben wieder zwei ihrer Schüler abgesagt. Da heisst es, noch mehr verzichten und halt weiterhin auf bessere Zeiten warten. Aber darauf wartet sie ja schon lange. „Und nicht nur darauf“, denkt sich Maria bitter und ihre Einsamkeit, die sie sonst vor allem am Abend oder beim einsamen Essen spürt, steigt langsam wieder hoch. „Auch hier wäre es doch schön, jemanden an seiner Seite zu haben“, schwärmt Maria weiter. „Zu zweit wäre auch der Verzicht vielleicht einfacher zu ertragen“ sinniert Maria und schliesst den Gedanken mit einem tiefen Seufzer ab.
Aber wenigstens kann sie sich ja auf ein feines Nachtessen freuen. Das frische Gemüse und die herrlichen Salate sind doch ein Lichtblick und der Fernseher als Gesprächspartner bringt am Abend wenigstens etwas Unterhaltung. Vielleicht findet sie ja am Bücherstand mit den so genannten „alte Schätzen“, auch noch einen schönen Roman aus zweiter oder dritter Hand, dazu ein Glas Wein und ein kuscheliger Abend in der wärmenden Wolldecke ist ihr sicher. Inzwischen ist Maria beim Bücherstand angekommen und überfliegt mit schnellem Blick hunderte von Buchrücken. Als „Viel-Leserin“ nimmt sie diese preiswerten Ausgaben hier immer wieder gerne mit. Am liebsten hätte sie auch wieder einmal etwas Klassisches oder Philosophisches gelesen. Doch die wirklich guten Bücher wurden ja fast nie aus der Hand geben und in der Bibliothek ist Klassik und Philosophie nur spärlich vorhanden. Aber wahrscheinlich wird dort, auch kaum nach ihnen gefragt Darum werden sie natürlich selten zugekauft. Und Bücher aus der Buchhandlung sind für Maria unerschwinglich. Da bleibt ihr höchstens der Blick durchs Schaufenster, in eine Welt, die ihr paradiesisch erscheint, aber auf ein Paradies auf Erden, kann sie kaum hoffen.
Doch wie sie auch stöbert, mal ein Buch herausnimmt und etwas darin etwas blätterte oder einen Klappentext liesst - dieses Mal gibt es nichts, das sie hätte begeistern können. Vielleicht liegt es auch an ihrer Gemütverfassung von heute. Aber was soll sie mit Titeln wie: „Wie erhält man sich eine lebendige Partnerschaft?“ oder „Küssen macht gesund“ oder „Was schenke ich Pappi?“ und Ähnliches. Dazu gibt es ganz Regale mit Liebesromanen, Kochbüchern und Reiseführer. Alles nicht für sie.
"Also Tschüss, Fontane, Keller, Eichendorff, Rilke oder Mörike und nichts mit Sokrates oder Sartre ", sagt sie leise und geht mit hängendem Kopf. Nun gut, bereits Georg Hegel sagte ja: "Das Geistige allein ist das Wirkliche". Also wird sie sich nun irgendwo in die Sonne setzen, einen Apfel essen und von einem jungen, schönen Prinzen träumen. Beim Weitergehen lächelt sie an einem Stand, ganz am Rande des Marktes, ein winzig kleines Engelchen aus Gips tröstlich an. Es hat den Lockenkopf auf beide Hände gestützt, als ob es nachdenken würde.
Maria kann nicht anders, klaubt die beiden Münzen aus dem Geldbeutel und lässt sich das Engelchen in Seidenpapier einwickeln. Sie steckt es in die Manteltasche.
„Vielleicht bringt es ja Glück“, hofft Maria.
Sie nimmt am Rande des Marktes auf einer Bank im Grünen Platz, von wo sie den vielfältigen Geräuschen lauscht und den Trubel vor sich – mit etwas feuchteten Augen- betrachtet. „Es ist heute wirklich nicht mein Tag“, denkt sie.
Ein junger Mann in ihrem Alter - oder er konnte aber auch drei-vier Jahre älter sein als sie– nimmt neben ihr Platz. Anscheinend hat er das richtige Buch gefunden, denn er blättert neugierig darin herum und versenkt sich kurz darauf in den Text.
Maria seufzt. Heute ist kein Glückstag für sie.
Der junge Mann schaut auf.
"Sorgen?" fragt er. Sie zuckt die Achseln.
"Na ja, ich wollte auch ein Buch kaufen, ich habe aber nichts Richtiges gefunden. Mir sind im Augenblick selbst die preiswertesten Bücher zu teuer. Als Klavierlehrerin muss man auf manches Schöne verzichten."
Sie seufzt noch einmal ausgiebig.
Der junge Mann lächelt ihr zu. "Ich bin auch Musiker. Ich spiele die Orgel in unserer Kirche, ich bin hier im Städtchen der Organist.
„Ach so“, sagt darauf Maria interessiert. „Ich habe sie noch gar nie in der Kirche gesehen.“
„Schon klar“, entgegnet der flotte junge Mann und lächelt dabei. „Der Organist arbeitet im Hintergrund. Man nimmt mich kaum war - ausser ich spielt mal falsch. Außerdem schreibe ich in meiner Freizeit gerne Kurzgeschichten, ebenfalls eine einsame Tätigkeit."
"Doch so, wie sie strahlen, scheinen sie trotzdem ein richtiger Glückspilz zu sein. Darum haben Sie heute wohl auch das Richtige zum Lesen gefunden."
Er nickt. "Ich bin sehr genügsam. Ich brauche wenig um glücklich zu sein. Kleine Dinge erfreuen mich mehr, als wenn ich mich für Grosse verschulden oder zuviel arbeiten müsste. Glück hat nichts mit Geld zu tun. Das wissen nur die Wenigsten.
„Sie sind ja ein richtiger Philosoph, wie es scheint“, lächelt Maria ihm zu und ihr dünkt, als sei das Sonnenlicht gerade etwas wärmer geworden.
„Nein, nein“, wehrt sich der charmante Gesprächspartner. „Aber nehmen Sie die Natur. Sie ist für alle da und kostet nichts. Schauen Sie mal, da hinten dieser herrliche Kastanienbaum! Bald wird er wieder in Blüte stehen. Ich kann mich nicht satt genug an ihm sehen. Für mich ist er ein Geschenk der Natur."
"Wenn man es so sieht …", sagte Maria nach einer Weile des Nachdenkens.
„Wenn man wenig hat, muss man es so sehen und die, die mehr haben, täten gut daran, es auch so zu sehen. Das wäre die Lösung für die meisten Probleme auf dieser Welt. Aber ich will sie damit nicht langweilen.“
„Aber sie langweilen mich überhaupt nicht, ich höre ihnen sehr gerne zu“. Maria wird etwas verlegen und wenn sie jetzt nicht aufpasst, errötet sie wieder.
„Entschuldigen Sie, aber sie sollten sich nicht abwenden, denn es steht ihrem hübschen Gesicht sehr gut, wenn sie erröten.“ sagt der nette Mann auch prompt.
„Übrigens“, und dabei hält er ihr sein aufgeschlagenes Büchlein hin. "Lesen Sie, was Sokrates schon damals gesagt hat: „Wie viele Dinge gibt es doch, die man gar nicht braucht!“ Diesen Satz, den ich vorhin gerade gelesen habe, passt ja gerade jetzt, recht gut zu unserem Gespräch."
Sie lächelt ihn an und schwieg, aber ihre Gedanken schlagen Purzelbäume und in ihrem Magen beginnen Schmetterlinge zu tanzen.
"Ich leihe Ihnen das Buch sehr gerne aus, wenn Sie so etwas interessiert", meint er und hält ihr seine Visitenkarte hin, "ich lese es dann nach Ihnen. Geben Sie mir Ihre Adresse auch?"
Das Glücksgefühl in ihrem Herzen treibt ihr eine weitere Röte in die Wangen. Als gehörten sie zusammen, schlendern sie kurz danach noch einmal durch das Gewühl des Marktes. „Ich brauche noch etwas Gemüse und Salat fürs Abendessen“, meint er, „Sie scheinen ja bereits eingekauft zu haben“.
„Ja, das stimmt“, sagt Maria, „und wenn sie möchten lade ich sie gerne zum Abendessen bei mir ein, als Gegenleistung für das Buch, sozusagen. Aber leider gibt es nur Gemüse, Salat und frisches knuspriges Brot, mehr liegt heute nicht drin.“
„Ach, das ist sehr lieb von Ihnen, ich komme gerne. Darauf freue ich mich jetzt wirklich sehr, denn so alleine zu Essen, macht nicht sehr viel Spass.“
„Ja, das stimmt“, sagt Maria und denkt: „Man braucht tatsächlich nicht viele materielle Dinge zum Glücklichsein, etwas Anderes ist viel wichtiger.“
Dabei nimmt sie das kleine Engelchen in ihrer Manteltasche ganz fest in die Hand.
Sie sieht zu ihrem Begleiter auf. "Ich las eben Ihren Namen, Heinz Wissermann. Aber ich nenne Sie anders." Er lachte zu ihr herunter. "Und wie?"
"Heinz Weisemann - weil sie so weise sind, wie Sokrates."




Dienstag, 5. Februar 2008

Zwei Café crème, bitte?



Zwei Café crème, bitte?



So ganz, lässt mich dieses Metier noch nicht in Ruh. Über dreissig Jahre Gastgewerbe lassen sich halt nicht einfach beiseite schieben. Dafür habe ich nun, mit etwas Distanz, (vielleicht) einen umfassenderen Blick auf meine ehemalige Tätigkeit. Auch kann ich meine Überlegungen hier offen kundtun, ohne dass ich die Folgen gleich im eigenen Portemonai spüre oder es zum allfälligen Verlust von Gästen führt.
So lese ich in der Online-Zeitung, www.nachrichten.ch, in einem Artikel vom 3. Dezember, dass sich der Preis einer Tasse Kaffee im neuen Jahr erhöht, und nun an einigen Orten die Vier-Franken-Grenze überschreitet. Bereits bisher kostete, wie der Cafetier Verband errechnet hat, die Tasse Café crème im Landesdurchschnitt 3.71 Franken, in der Stadt Zürich 3.92 - je nach Lage und Lokal sogar bis zu 4.80 - in der Ostschweiz im Durchschnitt 3.59 und in der Zentralschweiz 3.69 Franken. Dazu sollen nun in diesem Jahr nochmals 20 - 40 Rappen kommen. Ein stolzer Preis. Acht Franken für zwei Café crème!
Und was sind schon „schnell zwei Kaffees“, zwischen zwei Terminen, beim Einkaufen, nach einem Spaziergang oder bei einem Ausflug? Nichts Grosses, ein kleines, kurzes Vergnügen, eine Ausgabe so nebenbei.
Und doch sind acht Franken für viele, ein hoher Preis. Bei einem Netto-Stundenlohn von 18 - 23 Franken arbeitet man dafür fast eine halbe Stunde. Also, manchmal muss man länger dafür arbeiten, als dass der Kaffeegeschmack den Gaumen erfreut und die Einkehr dauert.
Natürlich weiss ich, als ehemaliger Wirt, dass dieser Preis bei den hohen Personal- und Betriebskosten gerechtfertigt ist. So eine Kaffeemaschine kostet ja heute schnell mal Zwanzig- bis Vierzigtausend Franken - bei einer Lebensdauer von 10- 15 Jahren. Zum jährlichen Abschreiber von zwei bis drei Tausend kommt noch eine Revision pro Jahr, also nochmals Fünfzehnhundert dazu. Da muss schon mancher Kaffee serviert werden, bis nur schon diese Kosten erwirtschaftet worden sind. Dazu kommen natürlich Warenkosten, Lokalmiete, Reinigung und Unterhalt, Stromkosten, Versicherungen, Steuern und Abgaben und rund 3.20 Personalkosten für diese beiden Café crème (ca. 40% vom Umsatz). Und der Wirt? Ja, der sollte ja auch noch etwas verdienen.
Wo liegt denn nun die Lösung?
Eben nicht dort, wo sie die meisten Wirte suchen! Denn, wenn eine „Wirtschaft“ (und der Wirt schafft heutzutage meistens selber sehr hart und viele Stunden am Tag), also, wenn ein Lokal nicht so gut rentiert, werden meistens mal - die Preise erhöht und die Öffnungszeiten verlängert.
Genau das Falsche, aus meiner Sicht.
Denn im Gegenteil sollte ,jeder Gastro-Betrieb im Land, seine Öffnungszeiten gerade um die Hälfte kürzen!
Das wären dann noch immer acht bis zehn Betriebsstunden am Tag. Also ungefähr so lange, wie ein Einkaufsladen (heute noch - zum Glück) offen hat. Aber auch andere Geschäfte und Gewerbebetriebe, die Autogarage, die Apotheke, der Bäcker oder die Post haben nicht längere Öffnungszeiten- und eine Bank ist nicht einmal genötigt, für seine Kunden so lange geöffnet zu haben. Und, frage ich mich, geht es unseren Banken etwa schlecht?
Bei meinem Konzept, würden sich bei allen Gastgewerbebetrieben, bei halb so langen Öffnungszeiten, logischerweise, die Gästezahlen verdoppeln und somit der Umsatz pro Stunde sich ebenfalls verzweifachen. Dafür würden die Personalkosten schrumpfen (bessere Auslastung, nur eine Schicht), die Betriebskosten würden sinken (z.B. Stromverbrauch, höhere Kapazitäten) und der Preis einer Tasse Kaffee könnte deutlich gesenkt werden und somit würden wieder mehr Gäste kommen, weil sie sich den Kaffee wieder eher leisten könnten.
Natürlich hätte jedes Lokal, entsprechend dem Angebot und seinen Gästen zu ganz unterschiedlichen Tageszeiten geöffnet. Einige ganz früh am Morgen, ein Bistro oder ein Tearoom eher am Vor- und Nachmittag, ein Speiselokal am Mittag und dann wieder am Abend. Eine Beiz zum Znüni, Zmittag und Feierabend, hingegen eine Bar, ein Jugendlokal oder ein Musikbetrieb am Abend und/oder in der Nacht. Kein Betrieb müsste dadurch schliessen und für jeden Gast hätte es zu jeder Zeit das richtige Lokal, mit einem tollen und abwechslungsreichen Angebot. Denn auch dafür, hätte jeder Wirt wieder mehr Zeit, statt stundenlang im fast leeren Lokal auf Gäste zu warten. Endlich könnte er sich etwas Frisches, Einmaliges und Spezielles einfallen lassen und damit seine Gäste immer wieder aufs Neue verwöhnt werden können.

Aber warum machen denn das die Wirte nicht einfach, wird man sich nun fragen?
Vielleicht ist meine Überlegung falsch oder die Wirte sind zuwenig clever und….. einfach ist es ganz bestimmt nicht.

©/® Copyright by Herr Oter



:-¦

Montag, 28. Januar 2008



Was ich DIR noch sagen wollte:


Wir werden nicht geliebt, weil wir so gut sind, 
sondern weil die, die uns lieben, gut sind.
Sagte schon der russische Dichter Leo Tolstoi (1828-1910)




;-))





Im Reich der Wirklichkeit ist man nie so glücklich
wie im Reich der Gedanken.
Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer (1788–1860)

Im Reich der Gedanken finde ich Glück,
das es in Wirklichkeit nicht gibt.
Herr Oter (1955 -)



;-)

Sonntag, 27. Januar 2008






Die Ehe ist nicht heisser Reis,
den man ausspucken kann,
wenn man sich den Mund verbrennt.

Philippinisches Sprichwort




.-)

Freitag, 25. Januar 2008




Bescheidenes Stiefmütterchen




Bildquelle: Elheim by pixelio.de - Nr. 401071


Viele, wurden schon oft „stiefmütterlich“ behandelt. Aber sicher am längsten, das allbekannte Stiefmütterchen selbst.
Denn erst nach 111 Jahren unermüdlichen Erblühens, hat es vor kurzem, endlich einen korrekten, wissenschaftlichen Namen erhalten: „Viola wittrockiana“.
Zwar war die, zur Familie der Veilchengewächse (Violaceae) gehörende Blume, vom schwedischen Botaniker Veit Wittrock bereits im Jahr 1896 erstmals beschrieben worden und erhielt zu seinen Ehren, 1925, auch den Namen „Viola wittrockiana“. Doch eine, nach wissenschaftlichen strengen Massstäben, gültige Veröffentlichung der Bezeichnung wurde schlicht vergessen - was lange Zeit nicht auffiel.
Dies merkte der Biologe Johannes Nauenburg vom Botanischen Garten der Universität Rostock, der 1986 über wilde Stiefmütterchen promoviert hatte. Zusammen mit seinem Kollegen Karl Peter Buttler aus Frankfurt, fügten sie jetzt ein Puzzle aus botanischen Arbeiten in Schweden, Dänemark, Österreich, Deutschland und England zusammen und dokumentierten so nun die Details der Züchtung nach den strengen, international gültigen Regeln.
Wenn in Zukunft von Mai bis September auf Balkonen und in vielen Blumentöpfen Garten-Stiefmütterchen in den unterschiedlichsten Farben von weiß oder gelb, rot oder blau bis hin zu violett spriessen, dann fällt ein kleiner später Ruhm von „Viola wittrockiana“ auch auf die beiden Beschreiber, Nauenburg und Buttler. Denn die allseits beliebte Blume heisst ab sofort, exakt und für alle Ewigkeit festgelegt: "Viola wittrockiana GAMS ex Nauenburg & Buttler".

Doch vermutlich wird auch weiterhin, landauf und landab, vor allem der gebräuchliche Name „Stiefmütterchen“ für die in Europa beheimate Blume verwendet werden.
Diesen ungewöhnlichen Pflanzennamen
deutet der deutsche Dichter, Schriftsteller und Journalist Friedrich Schnack sinngemäß so:
"Das grosse breite, unterste Kronblatt, gestützt auf zwei Kelchblätter, ist die Stiefmutter.
Ihr zu Seiten sitzen auf je einem Stühlchen die beiden gut gekleideten, eigenen Kinder - zuoberst dann die zwei schlichten Stiefkinder, die zusammen mit einem Stühlchen vorlieb nehmen müssen. Der bedauernswerte Vater wird durch den Blumenstempel veranschaulicht. Infolge des Unfriedens in seiner Familie, hat er weißes Haar bekommen, vor Kummer verkriecht er sich in seinen Fusssack, aus dem er kaum herausschauen kann. Er kommt erst zum Vorschein, wenn die anderen "ausgegangen", d. h. abgefallen sind".
Das Stiefmütterchen, mit seinen ernsten, meist aber "lächelnden Gesichtern" auf seinen Blütenblättern, wird aber je nach Gegend auch als Dreifaltigkeitskraut, Christusauge, Herzenstrost, Schöngesicht oder Mädchenauge bezeichnet.

Bis heute spricht man von „stiefmütterlicher Behandlung“, wenn jemand einen anderen Menschen vernachlässigt - und, vermutlich nicht zufällig ist das Stiefmütterchen auch das Symbol der Freidenker in Frankreich und in Österreich.
Auch war das Blümchen schon im Mittelalter, das Sinnbild für gute (humanistische) Gedanken.
Die älteste Legende zum Stiefmütterchen stammt aus der griechischen Mythologie: Jupiter verliebte sich demnach in die ungewöhnlich schöne Io. Als seine Frau Juno dies bemerkte, verwandelte sie Io in eine weiße Kuh. Die unglückliche Io bemerkte erleichtert, auf einer Wiese grasend, dass die Blumen um sie herum Gesichter hatten, die denen ihrer Freunde glichen. Die Herrin der Natur, Kybele, soll ihr diesen kleinen Trost verschafft haben.
Später findet sich das Stiefmütterchen im Zusammenhang mit Napoleon wieder. Als er 1814 ins Exil nach Elba gehen musste, wählten die Bonapartisten Viola als Losungswort. Als er 1815 nach Frankreich zurückkehrte, wurden Flugblätter gedruckt, auf denen sein Gesicht in der Mitte eines Stiefmütterchens gedruckt war. Die französische Bezeichnung für das Stiefmütterchen lautet pensée.
Neben dem Bild war der Text “Unique pensée de la France” (Frankreichs einziger Gedanke) zu lesen. Darum sandten sich im 19.Jhdt. die Verliebten, Stiefmütterchenbouquets „Pensées", als Zeichen der Treue und des Aneinanderdenken.
Auch in Shakespeares „Sommernachtstraum“ tritt das Stiefmütterchen auf. Oberon benutzt den braunen Saft der Pflanze als erotisches Zaubermittel, um die Elfenkönigin Titania in sich verliebt zu machen. Die Mixtur für diesen Liebeszauber wurde seither nur unter Frauen weitergegeben und soll somit auch hier nicht verraten werden. Nur eins: Die Stiefmütterchen müssen frisch und zu einer ganz bestimmten Tageszeit geerntet werden. So haben diese Pflanzen für die wissenden Frauen eine nicht zu unterschätzende Wirkung bei der Zubereitung von Liebestränken und für uns Männer ist das Stiefmütterchen in der Blumensprache das Sinnbild für Erinnerung und die Kraft der liebevollen Gedanken.
Die, inzwischen durch Kreuzungen mehrjährige Krautpflanze, ist eine, bereits im Mittelalter bekannte, harn- und schweißtreibende, blutreinigende Heilpflanze. Das „nützliche“ Stiefmütterchen, im Volksmund unter anderem auch als "Freisamkraut" bekannt, galt in der bäuerlichen Hausapotheke einst als wirksames Mittel zur Behandlung des Milchschorfs bei kleinen Kindern. Wegen seinem Kalk, den Magnesiumsubstanzen, den Wirkstoffen Saponine und Flavonoide und seinen Salicylsäure-Verbindungen wird das „lächelnde“ Pflänzchen auch heute noch von der moderne Wissenschaft zur Heilung empfohlen: Äusserlich angewendet vor allem bei Akne und juckenden Hauterkrankungen (Ekzemen) oder als (kalt angesetzter) Dreifaltigkeitstee bei Gicht, Rheuma oder Husten. Sehr gut sind auch Stiefmütterchenbäder. Ausserdem soll es bei Arterienverkalkung helfen. Wilde Stiefmütterchen eignen sich als Entschlackungsmittel oder zur Blutreinigung. Zudem zählen sie zu den essbaren Blüten, die kandiert zur Dekoration von Desserts oder Kuchen oder als Süßigkeit verwendet werden können.
Und zum Schluss noch die schönste Legende, die sich um das ständig etwas traurig wirkende, freundlich nickende Stiefmütterchen rankt: Es heisst, dass es einst einen betörenden, sinnlichen Duft hatte. Die Menschen, die daran riechen wollte, trampelten dabei aber das Getreide rund um die Pflanze kaputt. Da bat das bescheidene Stiefmütterchen Gott, ihm den verlockenden Duft doch zu nehmen - seitdem duftet es nicht mehr.
Schade!
©/® Copyright by Herr Oter 



Bildrechte bei Angelika Wolter / pixelio.de Nr. 580249



:-)

Donnerstag, 24. Januar 2008






Ein Mensch muss bei seinem Tod etwas dalassen:
Ein Kind, ein Buch, ein Bild, ein Haus, einen Garten oder
wenigstens eine Mauer, die er gebaut hat.

Immerhin, die Kinder sind schon da.
(Aber das war - für mich - auch die Einfachste, der Aufgaben.)


;-)

Mittwoch, 23. Januar 2008






"Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen
- man weiß nie was man kriegt."

Zitat aus dem Film „Forest Gun“ (1994) mit Tom Hanks
(einer meiner Lieblingsfilme)





;-))

Montag, 21. Januar 2008




Manchmal
scheint es, dass wir in einer Welt voller Hass und Gier leben.
Doch
immer wieder, sieht man auch grosse Liebe überall.



:-)

Dienstag, 15. Januar 2008




Gegenseitige Interessen


Carla weiss, dass es nicht für immer ist, aber das kommt ihr nicht ungelegen.
Auch, dass sie bereits die Dritte ist, störte sie nicht im Geringsten. Das gehörte halt dazu in dieser Kategorie. Nach dreizehn Jahren mit der Ersten, neun bei der Zweiten, muss sie demnach mit keinen fünf Jahren rechnen.
Doch allein seine Bekanntheit sichert ihr einen grossen finanziellen Erfolg. Und, dass er berühmt ist, war die Voraussetzung, sonst wäre nichts daraus geworden. Das hatte sie immer so gehalten. Sie hatte sich schon immer genommen, was sie wollte und solange sie wollte. Das war meistens nicht für lange, da hat sie ihm nichts vorzuwerfen. In dieser Beziehung war sie sogar noch um einiges schneller als er und - sie hat immer bekommen, wen sie wollte. Die waren ja immer sofort schwach und sie unwiderstehlich.
Donald Trump soll geweint haben, als sie ihn wieder verliess und Kevin Costner, so sagt man, habe erst nach ihr seinen traurigen Blick bekommen. Auch Eric Clapton ärgerte sich vermutlich, dass er sie in New York den Rolling Stones vorstellte und sie prompt an Mike Jagger verlor. Und er war nicht der Letzte. Aber so spielt das Leben, in diesen Kreisen.
Zwar stört es sie schon etwas, dass sie dieses Mal vermutlich selber benutzt wird, um Cécila eins auszuwischen. Als Vergeltung sozusagen für die Schmach die ihr liebesverbeulter Monsieur erlitten hat, als er verlassen wurde. Das erklärt vielleicht auch die sehr schnelle Heirat, nur einen Monat nach seiner scheinbaren Unvorsichtigkeit, als er den handgeschriebenen Liebesbrief an sie, ungewollt für die Presse sichtbar, in der Hand gehalten hatte. Klar, dass das Foto natürlich vergrössert wurde, bis ihr Name zu lesen war. Der nachfolgende Paparazzi-Rummel war jedenfalls ganz schön lustig für die Beiden und ganz in beider Sinne. Er hat sie ja richtig zur Show gestellt, ins Rampenlicht, zurück auf den Laufsteg, so zu sagen. Die Aufmerksamkeit konnte sie gebrauchen, ihr sechsjährigen Sohn vielleicht etwas weniger. Aber dabei galt es nun einfach mit dem Nutzen abzuwägen, basta. Schliesslich hatte sie - den Platzhirsch, als neue Trophäe im Fangeisen. Da konnte nicht einmal ihre Herkunft mithalten: Alter italienischer Industrieadel - der Grossvater gründete den Reifenkonzern CEAT. Das hatte ihr auch ermöglicht, als millionenschweres Sorgloskind - das alle Schulen, auch ein Internat in der Schweiz, im Spaziergang und mit Bestnoten hinter sich brachte - sich in den besten Kreisen hochzuarbeiten - nebst dem Laufsteg natürlich.
Und nun ist sie ganz oben angelangt, nun konnte mit Gewinn gerechnet werden. Und vor allem auch mit weiterer Publizität und das hat sie inzwischen nötig. Man wurde ja auch nicht jünger und das Showbusiness ist hart, verdammt hart. Da zählten vor allem Aussehen, Jugend und Bekanntheit und durch ihn besitzt sie nun wieder zwei der drei wichtigsten Eigenschaften. Die Jugend, na ja, die ist wohl endgültig passé. Und das Talent zum Singen, ist ja vermutlich auch nur Zeitvertreib. Doch nun bringt sie andere Werte die zählen.
Auch der Altersunterschied zwischen ihnen beiden macht sich immer weniger bemerkbar, denn in ihrer Gegenwart blüht er ja richtig auf. Ja, fast etwas zu überschwänglich benimmt er sich manchmal, vor allem wenn die Presse in der Nähe ist. Das kann schon auch etwas peinlich sein. Zwar spielte bei der Verjüngungskur vielleicht auch seine ungarische Abstammung mit. Er hat ja sozusagen Paprika im Blut - aber da kann sie mit ihrem Turiner Temperament schon mithalten.
Ihr kann es jedenfalls nur recht sein, wenn die ganze Promi-Welt weiss, dass sie berühmten Männern mit Macht, zu einer späten Jugendlichkeit verhelfen kann.
Denn wer kann schon wissen, was noch alles kommt.

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:-)

Tränen




Tränen

Wenn ich bei kaltem Wetter rausgehe, 
kommen mir die Tränen.
Bei gewissen Filmen auch!
Beides eine Frage des Alters?




:-))

Montag, 14. Januar 2008

Wichtig!



 Wichtig!


Ich denke nicht, 
dass die Dinge, die ich tue, 
unwichtig sind.
 
Aber sie können unwichtig werden, 
wenn sie gewichtet werden.



:-¦

Sonntag, 13. Januar 2008

Schweizer des Jahres



Schweizer des Jahres
 


Ich mag ihn, den „Schweizer des Jahres 2007“.
Der 28-jährige Toggenburger Schwingerkönig, Jörg Abderhalden, ist mir sympathisch, weil er, ausserhalb des Sägemehlrings, trotz seiner grossen sportlichen Erfolge, auf dem Boden geblieben zu sein scheint. Als dreifacher Schwingerkönig (1998, 2004 und 2007) ist er natürlich auch ein herausragender Sportler. So gilt der muskelstarke, hauptberufliche Schreiner, als bester Schwinger aller Zeiten, weil er als einziger der drei dreifachen Schwingerkönige, noch zusätzlich das Unspunnenfest gewinnen konnte, das ja nur alle sechs Jahre stattfindet.
Auch seine grosse Charakterstärke hat mich beeindruckt, als er öffentlich dazu stand, dass er sich aus Eifersucht mit seinem langjährigen Freund und Schwingclub-Kameraden Arnold Forrer zerstritten hatte, weil ihm dieser 2001 den Königstitel abnahm. Nach diesem mutigen Eingeständnis war auch eine Versöhnung zwischen den Beiden wieder möglich.
Zudem scheint mir der Schwingsport noch wenig mit Doping verseucht zu sein und somit zusammen mit seinen einfachen Regeln, dem fairen Kampf Mann gegen Mann, der bescheidenen Ausrüstung und den vernünftigen Siegesprämien und Werbegeldern als Sport für die Buben besonders gut geeignet. Auch wenn für mich, die Gegnerauswahl durch eine Jury ein wenig fragwürdig ist, weil dadurch der Schwingerkönigstitel auch immer etwas Glückssache sein kann.

Aber trotzdem allem Positiven, bleibt bei mir nach der grandiosen Gala ein ungutes Gefühl zurück.
Genügt es, für den Titel „Schweizer des Jahres“, sympathisch und in seinem Sport der Beste zu sein?

Ich finde, für hervorragende Leistungen im Sport werden im Dezember zu Recht in einer grossen TV-Show ja bereits der Sportler, die Sportlerin und der Trainer des Jahres ausgezeichnet. Darum blieb mir bereits im letzten Jahr unverständlich, dass der ausgezeichnete Trainer des Jahres 2006, Fussball-Nationaltrainer Köbi Kuhn, auch noch Schweizer des Jahres 2006 werden musste. Zumal er vor lauter Bescheidenheit, sich kaum richtig zu freuen wagte.
Wie auch Formel-1-Rennstallbesitzer Peter Sauber, der ebenfalls sehr bescheiden und sympathisch, im gleichen Jahr in beiden Bestenlisten ausgezeichnet wurde, obschon auch er nicht gerade selbstlos oder vor allem nicht nur zum Wohl unseres Landes sein Metier - zwar schweizerisch erfolgreich, aber nicht weltmeisterlich - ausgeführt hatte.
Bei Roger Federer vom Jahr 2003, habe ich noch eher Verständnis, weil er inzwischen wenigstens seit Jahren der weltbeste Tennisspieler ist und vermutlich auch bald der Beste aller Zeiten sein wird. Auch ist er (obschon hoch bezahlt) mit seiner äusserst sympathischen Art ein besonders gutes „Aushängeschild“ für uns Schweizer. Verkörpert er doch im Ausland seit Jahren genau das, was wir Schweizer gerne wären und verbessert somit auch wieder das Image das Schweizer Grosskonzerne und unsere Politiker dort hinterlassen.
Aber eine sehr gute Leistung zu erbringen, das genügt meiner Ansicht nach nicht, um mit dem Titel „Schweizer des Jahres“ ausgezeichnet zu werden. Denn hervorragende Leistungen erbringen täglich Tausende in diesem Land, ohne, dass sie je einmal in den Medien erwähnt oder gar geehrt werden.
Ist es nicht bezeichnend für unsere Gesellschaft, dass unter den bisherigen sechs, in einer Zuschauerwahl gekürten Titelträgern, vier aus dem Bereich Sport kommen? Personen also, die durch ihre Tätigkeit bereits eine grosse Medienpräsenz (die den „Marktwert“ steigert) haben und für ihre Leistungen in ihrem Beruf oft schon hervorragend bezahlt werden.
Übrigens, auch im Römischen Reich und im antiken Grossreich der Griechen hatte der Sport den höchsten Stellenwert - bevor diese Weltreiche untergingen.
Mit Beat Richner (im Jahr 2002), der als Kinderarzt (und selbstloser Musikclown „Beatocello“) ein Kinderspitals in Kambodscha aufbaute und mit der Entwicklungshelferin Lotti Latrous (im Jahr 2004), die in Abidjan mit verschiedenen humanitären Einrichtungen und Projekten das Elend in der Hauptstadt der Elfenbeinküste etwas zu lindern versucht, wurden nur gerade zwei Personen ausgezeichnet, die für mich, durch ihre selbstlose Tätigkeit, den einmaligen Titel „Schweizer des Jahres“ wirklich verdient haben.
Für das Prädikat, der „beste“ Schweizer des Jahres zu sein, braucht es mehr als Leistung, Erfolg und Ruhm. Es braucht dafür aufopfernde Hingabe im Dienste des Nächsten und weniger für sich selber.
©® Copyright by Herr Oter




:-)

Samstag, 5. Januar 2008

Viel o Sophie…



Viel o Sophie…


viel-o-sophie…
viel, o sophie, viel-o-sophie.
viel-o-sophie-re viel, o sophie!
viel, o sophie, viel-o-sophie-re ich.
viel-o-sophie-re ich zuviel, o sophie?


Die Idee zu dieser Wortspielerei kam mir durch:
Ernst Jandl’s Gedicht: Viel o Sophie
Mit dieser sinnverwirrende Wortspielerei mache ich auch aufmerksam auf meine, manchmal sinnverwirrenden Blog-Rubrik:
Philo + Sophie
(Antworten eines Grossvaters (Herr Oter vielleicht?),
auf die komplizierten Fragen der jungen Sophie und ihres Vierbeiners Philo.)



:-)

Freitag, 4. Januar 2008



Ein Leben -
Hundert Gedanken -
Hunderttausend Worte -
rinnen durch meine Finger,
weil ich nicht imstande bin,

sie festzuhalten und aufzuschreiben.

:-)

Dienstag, 1. Januar 2008

Neujahrsmorgen



Neujahrsmorgen



Hatte ihn etwas geweckt, oder war er ob der Absurdität seines Traumes erwacht?
Denn er war oben auf einem Hügel gestanden, einsam, neben einer Hütte mit einem grossen Baum, als ein Modelflugzeug von stattlicher Grösse scheinbar einen Angriff auf ihn vorhatte. Es flog mehrmals haarscharf an seinem Kopf vorbei, umrundete dabei das einfache Blockhaus, vielleicht mehr ein Unterstand, um ihn danach wieder von hinten anzugreifen, so, dass er sich ducken musste. Bei der vierten Attacke flog es jedoch zu tief und bohrte sich ins braune, kurze Stoppelgras neben ihm. Eine gewisse Schadenfreude konnte er sich nicht verkneifen. Der Motor des Fliegers war abgestorben und aus dem Rumpf sprangen ein kleiner Hund und zwei Kaninchen. Wobei, wie oft bei seinen Träumen, die Grössenverhältnisse unmöglich waren. Der kleine, braune Hund sprang freudig wedelnd auf ihn zu, als wären sie seit Jahren die besten Freunde, während die beiden schwarzen Hasen mit dem weissen Hinterteil, davon hoppelten. Das war lustig! Hatte er gar im Traum gelacht, weil sich ihr Schwarz mit der Zeit in der Weite verlor und er nur noch die beiden weissen Punkte davon hüpften sah?
Fredi streichelte den Hund, obschon er eigentlich Hunde gar nicht besonders gernhatte. Aber diesen kleinen Braunen mit seinen kurzen Beinen, den tapsigen Pfoten und dem ständig, wie eine Fahne im Wind, wedelnden Schwanz, mochte er.
Leicht erschrak er, als das abgestürzte Modellflugzeug plötzlich zu knacksen anfing, und eine Frauenstimme, begleitet von starken Funkgeräuschen fragte:
„Hallo, hallo, ist da jemand? Wenn ja, soll er mich doch bitte anrufen und mir die Position und den Zustand des abgestürzten Models angeben, damit ich es bergen kann“. Danach folgte eine Telefonnummer, die er inzwischen vergessen hatte.
Fredi fragte sich, warum er nun die Telefonkosten zu übernehmen hatte und zählte darum, indem er sich etwas über das Flugzeugwrack beugte, langsam die Ziffern seiner eigenen Handynummer auf, versehen mit dem Hinweis, man möge ihn doch anrufen. Unmittelbar danach vibrierte sein Telefon in der Hosentasche und er meldete sich mit Hallo. Er hatte etwas Mitleid mit der Frau, die ziemlich aufgeregt und besorgt schien und meldete ihr darum zuerst, dass die Tiere wohlauf und das Flugzeug aus seiner, natürlich nicht fachmännischen Sicht, nur kleinen Schaden genommen hatte.
Umständlicher war jedoch, die Bezeichnung des Ortes, an dem er sich befand.
Doch trotzdem, einem Filmschnitt gleich, stand die adrette Frau in kniehohen Stiefeln und karierter Weste plötzlich neben ihm und der kleine Hund sprang freudig winselnd an ihrem Bein hoch, so hoch wie er noch nie einen Hund hatte springen gesehen. Dabei strich ihm die Besitzerin kurz über das glänzende Fell und mit dem bezauberndsten Lächeln, an das er sich erinnern konnte, küsste sie Fredi auf die Wange und fragte nach den beiden Hasen.
Er zeigte ihr etwas verunsichert die Richtung, in der sie entschwunden waren und meinte noch dazu, dass sie aber inzwischen vermutlich von einem Fuchs gefressen worden sein könnten.
Mit dem lädierten Flugzeug, das nun auf einmal sehr klein schien, und dem juckenden Hund an der Seite, ging die Frau in diese Richtung.
Fredi lag, während er sich an den Traum erinnerte, etwas benommen in seinem Bett und versuchte sich nun in der Realität zu Recht zu finden. Ein komischer Traum, dachte er. Aber wenigstens war es nicht einer dieser fürchterlichen Alpträume, die er normalerweise hatte. Obschon ja dieser eigentlich auch einer war, weil er sich auf einer Alp abspielte.
Fredi fiel der pelzige Geschmack in seinem Mund auf.
Was war denn heute?
Neujahrstag-Morgen, stellte Fredi fest.
Was war denn gestern?
Silvester! Besuch!
Nun war er wach und ein ungutes Gefühl kroch in ihm hoch. Er brauchte einen Kaffee.
In Unterhose und einem T-Shirt schleppte er sich noch etwas unsicher in die Küche und nahm, nachdem er ihn mit heissem Boilerwasser gefüllt hatte, den Wasserkocher in Betrieb.
In der Küche türmte sich überall schmutziges Geschirr und die Raumluft stank dementsprechend, wie er nun feststellte. Er öffnete das Fenster einen Spalt - mehr ging nicht, denn auf der Ablage davor standen leere Flaschen herum. Drei Weinflaschen, vier kleine Bierflaschen, eine Sektflasche, die der Besuch mitgebracht hatte, eine schlanke Flasche des moussierten Traubensaftes für die Kinder und mehrere Pet-Flaschen.
Also wenigstens hatte er nicht zu viel getrunken, dachte er bei sich. Das hätte die Sache nur noch verschlimmert.
Das Wasser kochte und mit einem „Klick“ schaltete sich der Wasserkocher ab.
Fredi nahm eine Kaffeetasse aus dem Geschirrschrank. Zum Glück brauchten sie im Alltag andere, grössere Tassen, sonst hätte er zuerst welche abwaschen müssen.
Sollte er für seine Frau - die heute sicher bis zum Mittag schlafen würde, denn es war ja bereits 5 Uhr in der Früh, als sie ins Bett gingen - sollte er also für sie auch einen Kaffee zubereiten? Um keinen Fehler zu machen nahm Fredi lieber eine zweite Tasse aus dem Schrank, gab je einen gestrichenen Kaffeelöffel Pulver hinein und goss Wasser dazu. Nachdem er mit etwas Milch die Tassen ganz gefüllt hatte, trug er beide ins Schlafzimmer und stellte die eine auf den Nachttisch neben seiner schlafenden Frau, auch wenn er bereits wusste, dass er in etwa einer Stunde auch diesen Kaffee, inzwischen natürlich kalt, selber trinken würde.
Am Morgen schien ihm ihr Gesicht immer am schönsten. Umrahmt von ihrem hellbraunen Haar, den entspannten, ebenmässigen Gesichtszügen und dem sanften Lächeln ihrer Lippen, das sie meistens hatte, sah sie für ihn aus wie ein Engel.
Am liebsten wäre er nun zu ihr ins Bett gekrochen, unter ihre Decke, in ihre Wärme, die sich von seiner unterschied und hätte etwas von ihren vertrauten Duft gerochen, den er manchmal als eine Komposition aus Milch, Honig und Dill-Gewürz beschrieb. Ob diese Aromen nur einzeln oder in Wirklichkeit auch als Mischung so angenehm rochen, wusste er jedoch gar nicht. Doch das sollte er vielleicht einmal ausprobieren.
Er hätte sich vielleicht auch etwas an ihren Körper geschmiegt, ohne sie zu wecken, aber der musste, wie jeden Morgen kurz nach dem Aufstehen auf die Toilette, denn neben der Blase meldete sich auch sein Darm mit einer Dringlichkeit, die keinen Aufschub mehr zuliess.
Mit seinem Kaffee in der Hand setzte er sich auf den „Thron“ und nahm einen Schluck. Der Kaffee war viel zu heiss und so stellte er die Tasse auf den Waschbeckenrand. Nervosität machte seinem Darm Beine und nach einer ersten Zwischenspühlung stütze er beide Ellenbogen auf die Knie und den Kopf in beide Hände.
Wie war der gestrige Abend eigentlich verlaufen, fragte sich Fredi und welchen Eindruck hatte er wohl bei seinen Gäste hinterlassen?
Nun es war halt wie immer. Er hatte geredet und geredet und dabei seine halbe Lebensgeschichte erzählt, Monologe geführt und die anderen kaum zu Wort kommen lassen. Immer wieder war er ihnen in den angefangenen Satz gefallen, um sofort seinen Kommentar abgeben, bevor jemand anderes zu Wort kam. Manchmal stellte er auch eine Frage, um sie aber sogleich selber zu beantworten, indem er seine Ansicht darüber auch gleich kundtat. Fredi gab so immer sehr viel über sich preis, auch Negatives, aber das war ihm egal. Auch erfuhr er so nie etwas über seine Gesprächspartner, weil er sie, durch dieses Laster, in kürzester Zeit zu Zuhörern verstummen liess.
Er hatte diese Unsitte einfach nicht im Griff, obschon man ihn bereits mehrfach darauf angesprochen hatte. Erst danach wurde er sich jeweils seiner Unart wieder bewusst und schämte sich dann dafür. Vermutlich waren auch die Gäste der letzten Nacht zum ersten und zugleich letzten Mal bei ihnen zu Besuch gewesen.
Sie waren von ihm vermutlich vertrieben worden, wie alle anderen, stellte Fredi resigniert fest. Trotz aller guten Vorsätze hatte das neue Jahr begonnen, wie das Letzte aufgehört hatte. Alles blieb somit beim Alten, denn Eigenarten ändern sich nun mal nicht so schnell, auch nicht durch einen Jahreswechsel.

©® Copyright by Herr Oter


:-(